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Ein Jahr nach ihrem Verschwinden Jugendliche "Dschihadi-Bräute" sind schon Witwen

Vor elf Monaten machten sich drei Schulmädchen aus London auf nach Rakka, um IS-Kämpfer zu heiraten. Ihre Familien wissen wenig von ihrem Schicksal, aber zwei der Teenager sind bereits verwitwet.

Ein Jahr ist es her, dass Amira Abase, Kadiza Sultana und Shamima Begum ihre Familien zurückließen, um in Syrien "Dschihadi-Bräute" zu werden. Sie waren damals zwischen 15 und 16 Jahren alt. Jetzt sprach "Vice News" erneut mit den Angehörigen, nachdem der Mediendienst bereits eine Dokumentation über die Mädchen gedreht hatte.

Tasnime Akunjee, Anwalt von zwei der Familien, verrät: Nicht nur wurden die Mädchen innerhalb von zwei Monaten mit IS-Kämpfern verheiratet, zwei der Ehemänner sind inzwischen schon gestorben.

Seit Mitte Dezember haben die Angehörigen nichts von den abtrünnigen Teenagern gehört. Die Familien der drei Einserschülerinnen, die vor knapp einem Jahr auf eigene Faust von London nach Syrien reisten, sind besorgt. Bei ihrem letzten Telefonat hatten die Mädchen laut Akunjeee von Bomben in der Nähe berichtet.

Polizei befragte die Mädchen vor dem Verschwinden

In einem kurzen Video-Interview äußern sich die Angehörigen von Amira Abase und Kadiza Sultana auch zu Versäumnissen der Behörden. Denn in der Schule wurde vor deren Verschwinden schon Verdacht geschöpft, weil sich zuvor ihre Schulfreundin Sharmeena Begum (nicht mit Shamima verwandt) auf den Weg nach Syrien gemacht hatte.

Das erfuhren die Angehörigen von Kadiza erst, als die drei Schülerinnen längst fort waren und sie ihre Sachen durchsuchten. So fanden sie einen Brief, der verriet, dass die Mädchen in diesem Zuge bereits von der Polizei befragt worden waren. Als die Familien das herausfanden, war es schon zu spät.

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"Hätten Sie davon gewusst, was hätten Sie getan?", fragt Reporter Ben Bryant im Interview. "Ich wäre besorgt um ihre Sicherheit gewesen und hätte sie im Auge behalten", sagt Halima Kahnom, die Schwester von Sultana. "Ich hätte versucht mir ihr und der Schule zu kommunizieren."

Für die Familien steht fest, hätten sie rechtzeitig von den Gesprächen mit den Behörden gewusst, wäre ihnen zumindest der Hauch einer Chance geblieben, die Mädchen vor ihrem Schicksal zu bewahren.

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