Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Anschlag mit 10 toten Deutschen Die wackelige Identifizierung des Istanbul-Attentäters

Wer ist für den blutigen Anschlag auf Istanbul-Touristen verantwortlich? Die ungewöhnlich schnelle Identifizierung des Attentäters wirft Fragen auf. Auch ob der IS dahinter steckt, bleibt offen.

Der Attentäter von Istanbul ist laut Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) durch Personaldokumente von den türkischen Sicherheitsbehörden identifiziert worden. Im Interview der ARD-Tagesthemen sagte de Maiziere: "Man hat diesen Mann insoweit identifiziert, dass es ein Personaldokument gibt - aber ob dieses Personaldokument zu diesem Mann gehört, ist alles noch Gegenstand der Aufklärung."

Deutschland habe zunächst vier BKA-Beamte nach Istanbul geschickt. Diese bekämen vollen Zugang zu allen Ermittlungsergebnissen. Die Zahl der bei dem Attentat getöteten Deutschen stieg nach Angaben der Bundesregierung auf zehn. Fünf weitere Deutsche lagen noch auf der Intensivstation.

Mehr zum Thema: Warum die schnelle Täter-Identifizierung seltsam ist

Die Türkei macht für die Tat in der Nähe der weltbekannten Blauen Moschee die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) verantwortlich. Diese hat allerdings nicht die Verantwortung übernommen. Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, verwies im Interview mit dem RBB darauf, dass die Türkei "derzeit mehrere innenpolitische Konflikte hat. Einer ist der mit dem IS". Auch die kurdische Arbeiterpartei PKK habe wiederholt Anschläge in dem Land verübt. Maaßen erwähnte auch die linksextremistische Revolutionäre Volksbefreiungsfront DHKPC. Seine Behörde sei bislang jedoch nicht in die Ermittlungen eingebunden.

De Maizière: Türkische Haltung zum IS "eindeutig"

Der Selbstmordattentäter tarnte sich nach Angaben der Behörden als Flüchtling und reiste von Syrien aus ein. Der 27-Jährige wurde nach saudischen Angaben in Saudi-Arabien geboren, habe mit acht Jahren das Land verlassen und die syrische Staatsbürgerschaft. Er ließ sich laut Innenminister Efkan Ala vor einer Woche in einem Flüchtlingsbüro in Istanbul registrieren.

Am Donnerstag nahmen türkische Ermittler zwei weitere Verdächtige fest. Damit steige die Gesamtzahl der Festnahmen auf sieben, sagte Innenminister Ala in Ankara. Bereits am Abend des Attentats hatten die Behörden einen Verdächtigen festgesetzt. Am Mittwoch wurden vier weitere Personen festgenommen. Details wurden nicht bekannt.

An der Haltung der Regierung in Ankara zum IS hat de Maiziere nach eigener Aussage keine Zweifel. Der Türkei war von Kritikern vorgeworfen worden, IS-Kämpfern relativ ungehinderte Bewegungsfreiheit über die türkisch-syrische Grenze zu ermöglichen. Spätestens nach dem Verheerenden Anschlag im letzten Herbst, so de Maiziere "ist die Haltung gegen diesen islamischen Staat und die Terroristen eindeutig."

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.