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Umzingelte Stadt Madaja Hilfe erreicht vom Hungertod bedrohte Syrer

Die ganze Nacht haben Helfer Essen und Medikamente an die Bewohner von Madaja verteilt. Hunderte Hungernde wurden aus der belagerten Stadt gebracht. Die Grünen fordern Essenspakete aus der Luft.

Nach der Öffnung eines Blockaderings des syrischen Regimes sind mindestens 300 vom Hungertod bedrohte Menschen aus der von Rebellen beherrschten Stadt Madaja gebracht worden. Zudem gebe es rund 400 weitere Menschen, die wegen ihres schlechten Zustandes sofort behandelt werden müssten, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Einwohner und Verantwortliche aus Madaja hätten berichtet, dass 44 Laster mit Hilfslieferungen die Stadt erreicht hätten. Sie hätten unter anderem Nahrung und Medikamente gebracht. "Wir sind fast die ganze Nacht aufgeblieben, um den Nachschub zu verteilen", sagte ein Helfer in der Stadt. 

Rund 40.000 Menschen sind in Madaja seit sechs Monaten von syrischen Regierungstruppen und verbündeten Milizen eingeschlossen. Laut Hilfsorganisationen sind bislang mindestens 28 Menschen verhungert. Erste Eindrücke aus der Stadt zeigten die Folgen des Mangels an Nahrung und Medizin: Kinder, Frauen und ältere Männer auf den Straßen sähen "blass, schwach und dünn" aus, sagte Pawel Krzysiek, Sprecher des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK).

Madaja liegt nordwestlich von Damaskus und wird seit rund einem halben Jahr von Truppen des Regimes und der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah belagert. Hilfsorganisationen konnten eigenen Angaben zufolge zuletzt im Oktober Güter nach Madaja bringen.

Grünen-Politiker fordert Unterstützung aus der Luft

Der außenpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Omid Nouripour, forderte, die hungernde syrische Bevölkerung notfalls aus der Luft zu versorgen.

Die Lage in den vielen belagerten Städten sei dramatisch, sagte Nouripour im Deutschlandradio Kultur. Länder, die wie Deutschland mit Flugzeugen über Syrien unterwegs sind, sollten "prüfen, ob es möglich ist, Hilfe aus der Luft zu organisieren".

Es sei nicht einfach, der syrischen Bevölkerung zu erklären, "warum man bereit ist, mit Fliegern zu kommen, um Bomben abzuwerfen, aber nicht bereit ist, Essenspakete abzuwerfen", sagte Nouripur. Als Beispiel nannte er die von Regierungstruppen belagerte Stadt Madaja, in der Rebellenmilizen herrschen. Hilfsflüge in Syrien seien aber schwierig, weil sie den syrischen Regierungstruppen nicht gefielen.

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