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Gefängnis in Syrien bombardiert Dutzende Tote bei russischem Luftangriff

Ein Gefängnis in der syrischen Stadt Maarat al-Numan ist offenbar von russischen Bomben getroffen worden. Bei dem Luftangriff sollen Dutzende Menschen getötet worden sein.

Mindestens 39 Menschen sind Aktivisten zufolge bei einem russischen Luftangriff im Nordwesten Syriens getötet worden. Viele weitere seien zudem bei dem Beschuss eines Gerichtsgebäudes mit integriertem Gefängnis in der Stadt Maarat al-Numan verletzt worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Das Gericht stand den Menschenrechtsbeobachtern zufolge unter Kontrolle der Al-Nusra-Front, dem syrischen Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida.

Die meisten Opfer des russischen Beschusses seien Kämpfer der Gruppe und Gefangene gewesen. Andere Aktivisten meldeten sogar mehr als 50 Tote. Maarat al-Numan liegt in der Provinz Idlib. Diese wird zu großen Teilen von islamistischen Rebellen kontrolliert, von denen die Al-Nusra-Front die stärkste ist. Die Menschenrechtsbeobachter sitzen in Großbritannien, beziehen ihre Informationen jedoch aus einem dichten Netz an Informanten in Syrien. Sie gelten als gut informiert und zuverlässig.

Russland bombardiert seit Ende September Gegner des Regimes von Präsident Baschar al-Assad. Russische Flugzeuge nehmen Extremisten wie die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), aber auch gemäßigtere Gruppen ins Visier.

Lage in Madaja weiter verzweifelt

Auch zwei Tage nach der Zustimmung des syrischen Regimes zu Hilfslieferungen nach Madaja blieb die Lage in der Stadt nordwestlich von Damaskus verzweifelt. Mehr als 200 Menschen hätten Schwäche- und Ohnmachtsanfälle erlitten, teilte das örtliche Gesundheitskomitee bei Facebook mit. In Madaja sind seit etwa einem halben Jahr rund 40.000 Menschen von der Armee und ihren Verbündeten eingeschlossen. Hilfsorganisationen konnten nach eigenen Angaben zuletzt im Oktober Lieferungen nach Madaja bringen.

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Aktivisten berichteten, die Menschen ernährten sich von Blättern, Hunden und Katzen. Nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) starben bislang mindestens 23 Menschen an den Folgen von Mangelernährung, unter ihnen auch Kinder. Nach der Zustimmung des Regimes zu Hilfstransporten am Donnerstag sollen die ersten Konvois am Sonntag in Madaja eintreffen.

Syriens Regime ist inzwischen zwar bereit zu Friedensgesprächen mit seinen Gegnern, fordert aber vorher eine Teilnehmerliste der Opposition. Außenminister Walid al-Muallim verlangte bei einem Treffen mit dem UN-Sondergesandten Staffan de Mistura am Samstag in Damaskus außerdem eine Aufstellung aller Rebellenbrigaden, die als Terrorgruppen eingestuft würden, wie die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete. De Mistura sprach von einem "nützlichen" Treffen.

Die internationalen Gemeinschaft hatte sich im vergangenen Jahr auf Friedensgespräche geeinigt. Beginnen sollen die Verhandlungen am 25. Januar. In Syrien tobt seit fünf Jahren ein Bürgerkrieg, in dem mehr als 250.000 Menschen getötet wurden. 

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