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Kirchenbesuch von Donald Trump Eine Lektion in Sachen Menschlichkeit

Mit einem Kirchbesuch wollte Donald Trump seinen Wählern seine Gläubigkeit zeigen. Doch die Pastorin ging in der Predigt auf die Politik des Präsidentschaftsanwärters ein – und entlarvte ihn.

Eine Woche vor den ersten Vorwahlen in Iowa hat der republikanische Anwärter auf die Präsidentschaftskandidatur, Donald Trump, einen Gottesdienst im Bundesstaat besucht. Die Wähler vor Ort sind besonders wichtig, denn in Iowa und New Hampshire geben sie als erstes ihre Stimmen ab. Begleitet von einem großen medialen Interesse, können Politiker so eine landesweite Wirkung erzielen.

Doch in Iowa steht Trump vor einem Problem. Die Menschen dort gelten als tief gläubig. Und der Hauptkonkurrent des Milliardärs, Texas Senator Ted Cruz, hat einen nicht von der Hand zu weisenden Vorteil: Er ist der Sohn eines konservativen Predigers und kann damit bei den Wählern punkten.

Im Wahlkampf zeigte sich Trump nun bei einer Messe in der ersten presbyterianischen Kirche in Muscatine, Iowa. Doch die Nachricht, die Pastorin Dr. Pamela Saturnia in ihrer Ansprache verbreitete, dürfte Trump nicht gefallen haben. Sie kritisierte offen seine Politik. So sagte sie in ihrer Predigt: "Jesus lehrt uns heute, dass er für diejenigen gekommen ist, die keine Verbindung zur Kirche haben."

"Ich weiß nicht, ob das an mich gerichtet war..., vielleicht"

Saturnia sprach über Heilung und Akzeptanz für "diejenigen, die am wenigsten geliebt, am stärksten diskriminiert und am meisten in unserer Gemeinschaft, unserer Welt, vergessen werden". Unter den Gruppen, die sie als Beispiel nannte, sollen "syrische Flüchtlinge" und "mexikanische Migranten" gewesen sein. Darüber berichten unter anderem der britische "Guardian" und die "Washington Post".

Trump hatte im Wahlkampf gefordert, syrische Flüchtlinge aufgrund von Sicherheitsbedenken nicht ins Land zu lassen. Mexikanische Einwanderer bezeichnete er als Kriminelle, will eine Mauer als Abschottung bauen. Der mögliche Präsidentschaftskandidat der Republikaner hörte sich 60 Minuten lang die Predigt an. Dann warf er zwei 50-Dollar-Scheine in den Klingelbeutel. Nach dem Gottesdienst sagte er gegenüber Medien: "Ich weiß nicht, ob das an mich gerichtet war..., vielleicht."

Kurz darauf zeigte Trump noch einmal seinen Willen, die Wähler auf seine Seite zu ziehen. "Jetzt geht's ums Ganze, Leute", sagte er. "Ich will in Iowa gewinnen, ich will es wirklich schaffen." Der Aussage gingen Vermutungen voraus, Trump wolle gar nicht wirklich antreten, sondern betrachte die Kandidatur lediglich als Instrument, um Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Seine Ansage untermauert Trump derzeit mit reichlich Kapital. Er schaltet in Iowa 60-sekündige Werbespots, wo andere Kandidaten sich auf 30 Sekunden beschränken, berichtet die "New York Times". Sein Kampagnenchef soll sich für den Vorwahlkampf sogar in Iowa niedergelassen haben.


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Die Chancen für Trump stehen angeblich nicht schlecht. Der Zeitung zufolge soll Henry Barbour, ein Kritiker Trumps und Mitglied des republikanischen Nationalkomitees gesagt haben: "Er hat herausgefunden, dass er gewinnen kann. Und jetzt versucht er es wirklich." Ob Trump mit seiner Strategie Erfolg hat, entscheidet sich am 1. Februar. Dann stimmen die Wähler Iowas im Vorentscheid als erster Staat darüber ab, wer für die Republikaner im Kampf um die Präsidentschaftswahl ins Rennen gehen soll.

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