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Kretschmann vs. Wolf im TV-Duell Zwei Spitzenkandidaten, kein klarer Sieger

Vor laufenden Kameras duellierten sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und der CDU-Herausforderer Guido Wolf. Zwei Monate vor der Wahl im Ländle dominiert das Thema Flüchtlinge.

Rund zwei Monate vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg haben Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und der CDU-Spitzenkandidat Guido Wolf bei einem Streitgespräch jeweils ihren Regierungsanspruch bekräftigt. Er gehe gelassen in die Abstimmung am 13. März, sagte Kretschmann bei dem live im SWR übertragenen Duell. Er wolle nach fünf erfolgreichen Jahren auch weiter Verantwortung übernehmen.

Wolf sagte zu den gesunkenen Umfragewerten seiner Partei, dies sei das "übliche Spiel der Kräfte". "Als Oppositionsführer hat man es immer schwerer", meinte er in der SWR-Sendung "Zur Sache Baden-Württemberg! Extra." Wolf will seine Partei, die stärkste politische Kraft des Landes, zum Sieg führen und nächster Regierungschef werden.

Der CDU-Politiker warf dem Regierungschef Versäumnisse bei der Inneren Sicherheit und in der Flüchtlingskrise vor. Die Polizei sei nach einer Reform frustriert, es fehle an Stellen, sagte Wolf. Er forderte den Ministerpräsidenten auf, für eine Verringerung der Flüchtlingszahlen zu sorgen.

Wolf: "Illegalisierte Flüchtlinge gehören zurück in die Heimat"

"Warum sind Sie da nicht ehrgeiziger und besser unterwegs?", fragte Wolf. Wie sich die Flüchtlingsströme entwickelten, "so kann es mit Sicherheit nicht weitergehen". Mit Nachdruck verlangte er, die Hilfsbereitschaft der Menschen nicht zu überfordern sowie straffällige Asylsuchende schnellstens abzuschieben. "Illegalisierte Flüchtlinge gehören zurück in die Heimat".

Kretschmann erwiderte: "Wir schieben die ab, die wir abschieben können." Zugleich warnte er davor, etwa kranke Flüchtlinge – auch im Fall einer Straffälligkeit – abzuschieben. Die Regierung hatte zuletzt von einer Verdopplung der Rückkehrerzahlen im Vergleich zu 2014 gesprochen.

Die oppositionelle CDU verliert laut einer Umfrage an Zustimmung. Sie kommt auf 35 Prozent – zwei Punkte weniger als im Dezember, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten repräsentativen Befragung von Infratest dimap im Auftrag des Südwestrundfunks (SWR) und der "Stuttgarter Zeitung" hervorgeht.

In der Umfrage erhalten Grüne und SPD zusammen 43 Prozent, während CDU und FDP zusammen bei 41 Prozent stehen. Damit hätte weder die derzeitige grün-rote Regierung von Kretschmann noch Schwarz-Gelb eine Mehrheit. Die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) wäre mit zehn Prozent erstmals im Landtag vertreten.

Kretschmann: AfD sind Brandstifter

Wolf sagte mit Blick auf das Erstarken der neuen politischen Kraft, dass die AfD keine Probleme löse. Kretschmann bezeichnete die AfD als "Brandstifter" und lehnte die Auseinandersetzung mit der Partei in der öffentlichen Diskussionsrunde vor der Landtagswahl abgelehnt. AfD-Politiker "treten immer als Biedermann auf den Podien auf" – "in Wirklichkeit sind sie Brandstifter"

Die AfD sei nicht nur rechtspopulistisch, dazu gehörten auch "fremdenfeindliche und rassistische Leute". Kretschmann sagte: "Wir wollen ihnen nicht noch eine Bühne verschaffen."

CDU-Spitzenkandidat Wolf sagte: Das Erstarken der AfD sei auch ein Protest der Bevölkerung gegen etablierte Parteien. Die CDU wolle alles tun, um die Partei klein zu halten. "Wir müssen sie zwingen, auch Gesicht zu zeigen", sagte Wolf. Eine Auseinandersetzung mit der AfD in einer "Elefantenrunde" – einer öffentlichen Diskussionsrunde vor der Wahl – lehnte er nicht grundsätzlich ab. Das Verhalten Kretschmanns nannte der CDU-Politiker "ziemlich borniert".

Der SWR hatte nicht ausgeschlossen, dass an der "Elefantenrunde" neben den Spitzenkandidaten der im Landtag vertretenen Parteien drei Tage vor der Wahl auch der AfD-Spitzenkandidat teilnimmt. Grüne und SPD lehnten eine Teilnahme ab, wenn auch die AfD aufs Podium komme.

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