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Jürgen Mathies bald Polizeipräsident in Köln? Früherer Streifenpolizist soll Chef werden

Wegen der Übergriffe zu Silvester musste Kölns Polizeipräsident zurücktreten. Jetzt ist ein Nachfolger gefunden. Der kennt den Polizeialltag wie kein anderer.

NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) will am Dienstag dem Landeskabinett Jürgen Mathies als Nachfolger von Polizeipräsident Wolfgang Albers vorschlagen. Aktuell ist der 54-Jährige Direktor des Landesamtes für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) in Duisburg. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Polizeikreisen. Zuvor hatten mehrere Medien über die Personalie berichtet.

Wer Polizeipräsident in Nordrhein-Westfalen wird, bestimmt die Landesregierung: Der Innenminister macht einen Personalvorschlag, über den das Kabinett dann entscheidet. Jäger hatte Albers am 8. Januar auch wegen der Informationspolitik der Polizei nach den massiven sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht in den einstweiligen Ruhestand versetzt.

Jürgen Mathies soll neuer Polizeipräsident in Köln werden. (Foto: dpa)

"Jürgen Mathies ist ein erfahrener Polizeipraktiker", sagte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Arnold Plickert, laut Mitteilung. "Mit ihm wird ein Polizist an die Spitze der größten Polizeibehörde in NRW gestellt, der in der Lage ist, das Vertrauen der Bevölkerung in die Polizei wieder herzustellen." Die GdP lobte Jäger für die rasche Entscheidung über die Personalie.

Erarbeitete Rahmenkonzept der WM 2006

Mathies ist seit 1977 Polizist. Nach seiner Ausbildung wurde er zunächst im Wachdienst beim Polizeipräsidium Köln eingesetzt und fuhr im Streifenwagen durch die Domstadt. Später studierte er an der Polizei-Führungsakademie in Münster und war im Innenministerium Einsatzreferent und Vertreter des Inspekteurs der Polizei.

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Von 2001 bis 2006 war er für die Erarbeitung der polizeilichen Rahmenkonzeption für die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland mitverantwortlich. Seit 2007 ist er Leiter des LZPD in Duisburg. Das LPZD ist unter anderem für die landesweite Koordinierung der Einsätze von Bereitschaftspolizei und Spezialeinheiten zuständig.

In der Silvesternacht hatte die Landesleitstelle des LPZD dem Polizeipräsidium Verstärkung angeboten. Dies habe die Kölner Polizei jedoch nicht für erforderlich gehalten, heißt es in einem Bericht des Innenministeriums zu den Kölner Vorfällen.

Für die massenhaften sexuellen Übergriffe werden insbesondere nordafrikanische Täter verantwortlich gemacht. Landes-Polizei und Staatsanwaltschaft haben bislang 21 Beschuldigte ermittelt. Acht Verdächtige sitzen derzeit in Untersuchungshaft. Von den bislang 883 Opfern liegen den Ermittlern insgesamt 766 Strafanzeigen vor. 497 der Geschädigten zeigten laut Staatsanwaltschaft Sexualdelikte an.

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