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Nariman Reinke Die klare Botschaft der deutschen Soldatin, die Muslima ist

Nach den Silvester-Übergriffen debattiert Deutschland über Konsequenzen. Jetzt meldet sich eine Bundeswehrsoldatin zu Wort. Nariman Reinke ist Deutsche und Muslima - und hat eine klare Meinung.

"Moral ist keine deutsche Errungenschaft, bei der man nochmal nachfragen müsste, ob sie schon bei uns Zugewanderten verfügbar ist", schreibt Nariman Reinke. Scharfe Worte aus der Feder einer Frau, die als Soldatin für Deutschland einsteht - und die als Muslima und Einwandererkind auch für alle Flüchtlinge steht. Die, so die junge Frau weiter, seien genauso erschüttert über die sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht, wie ganz Deutschland. Vor allem wüssten sie, dass sie nun alle misstrauisch angeschaut würden.

Ich bin deutsch und Muslima. Meine Eltern kommen aus Marokko. Wenn ich höre, dass manche der Verbrecher von Köln aus...

Posted by Deutscher.Soldat.e.V. on Donnerstag, 14. Januar 2016
 

Die Eltern der 36-Jährigen kamen vor 52 Jahren aus Marokko nach Deutschland. "Hier nochmal für alle: Nein, ich kann es trotz meines Migrationshintergrundes und meiner Religion nicht nachvollziehen, wenn Frauen vergewaltigt werden – egal von wem. Die Annahme, dass ich es könnte, ist ein Abgrund menschlicher Dummheit", schreibt Reinke in einem öffentlichen Facebook-Eintrag auf der Seite von Deutscher.Soldat.e.V.. Der Beitrag wurde bereits mehr als 6000 Mal geteilt.

Reinke will als Positivbeispiel gelten

Doch, das ist Reinke außerdem wichtig, schreibe sie diesen Text auch als Deutsche. "Ich bin stolz, Deutsche zu sein. Ganz besonders stolz war ich, als ich die Begrüßung der Flüchtlinge in München gesehen habe." Eine Feierstunde der deutschen Verfassung und der humanistischen Errungenschaften sei dies gewesen. "Die Entscheidung Flüchtlinge aufzunehmen bleibt auch richtig – trotz Köln."

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Die Ereignisse hätten ferner nichts mit unseren eigenen Werten und den Ansprüchen an uns selbst zu tun. "Alles hinzuschmeißen, weil ein Tausendstel der Flüchtlinge kriminell geworden ist, würde unser Wertesystem als Heuchelei entlarven. Man kann nicht der Vorsitzende vom Vegetarierbund sein, aber zur nächsten Schnitzelbude flüchten, wenn man eine angeschimmelte Gurke im Kühlschrank hat", vergleicht die Soldatin.

Sie selbst will mit der Geschichte ihrer Familie als Positivbeispiel gelten. "Meine Eltern sind vor 52 Jahren aus Marokko nach Deutschland gekommen. Die Konsequenz waren nicht Vergewaltigungen und Straftaten, sondern sechs neue deutsche Kinder. Meine Geschwister arbeiten als Tanzlehrer, Restaurantfachfrau und Rechtsanwaltfachangestellte und ich, ich bin deutsche Soldatin."

Weil auch viele Flüchtlinge in Deutschland bleiben und Kinder haben würden, plädiert sie abschließend dafür, diesen eine deutsche Heimat zu ermöglichen. Eine Heimat, in die sie sich einbringen und auf die sie stolz sein könnten.

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