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Blutige Geiselnahme in Burkina Faso Attentäter fuhren Autos mit Niger-Kennzeichen

Nach der blutigen Geiselnahme in Ouagadougou hat sich die Zahl der Toten auf 29 erhöht. Viele Opfer sind Ausländer. Drei der "sehr jungen" Attentäter sind mittlerweile identifiziert.

Bei dem Dschihadisten-Angriff auf ein Hotel und ein Restaurant in Burkina Faso sind nach neuesten Angaben 29 Menschen getötet worden. Das teilte Innenminister Simon Compaoré in der Hauptstadt Ouagadougou mit. Die Toten sollen aus 18 verschiedenen Ländern stammen. Zuvor hatte die Regierung die Zahl der Toten mit 26 angegeben. Bei dem Angriff in der Hauptstadt des westafrikanischen Landes wurden zudem rund 30 Menschen verletzt.

Wie der Innenminister weiter mitteilte, wurden 176 Menschen gerettet. Zuvor hatte die Regierung die Zahl der Geretteten mit 126 angegeben. Zu dem Angriff bekannte sich die Extremistengruppe Al-Mourabitoun von Mokhtar Belmokhtar, die zu Al-Kaida im Islamischen Maghreb (Aqmi) gehört. Die islamistischen Angreifer würden gegen "Feinde der Religion" kämpfen, hieß es in einer Bekennerbotschaft, wie die US-Organisation Site mitteilte.

Französische Soldaten bringen sich vor dem Splendid Hotel in Ouagadougou in Stellung. (Foto: DPA)

Nach Angaben aus Ermittlerkreisen handelte es sich bei den meisten Todesopfern um Weiße. Mindestens fünf Burkiner waren demnach unter den Toten. Auch die Frau und die fünfjährige Tochter des italienischen Café-Besitzers kamen ums Leben. Das Schweizer Außenministerium teilte mit, zwei Schweizer seien bei dem Angriff auf das Restaurant "Cappuccino" getötet worden. Zuvor hatte das französische Außenministerium mitgeteilt, zwei Franzosen seien unter den Todesopfern im Restaurant. Eine Sprecherin des Auswärtiges Amtes sagte auf die Frage, ob auch Deutsche betroffen sind: "Das Auswärtige Amt und die Botschaft in Ouagadougou bemühen sich mit Hochdruck um Aufklärung."

Junge Attentäter mit Niger-Kennzeichen

Compaoré zufolge wurden die Leichen von drei Angreifern identifiziert. Alle seien Männer. Sie seien "sehr jung" gewesen, "höchstens 26 Jahre alt". Aus Sicherheitskreisen hatte es zuvor geheißen, es seien mindestens vier Dschihadisten an dem Angriff beteiligt gewesen, darunter zwei Frauen. Laut dem burkinischen Innenminister waren die Angreifer in Fahrzeugen gekommen, die im Nachbarland Niger registriert sind.

Außer dem Restaurant "Cappuccino" hatten die Dschihadisten am Freitagabend das schräg gegenüber liegende Hotel "Splendid" angegriffen. Am Samstagmorgen beendeten Sicherheitskräfte den Angriff nach zwölf Stunden gewaltsam.

Am Freitag wurde zudem in Baraboulé im Norden von Burkina Faso ein australische Ehepaar von mutmaßlichen Dschihadisten entführt. Der Arzt und seine Ehefrau leben nach Angaben eines Bewohners seit 1972 in der Stadt Djibo am Rande der Sahelzone.

Islamischer Terror ist neu in Burkina Faso

Das westafrikanische Burkina Faso galt bislang als relativ sicheres Land. Der arme Binnenstaat grenzt allerdings an Mali, wo vor allem im nördlichen Saharagebiet radikale Islamisten aktiv sind. Der Angriff vom Freitag erinnerte stark an eine ähnliche Attacke vor knapp zwei Monaten in Malis Hauptstadt Bamako. Dort hatten sunnitische Fundamentalisten viele Menschen in einem bei Ausländern beliebten Hotel, dem Radisson Blu, als Geiseln genommen. Rund 20 Menschen wurden getötet. Auch für diese Tat wurden mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbundene Islamistengruppen verantwortlich gemacht.

Burkina Fasos Langzeitpräsident Blaise Compaoré floh nach anhaltenden Massenprotesten im Oktober 2014 außer Landes. Auf ihn folgte eine von Michel Kafando geführte Übergangsregierung, die im September mit Mühe und Not einen Militärputsch durchstand. Im November fanden erstmals wieder freie Wahlen statt, aus denen der Oppositionspolitiker und frühere Regierungschef Roch Marc Christian Kaboré siegreich als Präsident hervorging. Der mehrheitlich muslimische Binnenstaat - der unter anderem an Mali, Ghana, Niger und die Elfenbeinküste grenzt - gehört einem umfassenden UN-Index zufolge zu den fünf ärmsten Ländern der Welt. 

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