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Donald Trump for President Von der Lachnummer zum Favoriten

Donald Trumps Chancen steigen. Der US-Milliardär könnte tatsächlich Präsidentschaftskandidat der Republikaner werden. Ein Experte bietet eine verblüffende Erklärung für die guten Umfragewerte.

Monatelang hatten politische Analysten in den USA vorausgesagt, dass sich das Phänomen Donald Trump irgendwann erschöpfen werde und dass sich dann wie üblich der Kandidat des republikanischen Establishments durchsetzen werde. Auf diesen Moment wartet Amerika allerdings noch immer. Die ersten Vorwahlen stehen vor der Tür und Donald Trump hat laut den von RealClearPolitics ermittelten Durchschnittswerten der wichtigsten Umfragen immer noch landesweit einen komfortablen Vorsprung von 15 Prozent bei republikanischen Wählern.

Und wer geglaubt hatte, Trump schieße sich mit seinen anstößigen Bemerkungen über Einwanderer, Frauen oder Muslime irgendwann selbst ins Aus, sieht sich eines Besseren belehrt. Stattdessen zeigen etwa die Umfragen von NBC und Wall Street Journal einen beunruhigenden Trend. Während im vergangenen März nur 23 Prozent der republikanischen Wähler gesagt haben, sie könnten sich vorstellen für Trump zu stimmen, sind es inzwischen schon 65 Prozent. Entsprechend ist die Zahl derjenigen, die sich überhaupt nicht vorstellen konnten, Trump zu wählen, stark gesunken.

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Es ist also langsam an der Zeit, sich darauf einzustellen, dass das passieren könnte, was vor Monaten noch undenkbar schien: dass Trump tatsächlich als Kandidat der Republikaner ins Rennen ums Weiße Haus gehen könnte.

Doch was macht Trumps Attraktivität aus, warum laufen diesem aufgeblasenen Prahler so viele Menschen hinterher? Die Experten haben eine Reihe von Erklärungen parat. Viele Amerikaner leiden unter dem derzeitigen Zustand ihres Landes, unter dem seit Jahrzehnten stagnierenden Einkommen der Mittelschicht und dem Gefühl, dass der amerikanische Traum für viele unerreichbar geworden ist.

Das ist verbunden mit einem tiefen Misstrauen gegen die Eliten in Politik und Wirtschaft und Wut auf das, was viele als Verschwörung gegen den einfachen Mann ansehen – ein Gefühl, das bei den Demokraten ebenfalls weit verbreitet ist und den erstaunlichen Erfolg des Sozialisten Bernie Sanders erklärt.

Der Kandidat der verängstigten Autoritären

Trump punktet mit seinen Antieinwanderungspositionen zudem vor allem bei den schlechter gebildeten Weißen, die das Gefühl haben, die Verlierer der rasant voranschreitenden Multikulturalisierung des Landes zu sein, so ein gängiges Erklärungsmuster. Das sind jedoch Begründungen, die laut dem Umfrageexperten Matthew MacWilliams zu kurz greifen.

Weder die ethnische Zugehörigkeit, noch das Einkommen, das Alter, das Geschlecht, die Ideologie oder der Bildungsstand seien verlässliche Indikatoren dafür, ob jemand dazu neigt Trump gut zu finden oder nicht, schreibt er in einem Essay in "Politico". Er hat in seinen Umfragen nur zwei Indikatoren gefunden, die auf statistisch relevante Weise mit Sympathien für den Immobilienmogul korrelieren: eine Neigung zum Autoritarismus und die Angst vor Terror.

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Dabei seien autoritäre Charaktere keineswegs nur bei den Republikanern zu finden, schreibt MacWilliams. In seit 1992 durchgeführten nationalen Erhebungen hätten sich viele Autoritäre auch mit den Demokraten oder Unabhängigen identifiziert. "Bei den demokratischen Vorwahlen im Jahr 2008 hat der Politikwissenschaftler Marc Hetherington herausgefunden, dass autoritäre Neigungen eine größere Rolle spielten als Einkommen, Ideologie, Geschlecht, Alter und Bildungsgrad um vorauszusagen, ob Wähler Hillary Clinton oder Barack Obama vorzogen", schreibt MacWilliams.

Allerdings seien in den vergangenen 14 Jahren immer mehr Autoritäre von den Demokraten zu den Republikanern übergelaufen. Seinen Untersuchungen zufolge gehörten wahrscheinliche republikanische Wähler heute zu 49 Prozent in die Spitzengruppe der autoritären Überzeugungen, bei den Demokraten seien es nur halb so viel. Unter den Unabhängigen seien es 39 Prozent, die deshalb ebenfalls für Trumps Botschaften empfänglich seien. Und je mehr ein Wähler nach dem Anschlag von San Bernardino im Dezember Angst vor Terror hat, desto eher sei er auch für Trumps Vorschläge empfänglich, selbst wenn er über keine ausgeprägt autoritären Züge verfügt.

Begeistert ist wohl untertrieben: Trump-Unterstützerin Robin Roy (M.) hat gerade in Massachusetts Donald Trump getroffen. (Foto: REUTERS)

Die Trump-Bewegung ähnelt dem Front National

Um herauszufinden, wer autoritären Denkmustern folgt, stellen Meinungsforscher in den USA Fragen zur Kindererziehung. Was ist Ihnen lieber, ein Kind das respektvoll ist, oder ein unabhängiges Kind? Ein folgsames oder ein eigenständiges? Wohlverhalten oder Infragestellen? Mit guten Manieren oder neugierig? Wer in allen vier Fällen die erste Version wählt, gilt als stark autoritärer Charakter.

Anders als in anderen politischen Umfragen hat MacWilliams in seiner Erhebung in den ganzen USA diese Fragen mit einbezogen und einen Zusammenhang zwischen autoritären Überzeugungen und Unterstützung für Trump herausgefunden. Es ist die Sehnsucht nach dem starken Mann.

Die Trump-Bewegung würde demnach autoritären populistischen Bewegungen in Europa ähneln, die in vielen Ländern ebenfalls die Wut gegen das Establishment kanalisieren wie etwa Marine Le Pens Front National in Frankreich. "Die Unterstützung für Trump ist tief verwurzelt im amerikanischen Autoritarismus", schreibt MacWilliams. "Und wenn dieser einmal aufgeweckt ist, dann ist er eine Kraft, mit der man rechnen muss."

Ob dieses Erklärungsmuster das Phänomen Trump ausreichend ausleuchten kann, sei dahingestellt. Es bietet jedoch eine interessante neue Antwort auf die ungläubige Trump-Frage: Was zum Henker ist bloß mit den Amerikanern los?

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