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Syrer im Kofferraum versteckt Britische Mutter als Schleuserin zu Haft verurteilt

Für rund 650 Euro erklärte sich eine Britin bereit, einen Teenager von Calais aus im Auto nach Großbritannien zu schleusen. Doch der Versuch missglückte. Das Ergebnis: Haft und Einreiseverbot.

Weil sie einem syrischen Jugendlichen bei der Flucht nach Großbritannien helfen wollte, ist eine Britin von einem französischen Berufungsgericht zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Ein Gericht in Rouen verhängte am Mittwoch gegen die 41-jährige Mutter Roisin B. eine einjährige Haftstrafe, von der neun Monate zur Bewährung ausgesetzt wurden.

Sie hatte einen 15-jährigen Syrer im Kofferraum ihres Autos versteckt, um ihn auf einer Fähre heimlich von Frankreich nach Großbritannien zu bringen. Die französischen Behörden stoppten die Frau in der nordwestfranzösischen Hafenstadt Dieppe, bevor sie an Bord der Fähre nach Newhaven fahren konnte.

B., die in einem Londoner Vorort als Kellnerin und gelegentlich als Begleitdame arbeitet, hatte zuvor das als "Dschungel" bekannte berüchtigte Flüchtlingslager in der französischen Hafenstadt Calais besucht. Die dortigen Zustände kannte sie bereits von früheren Besuchen als freiwillige Helferin.

41-Jährige will aus "humanitären Gründen" gehandelt haben 

Nach Angaben der französischen Behörden nahm die Britin von einem in Großbritannien lebenden Iraker 500 Pfund (650 Euro) an, um den syrischen Jugendlichen über den Ärmelkanal zu schmuggeln. Sie habe sich dazu aus "humanitären Gründen" bereit erklärt, gab die 41-Jährige an.

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In erster Instanz war die Britin im November zu einem Jahr Haft verurteilt worden. In dem Berufungsprozess wurde die Strafe nun verringert. In Anrechnung der Zeit, die sie bislang bereits in Haft verbrachte, dürfte sie am 12. Februar frei kommen. Sie darf allerdings fünf Jahre lang nicht mehr nach Frankreich einreisen.

Vergangene Woche war der britische Ex-Soldat und freiwillige Helfer Robert Lawrie von einem französischen Gericht zu tausend Euro Strafe verurteilt worden, weil er versucht hatte, ein vierjähriges Mädchen aus Afghanistan aus dem Lager in Calais zu Verwandten nach Großbritannien zu bringen. Anders als die britische Kellnerin hatte er dafür allerdings kein Geld angenommen.

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