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"Natürliche Nachfolgepartei" Die AfD will die neue CDU werden

Die AfD schwimmt nach guten Umfragewerten oben auf. Ihr Niedersachsen-Chef sieht sie sogar als Erbin der CDU. Die Union habe sich durch mangelnde Inhalte und ihr Personal selbst geschwächt.

Die Alternative für Deutschland (AfD) gibt sich nach guten Umfragewerten selbstbewusst und will die CDU als konservative Kraft beerben. "Ich halte uns für die natürliche Nachfolgepartei der Christlich Demokratischen Union Deutschlands", sagt Niedersachsens AfD-Landeschef Armin Paul Hampel in einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die CDU habe sich "durch mangelnde Inhalte und ein Personal-Tableau, das nicht mehr überzeugt, selbst ins Abseits gestellt".

Hampel hat sich ehrgeizige Ziele für das Abschneiden der AfD bei den anstehenden Wahlen gesetzt: "Wir wollen 2018 auch in Niedersachsen zweistellig werden, wie sich das in anderen Bundesländern schon andeutet."

In bundesweiten Umfragen hat die Partei, die von der Flüchtlingskrise profitiert, deutlich zugelegt und erreicht zehn bis elf Prozent. Die aktuelle Insa-Umfrage sieht die AfD sogar bei 12,5 Prozent - ein neuer Rekordwert für die rechtskonservative Partei. CDU/CSU hingegen verlieren im Vergleich zur Vorwoche 2,5 Prozentpunkte auf 32,5 Prozent, ein Allzeittief. Es gilt als sicher, dass die AfD am 13. März bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt in die Parlamente ziehen wird. In Niedersachsen ist die AfD nicht im Landtag vertreten.

Integration von 1,1 Millionen Flüchtlingen "wird nicht funktionieren"

In der Flüchtlingsdebatte sprach sich Hampel gegen den Vorschlag von SPD-Chef Sigmar Gabriel aus, afrikanischen Ländern die Entwicklungshilfe zu kürzen, wenn sie abgeschobene Migranten nicht zurücknehmen. "Das ist Unsinn", sagte Hampel. "Entwicklungshilfe zu kürzen ist nicht im Sinne dieser Länder und nicht in unserem Sinne." Europa müsse stattdessen afrikanischen Ländern freien Zugang zum Weltmarkt gewähren, um deren Wirtschaft zu unterstützen. 

Der Chef der AfD in Niedersachsen, Armin Paul Hampel, sieht seine Partei als Erbin der CDU. (Foto: dpa)

Um den Flüchtlingsstrom aus Syrien und dem Irak zu verringern, müsse Europa "mit robusten UN-Mandaten dort Schutzzonen schaffen für Menschen, damit sie dort sicher leben können". Die Integration von 1,1 Millionen Flüchtlingen, die Deutschland im vergangenen Jahr aufgenommen habe, "wird nicht funktionieren", sagte Hampel.

AfD profitiert von Pegida

Der Dresdner Politikwissenschaftler Hans Vorländer glaubt, dass die Mitte der Gesellschaft für die fremdenfeindliche Pegida-Bewegung anfällig ist und dass die Bewegung der AfD bei kommenden Wahlen "mehr Stimmen sichern" wird. Auch wenn es zwischen AfD und Pegida keine unmittelbare Allianz gebe, sieht er in der AfD den "parlamentarischen Arm" der Bewegung. Vorländer erarbeitete zusammen mit anderen eine wissenschaftliche Studie zur Pegida-Bewegung.

Die fremdenfeindliche Bewegung sei ein "Ausdruck allgemeiner Unzufriedenheit mit der Politik und im Speziellen mit der Flüchtlingspolitik", sagte Vorländer. Für die Parolen der selbsternannten "Retter des Abendlandes" sei eben nicht nur der Rand, sondern "die Mitte der Gesellschaft anfällig". "Die Mitte muss gehalten werden", mahnte Vorländer.

Unterschied zwischen Rednern und Teilnehmern

Dass Hass-Reden etwa gegen Politiker, Flüchtlinge und Journalisten von den Demonstrationsteilnehmern akzeptiert werden, bezeichnete Vorländer als ein "Phänomen, das nicht wirklich nachzuvollziehen ist". Er erklärt es mit einer Unterscheidung zwischen Rednern und Teilnehmern. In der Tat werde eine radikale Rhetorik gepflegt, die aber von den Teilnehmern nur zum Teil geteilt werde, sagte Vorländer.

Auch würden Reden von einigen Demonstranten akustisch gar nicht wahrgenommen, sie hörten den Protagonisten gar nicht zu. Dagegen pflegten sie mit den regelmäßigen Kundgebungen "eine Form ritueller Gemeinschaftsförderung". Das "wöchentliche montägliche Ritual" sei ihnen wichtig, zum Teil unterhielten sich Teilnehmer vor allem untereinander.

Pegida sei geprägt von "einer gänzlichen Anti-Haltung", mache jedoch selbst keine konstruktiven Angebote, sagte der Politikwissenschaftler. Die fremdenfeindliche Bewegung hätte geschätzt zwischen 3000 bis 4000 Anhänger weniger, wenn es die Flüchtlingskrise nicht gebe, ist Vorländer überzeugt. Letztere habe jedoch der Bewegung im Herbst 2015 "neues Leben eingehaucht". Derzeit "sieht es nicht so aus, dass Pegida verschwindet", so der Wissenschaftler.

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