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Islam-Prediger zu Übergriffen in Köln "Die müssen abhauen. So darf sich niemand benehmen"

Erst wurde der Prediger Sami Abou-Yusuf verdächtigt, sexuelle Übergriffe gegen knapp bekleidete Frauen zu verharmlosen. Jetzt distanziert er sich von den angeblichen Aussagen.

Werden die sexuellen Übergriffe der Silvesternacht von muslimischen Predigern gerechtfertigt? Diese Frage geistert derzeit durch die Öffentlichkeit. Der Grund: Ein russischer Fernsehsender berichtete vom "Imam" einer Kölner Moscheegemeinde, er habe die Misshandlungen von Köln verharmlost und sogar gerechtfertigt. Im Gespräch bestreitet der Kölner Prediger Sami Abou-Yusuf das rundum.

Herr Imam…

Sami Abou-Yusuf:…Entschuldigung, ich bin kein Imam.

Als solcher sind Sie von einem russischen TV-Sender jüngst aber bekannt gemacht worden.

Abou-Yusuf: Ja, aber der russische Journalist hat sich nicht genug Zeit genommen, ich arbeite nur in meiner Moscheegemeinde mit und helfe gelegentlich bei der Predigt aus. Wir haben keinen offiziellen Imam. Das war ein Missverständnis.

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Und dass Sie im Gespräch mit dem russischen Sender gesagt haben, die sexuell misshandelten Frauen aus der Kölner Silvesternacht seien selbst schuld, weil sie halbnackt herumgelaufen seien…

Abou-Yusuf:…das war ebenfalls ein Missverständnis, und zwar ein schlimmes.

Wie kann man da etwas missverstehen?

Abou-Yusuf: Er hat mich gefragt, wie es zu den Übergriffen von Köln kommen konnte. Ich habe verstanden, dass er nach den Gründen fragt, er aber hat gedacht, ich würde die Verantwortung, die Schuld verteilen. Ich bin Algerier, mein Deutsch ist vielleicht nicht gut genug.

Was sind denn aus Sicht eines ultrafrommen Muslims die Gründe für die vielen Hundert sexuellen Übergriffe zu Silvester durch Männer aus nordafrikanisch-muslimischen Ländern?

Abou-Yusuf: Da gibt es drei entscheidende Gründe. Erstens: Die Männer waren betrunken. Das ist immer ein Fehler, weil man dann viel Schlechtes tut. Und manche Araber sind Alkoholkonsum wahrscheinlich auch nicht so gewöhnt wie Europäer.

Zweitens?

Abou-Yusuf: Zweitens waren diese Männer offenkundig schlecht erzogen. Man liest ja auch, dass sie in ihren Heimatländern oft schon kriminell waren. Ein gut erzogener Mensch – gleich welchen Glaubens – wäre niemals so unanständig, so undankbar.

Wo sehen Sie die Undankbarkeit?

Abou-Yusuf: Das liegt doch auf der Hand: Diese Männer sind aus großer Armut und aus der Gewalt hierhin geflohen. Deutschland hat ihnen die Tore geöffnet, sie genießen hier Frieden und Freiheit, sie bekommen Nahrung, Kleider und Taschengeld geschenkt. Und wie bedanken sie sich? Indem sie die deutschen Frauen misshandeln. Ausgerechnet Frauen! Das war ekelhaft.

Wie sollten die Deutschen mit diesen Männern umgehen?

Abou-Yusuf: Wenn man zu diesen Menschen jetzt noch lieb ist, dann machen sie noch weiter mit ihren Verbrechen. Die müssten richtig streng bestraft werden.

Wie denn?

Abou-Yusuf: Das muss der deutsche Staat entscheiden. Aber ich meine: Die müssen abhauen. So darf sich niemand benehmen, der Gast bleiben will. Wer sich nicht zusammenreißen kann, muss gehen.

Das werden deutsche Innenpolitiker mit Interesse zur Kenntnis nehmen. Sie sprachen eben noch von einer dritten Ursache für die Übergriffe.

Abou-Yusuf: Diese Männer sind in einer ganz anderen Kultur aufgewachsen. Die kennen es nicht, dass junge Frauen allein, sehr knapp bekleidet und angetrunken nachts durch die Öffentlichkeit laufen. So etwas verstehen junge, ungebildete Menschen aus Nordafrika manchmal falsch. Die glauben dann, die Frauen im Minirock wollten Intimitäten.

Das Ganze war ein interkulturelles Missverständnis?

Abou-Yusuf: Zwischen Männern und Frauen wird in Teilen der arabischen Welt ganz anders kommuniziert. Die Einwanderer müssen die deutsche Sprache lernen – auch die Sprache zwischen den Geschlechtern. Und da gibt es für viele leider sehr viel zu lernen. Das ist nicht einfach. Und deshalb kommt es zu schlimmen, traurigen Missverständnissen, ja.

Das rechtfertigt nichts.

Abou-Yusuf: Nein, natürlich nicht. Ich sage ja: Wer sein Gastrecht missbraucht, muss raus. Ich versuche diesen schlimmen Vorfall ja nur zu erklären. Trotzdem bleibt es dabei: Selbst wenn es in Deutschland irgendwann Mode wird, dass Frauen nicht im Minirock, sondern ganz nackt auf der Straße herumlaufen, darf niemand – kein Muslim, kein Araber, kein Deutscher – eine Frau überfallen und misshandeln. Das lehren wir auch in unserer Moschee. Wer hier leben will, muss die Regeln respektieren.

Aber Sie warnen die deutschen Frauen doch davor, weiterhin knapp bekleidet nachts herumzulaufen. Damit wollen Sie die hiesigen Regeln doch ändern?

Abou-Yusuf: Aber bitte, es gibt doch auch Deutsche und Nichtmuslime, die junge Frauen davor warnen, nachts halbnackt durch eine Männergruppe zu laufen, gerade in Ausländervierteln. Ich will niemandem etwas vorschreiben, aber eine solche Warnung ist lebensnah.

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