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Saudi-Arabien Kranker König Salman fährt einen harten Kurs

Als vor einem Jahr der neue saudische König Salman den Thron bestieg, erwarteten alle, dass er das Land auf dem bisherigen Kurs halten würde. Doch damit lagen sie falsch.

Binnen Stunden nach der Thronbesteigung gab der neue Monarch seinem nicht einmal 30 Jahre alten Sohn Mohammed bin Salman den einflussreichen Posten des Verteidigungsministers, um dann das Land während der folgenden zwölf Monate in eine neue Richtung zu lenken.

Generationswechsel in der politischen Elite

Im Inland brachte Salman eine neue Generation in Führungspositionen, als er den 53 Jahre alten Adel al-Dschubeir zum Außenminister ernannte und drei Monate nach der Thronbesteigung den 56-jährigen Mohammed bin Najef als Kronprinz einsetzte. "Die Mentalität der Leute an der Regierung hat sich sehr verändert", sagt Iman Fallata von der Baladi Initiative, die für die Regierung die Teilnahme von Frauen an den Kommunalwahlen vorbereitete.

Den Prinzen in Saudi-Arabien geht es immer noch sehr gut. (Foto: Reuters)

Doch zugleich brach Salman mit dem vorsichtigen Reformkurs seines Vorgängers. Trotz des Generationenwechsels versuche er "den sozialen Wandel nicht in der gleichen Weise voranzutreiben wie Abdullah", auch kümmere er sich weniger um den Westen oder die liberale Elite, sagt ein westlicher Diplomat. Zugleich zwang der Verfall des Ölpreises Salman zu schmerzhaften Einschnitten bei Subventionen und Gehältern sowie Reformen, um das Land weg von der Abhängigkeit vom Öl zu führen.

Saudi-Arabien reagiert aggressiv 

Vor allem aber hat das Königreich unter Salman international einen aggressiven Kurs eingeschlagen, insbesondere gegenüber seinem schiitischen Rivalen Iran. "Die wichtigste Änderung ist meiner Meinung nach die bestimmtere Außenpolitik", sagte Adam Baron vom European Council on Foreign Relations. "Die Saudis haben eine viel stärkere Führungsrolle in der Region übernommen, angetrieben vom Gefühl eines zunehmenden Machtvakuums und der Sorge vor dem Einfluss des Iran."

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So intervenierte Saudi-Arabien im März an der Spitze einer Allianz arabischer Länder mit Luftangriffen im Jemen, um die Huthi-Rebellen zurückzudrängen, die weite Gebiete unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Im Sommer entsandte das Bündnis auch Bodentruppen - mit begrenztem Erfolg. Die humanitären Folgen der Intervention sind groß, doch kontrollieren die Huthis noch immer die Hauptstadt. Laut Baron wird der Einsatz "die Arabische Halbinsel über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte weiter prägen".

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Erzfeind Iran fest im Visier

Hintergrund der Intervention war, dass Riad fürchtete, dass die schiitische Huthi-Bewegung den Jemen näher an den Iran heranführt. Auch im Irak und Syrien sieht Riad seinen Rivalen auf dem Vormarsch. Die Krise mit dem Iran wurde noch verschärft, als im September beim größten Unglück in der Geschichte des Hadsch 2300 Pilger ums Leben kamen, darunter hunderte Iraner. Teheran warf daraufhin dem Königreich, das für die Organisation der Pilgerfahrt zuständig ist, Inkompetenz vor.

In dem Konflikt mit Teheran fühlt sich Saudi-Arabien "im Stich gelassen von einem langjährigen Freund", wie ein Diplomat bemerkt. Riad ist wütend, dass die USA mit dem Iran ein Atomabkommen geschlossen haben, das vor wenigen Tagen zur Aufhebung wichtiger Sanktionen führte. In dieser Situation suchte Riad den Schulterschluss mit anderen sunnitischen Staaten und verkündete im Dezember überraschend die Bildung einer Koalition aus 34 islamischen Ländern "gegen den Terrorismus".

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Zugleich bemühte sich Riad, seine Position im Syrien-Konflikt zu stärken, indem es dutzende syrische Oppositions- und Rebellengruppen zu Beratungen nach Riad einlud. Und Anfang Januar richtete Riad trotz vorheriger Warnungen des Iran den oppositionellen schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr hin. Als bei Protesten in Teheran ein Mob die saudiarabische Botschaft angriff, brach Riad die Beziehungen ab. Dass die Führung in Teheran den Angriff umgehend verurteilte, half auch nichts.

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