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"Rache" für Anschlag Türkei beschießt fast 500 IS-Stellungen

Die Türkei übt Vergeltung für den Selbstmordanschlag in Istanbul. 200 IS-Kämpfer seien bei Angriffen auf rund 500 IS-Stellungen im Irak und in Syrien getötet worden, so Ministerpräsident Davutoglu.

Als Vergeltung für den Terroranschlag in Istanbul hat die türkische Armee Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat im Irak und Syrien angegriffen. Dabei seien 200 Kämpfer getötet worden, sagte der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu. 500 Stellungen der Extremisten entlang der Grenze zu Syrien und nahe einem türkischen Feldlager im Norden des Iraks seien mit Artilleriegeschützen ins Visier genommen worden. Die Angriffe hätten in den vergangenen 48 Stunden stattgefunden.

Davutoglu sagte, die Türkei werde jede Drohung gegen sich oder seine Gäste mit noch stärkerer Gegenwehr bestrafen. Man werde mit dem Kampf fortfahren, bis der IS die türkische Grenzregion verlassen und seine Fähigkeit verloren habe, solche terroristischen Akte durchzuführen, die die heilige Religion Islam beschmutzten.

Attentäter war als Flüchtling registriert

Bei dem Anschlag eines Selbstmordattentäters vor der berühmten Blauen Moschee in Istanbul waren am Dienstag zehn deutsche Touristen ums Leben gekommen. Nach türkischen Angaben war der Attentäter ein 27 oder 28 Jahre alter Syrer. Davutoglu hatte gesagt, dass der Attentäter Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat gehabt habe. Allerdings könnten auch andere Kräfte hinter dem Attentat stecken, die den IS ausnutzten, sagte er. Der IS selbst hat sich noch nicht dazu geäußert.

Innenminister Efkan Ala hatte bestätigt, dass der Verdächtige als Flüchtling registriert war. Dabei habe er seine Fingerabdrücke abgegeben, mit denen er jetzt schnell identifiziert worden sei. Der Mann habe aber auf keiner türkischen oder internationalen Fahndungsliste mit IS-Anhängern gestanden. Die türkische Polizei nahm fünf Personen fest, die direkte Verbindungen zu dem Selbstmordattentäter haben sollen. Am Donnerstag kamen Hunderte Menschen am Tatort zusammen, um Blumen niederzulegen und der Opfer zu gedenken.

2015 war die Türkei bereits von zwei schweren Bombenattentaten getroffen worden, die dem IS zugeschrieben wurden. Im Juli wurden in Suruc an der Grenze zu Syrien mehr als 30 Menschen getötet. Im Oktober sprengten sich zwei Selbstmordattentäter bei einer Friedensdemonstration in Ankara in die Luft und rissen mehr als 100 Menschen in den Tod.

Heftige Kämpfe mit Kurden-Rebellen

Im vergangenen Jahr flammte auch der Konflikt mit den kurdischen Rebellen wieder auf, dem seither Hunderte Menschen zum Opfer fielen. Bei einem Angriff der Aufständischen auf eine Polizeiwache im Südosten der Türkei wurden am späten Mittwochabend sechs Menschen getötet und 39 weitere verletzt. Zunächst detonierte vor der Station in der Stadt Cinar eine Autobombe, wie der Gouverneur der Provinz Diyarbakir mitteilte. Danach hätten die Rebellen die Wache mit Panzerfäusten und Feuerwaffen beschossen. 

Unter den Opfern sind nach Angaben der privaten Nachrichtenagentur Dogan ein fünf Monate altes Baby und zwei weitere Kinder. Die Explosion verursachte schwere Schäden: Fenster wurden zerstört, Rollläden von Geschäften herausgerissen. Die Front des Polizeigebäudes stürzte ein. In der Provinz Mardin wurde der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge eine weitere Polizeiwache mit Panzerfäusten angegriffen. Von hier gab es zunächst keine Berichte über Opfer.

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