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"Jeder Mann ist ein potenzieller Vergewaltiger" Hamburgs Grünen-Vize sorgt für Proteststurm

Mit provokanten Aussagen über Männer hat sich Michael Gwosdz einen veritablen Shitstorm und mehrere Strafanzeigen eingehandelt. Inzwischen relativierte der Grünen-Politiker seine Worte.

Der stellvertretende Landesvorsitzende der Hamburger Grünen, Michael Gwosdz, zog durch einen Facebook-Eintrag, den er direkt auf die Debatte um die kriminellen Handlungen gegenüber Hunderten Frauen in der Silvesternacht in Köln und auf der Reeperbahn bezog, harsche Kritik auf sich. Mittlerweile hat er sich für den Eintrag entschuldigt – ob es damit ausgestanden ist, dürfte mehr als fraglich sein. Inzwischen sind laut "abendblatt.de" mehrere Strafanzeigen gegen den in der politischen Öffentlichkeit bisher kaum bekannten 41-Jährigen gestellt worden. Er war im vergangenen Jahr in sein Amt gewählt worden.

Gwosdz hatte in einer Direktnachricht an eine Facebook-Nutzerin am Freitag die Ansicht vertreten, dass alle Männer "potenzielle Vergewaltiger" seien. Wörtlich hieß es: "Als Mann weiß ich, jeder noch so gut erzogene und tolerante Mann ist ein potenzieller Vergewaltiger. Auch ich. Wir Männer müssen uns dessen bewusst sein – nur dann sind wir auch in der Lage, erkennen zu können, wenn sexuelle Gewalt und Nötigung beginnt. (…) Wer das nicht für sich selbst akzeptiert, wird mit dem Erkennen von Grenzen Schwierigkeiten haben."

Damit entfachte er in dem sozialen Netzwerk, aber auch in einer größeren Öffentlichkeit einen Proteststurm. Einer der Anzeigenden argumentierte, er fühle sich persönlich verunglimpft, weil er in eine direkte Verbindung mit Schwerstkriminellen gesetzt werde. Er könne solche Kapitalverbrechen für sich zudem kategorisch ausschließen. Ob tatsächlich gegen Gwosdz ermittelt wird, stellt sich in den kommenden Tagen heraus. Zuletzt war der Grüne damit in der Öffentlichkeit aufgefallen, dass er werbewirksam einem "Kiffer-Club" beigetreten war.

Gwosdz relativiert Aussagen

Am Wochenende nun rückte Gwosdz von seiner Position ab – oder versuchte sich zumindest zu erklären. In dem weiteren Eintrag hieß es: "Die Verbrechen in Hamburg, Köln und anderswo, bei denen Männer Frauen nicht nur beraubt sondern auch sexuell attackiert haben, haben mich wie wahrscheinlich alle anderen Menschen auch erschüttert. Es tut mir leid, wenn meine Aussage, die nicht auf diese Vorfälle bezogen war, den Eindruck erweckt, ich wolle die schlimmen Gewalterfahrungen der Frauen in der Silvesternacht bagatellisieren".

Was die Frauen erlebt haben, sei durch nichts zu relativieren und er habe auch keine Männer persönlich angreifen wollen, so Gwosdz. Und weiter: "Die Sozialisation in einem anderen Kulturkreis darf keine Entschuldigung sein. Mit meiner provokativen Aussage wollte ich deutlich machen, dass sexualisierte Gewalt und Grenzüberschreitungen traurige Realität sind – mit Tätern aus allen gesellschaftlichen Schichten und jeglicher Nationalität. Es gilt, die Frauen davor zu schützen." Die große Mehrheit der Männer wolle Frauen keine sexuelle Gewalt antun.

Es sei nicht Sinn seiner Aussage gewesen, das in Zweifel zu ziehen. Und überhaupt sei seine Aussage nicht auf die Vorfälle in der Silvesternacht bezogen gewesen. Die Hamburger Grünen sprachen in einem Tweet von "viel Hysterie" wegen einer alten These: Am Sonntagnachmittag äußerte sich auch die Landesvorsitzende der Grünen, Anna Gallina: "Michael Gwosdz hat gestern noch einmal ausführlich erklärt, in welchem Kontext die Aussage stand und was er damit genau meinte. Für mich ist die Sache damit erledigt."

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