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IS-Sympathisant war Asylbewerber aus Deutschland Täter von Paris wohnte in Recklinghausen

Der Mann, der am Jahrestag der "Charlie Hebdo"-Anschläge in Paris Polizisten attackiert hatte, war in Deutschland Asylbewerber. Er ist bereits mehrfach auffällig geworden und der Polizei bekannt.

Deutsche Sicherheitsbehörden haben neue Erkenntnisse über den Mann, der Anfang Januar am Jahrestag der Mordattacke auf die Redaktion von "Charlie Hebdo" in Paris Polizisten attackiert hatte. Der erschossene Sympathisant der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) trug nicht nur eine deutsche SIM-Karte bei sich. Nach Erkenntnissen von Sicherheitsdiensten war er auch Asylbewerber in Deutschland und hat in der Flüchtlingsunterkunft in Recklinghausen im September 2015 das Zeichen des IS an die Wand gemalt, erfuhr die "Welt am Sonntag" aus deutschen Sicherheitskreisen. Die betreffende Wohnung wurde am Samstag durchsucht. Nach bisherigen Erkenntnissen hätten sich aber keine Hinweise auf weitere mögliche Anschläge ergeben.

Nach Informationen des Nachrichtenportals " Spiegel Online" posierte der Mann in der Flüchtlingsunterkunft zudem mit einer IS-Fahne. Die Landesbehörden stuften ihn demnach als Verdachtsfall ein, doch im Dezember 2015 verschwand er spurlos aus Recklinghausen.

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Wie die "Welt am Sonntag" weiter erfuhr, war er in der Bundesrepublik unter vier Aliasnamen registriert, als Walid Salihi hatte er Asyl beantragt. Die angegebenen Staatsangehörigkeiten waren mal syrisch, mal marokkanisch und georgisch. Er war in Deutschland mehrfach allgemeinpolizeilich in Erscheinung getreten. Der Mann hatte zwei Pariser Polizisten mit einem Schlachtermesser angegriffen und war durch Schüsse gestoppt worden.

In einem am Samstag vom tunesischen Privatradio Sabra FM veröffentlichten Video bestätigte ein tunesisches Paar, das sich als seine Eltern vorstellte, dass er sich kurz zuvor in Deutschland aufgehalten habe. Ihr Sohn habe sie von Deutschland aus gebeten, ihm Auszüge aus dem Geburtsregister zu schicken und sei nur wegen seines Passes auf dem Pariser Kommissariat gewesen, sagte die Frau, die sich als Mutter vostellt.

Sie selbst habe ihren Sohn gebeten, nach Hause zu kommen, da sie eine Handoperation haben werde und ihn sehen wolle, sagte die Frau. "Er hat nichts getan", sagte sie weiter und warf den französischen Behörden vor, ihren Sohn grundlos getötet zu haben. Sein Vater bekräftigte, sein Sohn habe keiner extremistischen Organisation angehört.

Nach Einschätzung des für Terrorismus zuständigen französischen Staatsanwalts François Molins haben die Polizisten zu Recht und aus Notwehr geschossen. Sie hätten den Mann, der "Allah ist groß" gerufen habe und eine Attrappe eines Sprengsatzes bei sich trug, mehrfach zum Stehenbleiben aufgefordert. Selbst nachdem der erste Schuss ihn getroffen hatte, habe er sich weiter auf sie zubewegt.

Der tödlich getroffene Angreifer liegt vor der Polizeiwache in Paris auf dem Boden. (Foto: dpa)

Anhand seiner Fingerabdrücke identifizierten französische Behörden ihn als einen Mann, der sich im Süden des Landes als Marokkaner ausgegeben hatte. Er wurde 2013 nach Angaben aus Ermittlerkreisen im Zusammenhang mit einem gemeinschaftlichen Diebstahl an der Côte d'Azur überprüft. Dabei sagte er, 1995 in Casablanca geboren zu sein. In dem bei ihm gefundenen Papier gibt es aber eine widersprüchliche Angabe: Dort gebe er sich als Tunesier aus, nicht als Marokkaner, so Molins.

Frankreich war im vergangenen Jahr mehrfach Ziel islamistischer Attentäter, derzeit gilt deshalb der Ausnahmezustand. Bei den Anschlägen auf "Charlie Hebdo", eine Polizistin und einen koscheren Supermarkt hatten Terroristen im Januar 2015 in Paris insgesamt 17 Menschen getötet. Im November wurden bei zeitgleichen Anschlägen in Paris und Saint-Denis 130 Menschen ermordet.

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