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Empörung über Inzest-Fatwa Türken dürfen Töchter doch nicht "mit Wollust küssen"

In der Türkei löste die Fatwa zu sexueller Lust auf die eigene Tochter eine Welle der Empörung aus. Nun rudert das Religionsamt zurück. Das Missverständnis beruhe auf einem Übersetzungsfehler.

Eine Fatwa der Religionsbehörde Diyanet zu sexueller Lust auf die eigene Tochter hat in der Türkei für Empörung gesorgt – nun erklärt Amtsleiter Mehmet Görmez die skandalöse Aussage mit einem Übersetzungsfehler.

In der vergangenen Woche antwortete die Behörde auf die Anfrage eines Gläubigen unter anderem, dass es aus Sicht mancher muslimischer Strömungen keinen Einfluss auf die Ehe habe, "wenn der Vater seine Tochter mit Wollust küsst".

Es sei ebenfalls keine Sünde, wenn ein Vater seine Tochter "ansieht und dabei Lust empfindet". Das Mädchen müsse aber "älter als neun Jahre" sein.

Website geht offline

Die Internetseite mit der Fatwa wurde nach einem Sturm der Empörung aus dem Netz genommen, Screenshots sind aber weiter im Umlauf. Görmez sagte im staatlichen Fernsehsender TRT, die Antwort basiere auf einer falschen Übersetzung aus dem Arabischen. Die Standardantwort seiner Behörde bei entsprechenden Anfragen laute, dass inzestuöse Lust eine "pathologische Anomalie" sei.

Diyanet ist bei liberalen Türken umstritten. Zu Jahresbeginn rief die Behörde verlobte Paare dazu auf, nicht Händchen zu halten, da der Islam das nicht billige. Diyanet ist die höchste islamische Autorität in der Türkei und verwaltet die mehr als 85.000 Moscheen im Land.

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