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Per Facebook Kölner Polizei sorgt mit diesem Tipp für Empörung

Entrüstet reagieren viele auf einen Post der Kölner Polizei. Sie gibt darin Tipps für den Antrag zum kleinen Waffenschein. Der Vorwurf: Die Polizei will damit Selbstjustiz unterstützen.

Seit den massiven Übergriffen in der Silvesternacht rüsten die Kölner auf. Offenbar fühlen sich die Bürger in ihrer Stadt nicht mehr sicher. Doch längst geht es nicht mehr nur um Pfeffersprays. Auf ihrer Facebook-Seite berichtet die Kölner Polizei, dass immer Menschen Anträge für den kleinen Waffenschein stellen. Darüber berichtete auch der "Kölner Stadt-Anzeiger".

Die Kölner Polizei weist auf der Facebook-Seite darauf hin, bei welchen Behörden die Menschen den Antrag auf den kleinen Waffenschein stellen können und wann diese Stellen geöffnet sind. Kritiker werfen der Behörde vor, sie unterstütze so die Bewaffnung der Bürger.

Zur Zeit erreichen die Polizei Köln zahlreiche Anträge zur Erteilung eines kleinen Waffenscheines. Viele dieser Anträge...

Posted by Polizei NRW Köln on Dienstag, 12. Januar 2016
 

Das ist auch der Tenor einiger Kommentare unter dem Post der Polizei. "Wird hier jetzt dafür geworben, wie unkompliziert es ist, sich einen Waffenschein zu besorgen? Wird also Selbstjustiz unterstützt? Ist das eine Bitte der Polizei um Unterstützung? Ich bin fassungslos", schreibt eine Frau. Ein anderer kommentiert: "Perfekt! Wenn wir nicht vom Staat im ausreichendem Maße geschützt werden, dann muss man sich selbst schützen".

"Die Stimmung ist angeheizt und aggressiv"

Ein anderer Kommentator ist der Meinung, man sollte doch bitte derzeit "die Erteilung der Anträge zurückstellen", denn "derzeit ist die Stimmung so angeheizt und aggressiv, dass man das Gefühl hat, dass überall nun Rambos durch die Gegend ziehen wollen". Inzwischen hat der Veröffentlichung der Polizei schon 200 Kommentare nach sich gezogen.

Mehr zum Thema: Bürgerwehren boomen - Das Sprungbrett in die rechte Szene

Auf "Welt"-Nachfrage wollte sich die Polizei nicht zu dem Facebook-Post äußern. Die Kölner Polizei reagierte aber auf die massive Kritik und versah den Post später mit einem Zusatz: "Aufgrund der aktuellen Kommentare" möchte man darauf hinweisen, dass es "lediglich darum geht, die Arbeitsbelastung der Mitarbeiter zu reduzieren", indem Anträge bei der "örtlich zuständigen Behörde gestellt werden und nicht generell bei der Polizei Köln".

Der kleine Waffenschein erlaubt das Tragen einer Signal-, Reizgas- oder Schreckschusswaffe außerhalb der eigenen Wohnung in geladenem Zustand. Dass es nur um Reizgas- oder Schreckschusswaffen geht, beruhigt die Kommentatoren bei Facebook wenig: "Wozu sie benutzt werden, reicht mir schon! Bedrohen, einschüchtern und verletzen kann man mit einer Gaspistole wohl auch", schreibt eine Nutzerin.

Nach den Übergriffen in Köln explodierte die ohnehin hohe Nachfrage nach Verteidigungsmitteln. Pfeffersprays zählen zu Top-Sellern bei Amazon. Die Deutschen decken sich massenhaft mit Pfefferspray ein, obwohl dessen Einsatz sehr gefährlich ist.

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