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Sexuelle Gewalt in Asylbewerberheimen Gibt es bald Schutzräume für weibliche Flüchtlinge?

Im Schatten von Köln weist die Integrationsbeauftragte auf die Situation von weiblichen Flüchtlingen hin. Viele hätten Angst, allein auf die Toilette zu gehen. Die Lösung liegt auf der Hand.

Die Flüchtlingsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), hat nach den Silvestervorfällen von Köln, an denen mutmaßlich auch mehrere Asylbewerber beteiligt waren, Schutzräume für Frauen in Flüchtlingsunterkünften gefordert. Sexuelle Gewalt sei unabhängig von Nationalitäten seit jeher ein Thema bei der Einwanderung. Am Ende seien aber "immer die Frauen die Opfer", sagte Özoguz im Sender SWR.

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Eigene Flüchtlingsunterkünfte ausschließlich für Frauen seien angesichts der großen Zahl der Ankommenden "leider unrealistisch". Deswegen müsse man innerhalb der Unterkünfte eigene Schutzräume für Frauen schaffen.

Frauen trauen sich oft nur gemeinsam zur Toilette

Viele hätten schon Angst, ihr Kind alleinzulassen, während sie nur zur Toilette oder zum Duschen gingen, sagte Özoguz. Teils seien sanitäre Anlagen im Keller untergebracht und würden von Frauen aus Gründen des Schutzes nur gemeinsam aufgesucht.

Nötig sei auch, Frauen in Flüchtlingsunterkünften besser auf das Hilfenetz bei Übergriffen hinzuweisen. Die vorhandenen Anlaufstellen seien den Frauen meistens unbekannt, so die Flüchtlingsbeauftragte.

Eine Verschärfung des Sexualstrafrechts nannte Özoguz "grundsätzlich hilfreich". Es sei eine "schreckliche Erkenntnis", dass das Neinsagen einer Frau "juristisch gesehen gar nicht so richtig Konsequenzen hat", sagte die Politikerin. "Das muss geändert werden."

Generell mahnte Özoguz zu mehr Einsatz gegen Geschlechterdiskriminierung im Alltag. Wenn Männer ein "problematisches Frauenbild" hätten, müsse man dies etwa in der Schule oder am Arbeitsplatz schneller zum Thema machen.

In Rheinland-Pfalz gilt: "Wer schlägt, der geht"

In Rheinland-Pfalz soll der Schutz geflüchteter Frauen zum Schwerpunktthema werden: Integrations- und Frauenministerin Irene Alt (Grüne) kündigte dazu gezielte Fortbildungs- und Beratungsangebote an. "Es ist unvorstellbar, was Frauen auf der Flucht erleben müssen – umso wichtiger ist, dass wir ihnen jetzt wirksamen Schutz bieten", sagte Alt vor einer Tagung zu diesem Thema in Berlin.

Bereits in der Erstaufnahme müssten haupt- und ehrenamtliche Helfer für die besonderen Schutzbedürfnisse von Frauen und Kindern sensibilisiert werden, sagte Alt. In oftmals beengten Unterkünften ohne Rückzugsmöglichkeit habe auch der Wachdienst eine besondere Verantwortung.

Im vergangenen Jahr wurden drei Fälle registriert, in denen Frauen in rheinland-pfälzischen Flüchtlingsunterkünften von ihrem Partner angegriffen wurden, darunter auch ein Totschlag in Trier.

Es komme darauf an, auch auf subtile Gewalt und Unterdrückung zu reagieren – solche Fälle würden oft nicht bekannt, erklärte die zuständige Abteilungsleiterin des Ministeriums, Heike Jung.

Der im rheinland-pfälzischen Interventionsprojekt gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen (RIGG) entwickelte Grundsatz "Wer schlägt, der geht", gelte grundsätzlich auch für Gewalt in Flüchtlingsfamilien. Die Landesregierung hat für Projekte gegen Gewalt an Frauen insgesamt 3,1 Millionen Euro im Haushalt 2016 bereitgestellt.

Nach Ansicht der Integrationsbeauftragten Aydan Özoguz ist es auch wichtig, Frauen in Flüchtlingsunterkünften besser auf das Hilfenetz bei Übergriffen hinzuweisen. (Foto: DPA)

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