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Elitesoldat Jikse Akse Der Mann, der auf eigene Faust gegen den IS in den Krieg zog

Der Fall von Jikse Akse erregt die Gemüter: Er riskiert sein Leben, um gegen den IS zu kämpfen. Nun soll der Niederländer wegen Mordes vor Gericht. Die Frage: Ist es Mord, IS-Terroristen zu töten?

Es war wie im Film. Mit gezogenen Waffen stürmten Spezialeinsatzkräfte der Polizei eine Wohnung im niederländischen Arnhem. Sie zogen den Bewohner aus dem Bett, stülpten ihm einen Stoffsack über den Kopf und nahmen ihn mit. Dem früheren Elitesoldaten Jitse Akse werden mehrere Morde vorgeworfen, die Justiz will ihn anklagen. Doch dagegen regt sich in seiner Heimat immer mehr Kritik. Zehntausende Menschen haben eine Online-Petition unterzeichnet, damit die Vorwürfe gegen ihn fallengelassen werden. Sie sehen den 47-jährigen als Helden und nicht als Verbrecher. Warum?

Akse war im Frühjahr 2015, als die Bilder des durch den "Islamischen Staat" eingekesselten Kobanes um die Welt gingen, auf eigene Faust in den Krieg gegen den IS gezogen. In Syrien schloss er sich der Kurdenmiliz YPG an und kämpfte fortan auf deren Seite. Via Facebook berichtete er ausgiebig von seinem Kampf gegen die Extremisten, von deren Gräueltaten und vom Alltag an der Front. Gegenüber Medien erwähnte er auch, mehrere IS-Kämpfer getötet zu haben. Diese Aussage setzte die Mühlen der niederländischen Justiz in Gang. Zurück in der Heimat erwartete ihn statt eines Heldenempfangs eine Polizeizelle.

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Akse wurde inzwischen vorläufig freigelassen, musste allerdings seinen Reisepass abgeben. Ob es tatsächlich zu einem Strafverfahren kommt, ist noch völlig unklar. Die Verteidigerin Mireille Grinwis-Veldman nannte die Vorwürfe "unbegreiflich". Die Ermittlungen beruhten nur auf seinen eigenen Aussagen, sagte sie der Nachrichtenagentur dpa. Die Veröffentlichung des Falles könne den ehemaligen Soldaten sogar in Gefahr bringen. "Wir wissen alle, zu was der IS in der Lage ist." Ihr Mandant sei "sehr erschrocken" über die Festnahme gewesen und sei nun untergetaucht.

Rechtlich ist die Sache eigentlich klar

Die Staatsanwaltschaft verteidigte ihr Vorgehen. "Wir sind selbst an die Öffentlichkeit getreten, um den Fall so nuanciert wie möglich darzustellen," sagte Sprecher Wim de Bruijn. Er schloss nicht aus, dass die Festnahme auch einen "warnenden Charakter" für andere Niederländer haben könne, die ebenfalls gegen den IS kämpfen wollten. Der Kampf gegen den IS "auf eigene Faust" kann nach Angaben der Staatsanwaltschaft strafbar sein. Akse selbst rechtfertigt dagegen sein Vorgehen. "Mit jedem toten IS-Kämpfer habe ich Dutzende Unschuldige gerettet", sagte der Niederländer.

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Die Justiz dagegen pocht auf geltendes Recht. "Niederländische Kämpfer gegen den IS fallen ganz normal unter das niederländische Strafrecht und können verfolgt werden, sobald sie Verbrechen begehen", heißt es in einer Presseerklärung. "Die niederländische Gesetzgebung gibt Bürgern – abgesehen von ganz außergewöhnlichen Situationen wie Selbstverteidigung – nicht das Recht, selbst Gewalt und sicher keine tödliche Gewalt anzuwenden. Das Töten von IS-Kämpfern kann deshalb zu einer strafrechtlichen Verfolgung wegen Mordes führen."

Petitie, even tekenen allemaal !! en zoveel mogelijk delen en mensen taggen aub. #JusticeforJitse

Posted by Justice for Jitse on Freitag, 15. Januar 2016
 

Akses Unterstützern ist das egal. Auf einer eigenen Facebook-Seite fordern sie Straffreiheit für Jitse Akse. Er habe schließlich im Kampf gegen den "Feind der Menschheit Nummer eins" geholfen, heißt es dort. Tatsächlich ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Akse das Gefängnis erspart bleibt, dies jedoch nicht wegen des öffentlichen Aufschreis. Für die Justiz dürfte es so gut wie unmöglich sein, ihm konkrete Taten nachzuweisen. Weder die Schauplätze noch die Identitäten der angeblich Getöteten sind bekannt, von gerichtsfesten Beweisen ganz zu schweigen.

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