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US-Republikaner Palin hilft Trump im Wahlkampf

Es ist eine außergewöhnliche Kombination: Sarah Palin wird dem Republikaner Donald Trump bei seiner Präsidentschaftsbewerbung helfen. Trump verfolgt damit ein ganz bestimmtes Ziel.

Donald Trump hat nun den ersten prominenten Namen aus der republikanischen Partei als Unterstützer gewonnen. Sarah Palin, ehemalige Gouverneurin von Alaska und John McCains Mitstreiterin als Vizepräsident-Kandidatin im Jahr 2008, hat sich hinter den Immobilienmogul gestellt und ein so genanntes "endorsement" abgegeben. Am Dienstagabend Ortszeit gab sie ihre Entscheidung bei einer Trump-Wahlkampfveranstaltung in Ames in Iowa selbst bekannt. "Jetzt ist Schluss damit, um den heißen Brei herumzureden, unsere Truppen verdienen den besten! Ihr verdient den besten", rief sie den Trump-Fans zu. "Ich bin hier, um den nächsten Präsidenten der Vereinigten Staaten zu unterstützen: Donald Trump."

Palins Entscheidung ist ein herber Schlag für Trumps derzeit stärksten Herausforderer Ted Cruz. Denn Palin hat sowohl beim Tea-Party-Flügel der Republikaner viele Anhänger wie auch bei den Evangelikalen, die der Erzkonservative Cruz als seine wichtigste Unterstützergruppe innerhalb der Partei ansieht. Entsprechend enttäuscht fiel denn auch die Reaktion seiner Kampagne aus. Als die ersten Gerüchte über Palins Entscheidung am Dienstag die Runde machten, sagte der Sprecher von Cruz auf CNN, das wäre ein Schlag für Palin selbst. "Sarah Palin ist eine Vorreiterrin der konservativen Sache gewesen, und wenn sie Donald Trump unterstützen würde, dann würde sie jemandem helfen, der sein ganzes Leben lang linke Ansichten vertreten hat – etwa was die Heiligkeit des Lebens, die Ehe oder Abtreibung anbelangt", meinte Rick Tyler.

Nachdem sich das Gerücht dann bestätigte, versuchte Cruz persönlich gute Miene zum bösen Spiel zu machen. "Ich liebe Sarah Palin, Sarah Palin ist fantastisch, ohne ihre Freundschaft und ihre Unterstützung würde ich heute nicht im Senat sitzen", meinte Cruz. Er werde immer ein "großer, großer Fan bleiben". Tatsächlich hatte Palin Cruz' Senatskampagne im Jahr 2012 unterstützt, was ihm damals einen wichtigen Schub gegeben hatte.

 

Wie Palin Trump nützt – und umgekehrt

Palins Endorsement dürfte Trump vor allem bei den Evangelikalen helfen. Die tendieren zwar schon zu ihm, aber Trump gilt nicht als sonderlich religiös, weshalb unklar ist, wie stabil die Religiösen tatsächlich hinter Trump stehen werden. "Die Marke Palin ist unter Evangelikalen so golden wie die Wasserhähne im Trump Tower", sagte etwa Ralph Reed, Kopf der "Faith and Freedom Calition", einer Dachorganisation der religiösen Rechten in Amerika, der "New York Times". Palin jedenfalls ging bei ihrem Auftritt in Ames auch auf den Vorwurf ein, Trump sei nicht konservativ genug. "Er ist nach links wie nach rechts abtrünnig geworden", sagte Palin, "Deshalb steht er so gut da! Er war in der Lage, dieser Idee des Systems den Schleier vom Gesicht zu reißen."

Es gibt auch Stimmen bei den Konservativen, die sagen, nicht Trump, sondern Palin profitiere von dieser Entscheidung. Es ihr Versuch, wieder an Relevanz zu gewinnen in der Partei. Schließlich hatte Fox News Palin im Juni aus dem Programm genommen, weil die Manager des konservativen Senders der Meinung waren, dass sie an Bedeutung verliere. Auch ihr Super-PAC "SarahPAC" ist nicht zu einer wichtigen Kraft im Präsidentschaftsrennen geworden. "Das ist ehrlich gesagt mehr ein Gewinn für Palin als für Trump", meint etwa der konservative Publizist Daniel Horowitz gegenüber "Politico".

Für Iowa, den konservativen ersten Vorwahlstaat, kann Palin Trump aber durchaus nützlich sein. "Über die Jahre hinweg hat Palin viele Beziehungen in Iowa kultiviert", sagte Craig Robinson der "New York Times", ehemaliger Generalsekretär der Partei in dem ländlichen Staat. "Es gibt die Tea-Party-Aktivisten, die immer noch denken, dass sie großartig ist und ein frischer Windstoß, aber sie hat auch gute Arbeit geleistet beim Pflegen von rebublikanischen Spendern in diesem Staat."

Wie halten sie es miteinander aus?

Möglicherweise macht Palin sich Hoffnung auf einen Ministerposten unter Trump als Präsidenten. Im Juli hatte Trump schon in einem Radiointerview gesagt, dass er die Frau aus Alaska gerne in seiner Regierung hätte. Palin hatte ihrerseits vor Monaten schon Interesse am Energieministerium bekundet.

Trump und Palin sind sich jedenfalls einigermaßen ähnlich. Beide lieben es, kontroverse Dinge zu sagen, die moderaten Establishment-Republikanern gegen den Strich gehen, dafür aber der Basis gefallen. Beide waren Stars in Reality-TV-Shows und haben Bestseller geschrieben. Und beide haben eher Lust am bombastischen Auftritt als an politischer Substanz. Und beide besitzen das Talent, Massen zu begeistern.

Da beide aber auch über ein starkes Ego verfügen, ist es fraglich, wie lange sie es tatsächlich miteinander aushalten als politische Partner. Trump duldet ja bei seinen Wahlkampfauftritten ohnehin niemanden neben sich. Eins jedenfalls dürfte klar sein: wenn beide ins selbe Megaphon rufen, wird die Trump-Kampagne noch etwas lauter werden. Und der Fettnäpfchenquotient dürfte weiter steigen. Oder, wie Palin sagt: "Das wird. so. viel. Spaß machen." Der Schlagzeilennachschub der Trump-Kampagne dürfte jedenfalls auf längere Zeit gesichert sein.

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