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Spott nach der Kölner Silvesternacht Das Ausland ist voller Hohn für Deutschland

Nach den Übergriffen in Köln spottet das Ausland über Deutschland. Migranten bedeuten Probleme, hieß es aus der Slowakei. Und Polen zeigt sich fassungslos, wie deutsche Medien "zensiert" würden.

Die Aufarbeitung der Silvesternacht von Köln wird im Ausland wachsam verfolgt und teils höhnisch kommentiert. Vor allem aus osteuropäischen EU-Staaten, die sich beharrlich weigern, Flüchtlinge aufzunehmen, tönt ein spöttisches "Wir haben es Euch doch gleich gesagt" in Richtung Berlin.

Aber auch Rechtspopulisten, einschließlich des Präsidentschaftskandidaten der US-Republikaner, Donald Trump, werfen der Bundesregierung Versagen vor: Mit der Masseneinreise von Flüchtlingen gerate die Sicherheit der Deutschen in Gefahr, lautet der Vorwurf. Zudem würden negative Nachrichten über Migranten zensiert.

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Der Justizminister der rechtskonservativen polnischen Regierung, Zbigniew Ziobro, sorgte sich in einem offenen Brief an EU-Kommissar Günther Oettinger um die Sicherheit seiner Landsleute in Deutschland. Ziobro schrieb, deutsche Medien hätten tagelang Berichte über die massenhafte sexuelle Übergriffe auf Frauen unterdrückt. "Die Zensur dieser Nachrichten durch deutsche Medien hat die Öffentlichkeit auf der ganzen Welt fassungslos gemacht", schrieb er.

In dieselbe Kerbe schlug der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban. Seiner Ansicht nach werden im Namen des Liberalismus und der Gerechtigkeit negative Nachrichten über Migranten unterdrückt. "In Mitteleuropa ist die Pressefreiheit größer und tiefer, farbiger als in vielen westeuropäischen Ländern", erklärte Orban.

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In der Slowakei rechtfertigte Ministerpräsident Robert Fico die Ablehnung der Aufnahme von Migranten aus muslimischen Ländern unter anderem mit den Kölner Vorfällen: "Multi-Kulti ist eine Fiktion. Sobald man Migranten ins Land lässt, kann man solche Probleme bekommen."

"Zu viele junge Männer, die undankbar sind"

Der Chef der rechtspopulistischen UKIP in Großbritannien, Nigel Farage, erklärte, nach Deutschland seien zu viele junge Männer gekommen, "die nicht einmal den Anschein machen, den Leuten dankbar zu sein, die ihnen einen neuen Ort zum Leben geben".

Er warnte, bald könnten die "aggressiven jungen Männer" aus Köln wegen der Reisefreiheit in der EU auch nach Großbritannien kommen.

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In Frankreich twitterte die Chefin des rechtsradikalen Front National, Marine Le Pen: "Entsetzen folgt auf die Aggression von Köln. Die Würde und Freiheit der Frau ist ein hohes Gut, das wir schützen müssen."

Thematisiert werden die Vorfälle von Köln auch jenseits des Atlantiks. US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump schrieb auf seiner Facebook-Seite: "Deutschland leidet unter massiven Attacken auf seine Bürger durch Migranten, denen die Einreise erlaubt wurde. Der Jahreswechsel war ein Desaster. Denkt nach!"

Der Eintrag erntete knapp 90.000 "Gefällt-mir"-Markierungen und wurde vielfach kommentiert. Allerdings stieß Trump nicht nur auf Zustimmung. Ein Nutzer antwortete ironisch mit "Gruß aus Berlin": "Wir Deutsche helfen gerne und werden jeden US-Flüchtling aufnehmen, der aus den USA fliehen möchte, falls Donald J. Trump Präsident wird."

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Angesichts der vielschichtigen Reaktionen warnte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini bereits davor, die schockierenden Übergriffe für politische Zwecke zu instrumentalisieren. Gewalt gegen Frauen sei nicht erst durch Migranten nach Europa gebracht worden. Es gebe "gute und schlechte Menschen, unabhängig von ihrer Nationalität und ihrem Hintergrund", betonte sie.

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