Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Transparency International Das sind Europas korrupteste Staaten

Korruption bleibt auch in Europa ein großes Problem. Immerhin: Laut Transparency International hat sich die Lage in Griechenland gebessert. Ein osteuropäisches Land ist nun trauriges Schlusslicht.

Korruption bleibt weltweit ein großes Problem, aber 2015 war offenbar ein gutes Jahr im Kampf gegen Machtmissbrauch und Bestechung. Das ist das Ergebnis der jüngsten Untersuchung der Organisation Transparency International (TI): Demnach war die Zahl der Länder, in denen die Korruption 2015 zurückging höher als die Zahl der Länder, in denen das Problem noch größer wurde. Das ist ein Ergebnis der aktuellen Ausgabe des vielbeachteten Index der Korruptionswahrnehmung.

Die Länder, die die Korruption in den vergangenen vier Jahren am eindrucksvollsten zurückgedrängt haben, sind Großbritannien, der Senegal – und Griechenland. Das Krisenland galt noch 2012 als der korrupteste Staat Europas. "Die Reformen, die in der Krise auf den Weg gebracht wurden, greifen", sagt Finn Heinrich, Forschungsdirektor bei Transparency International (TI). "Die grassierenden Formen der Korruption, die bis 2011 gang und gebe waren, sind weniger geworden." Die Korruption im Gesundheitswesen sei beispielsweise stark zurückgegangen.

Die Regierungen hätten viel dafür getan, so habe die letzte Regierung beispielsweise einen Nationalen Koordinator im Kampf gegen die Korruption ernannt und unter der gegenwärtigen Regierung wurde sogar ein Anti-Korruptions-Minister ernannt. Zudem werde Korruption, Geldwäsche und vor allem Steuerhinterziehung weitaus aggressiver verfolgt als noch vor einigen Jahren.

Allerdings sei die Situation in Griechenland immer noch schwierig, sagt Heinrich: "Die Situation in Griechenland hat sich zwar stark verbessert, aber im europäischen Vergleich ist die Korruption dort immer noch ein großes Problem. Um den Anschluss an den Rest Europas zu finden, muss noch viel getan werden."

(Foto: Infografik Die Welt)

Europäisches Schlusslicht: Bulgarien

Tatsächlich landet Griechenland im europäischen Vergleich auf dem viertletzten Platz. Größer ist die wahrgenommene Korruption nur noch in Rumänien, Italien – und dem europäischen Schlusslicht Bulgarien. Noch 2012 galt Griechenland als das korrupteste Land Europas, weil es bei dem TI-Vergleich das schlechteste Ergebnis aller Mitgliedsländer der Europäischen Union erzielt hatte.

Auch in anderen Krisenländern steht es nicht zum Besten: Ausgerechnet Spanien, das bislang als vorbildlich bei der Reform seiner Wirtschaft galt, ist seit der letzten TI-Untersuchung stark zurückgefallen. In kaum einem anderen Land hat die Korruption in den vergangenen vier Jahren so stark zugenommen.

"Die politische Elite in Spanien hat sich die Korruptionsbekämpfung nicht auf die Fahnen geschrieben", sagte TI-Experte Heinrich. "Es gibt Korruptionsskandale in allen Parteien und es kommen zwar mehr Fälle an die Öffentlichkeit als früher, aber sie werden nicht angegangen und die Korruption bleibt straffrei." Die Verquickung von Wirtschaft und Politik sei problematisch, vor allem, wenn es um das Thema Parteienfinanzierung gehe.

Nach dem Ausbruch der Schuldenkrise im Euro-Raum im Jahr 2010 hatten Beobachter mit zunehmender Korruption in den Krisenländern gerechnet: Angesichts der knapper werdenden Ressourcen hatten die Experten einen härteren Verteilungskampf erwartet. Tatsächlich ist das Bild fünf Jahre später durchwachsen: In Irland, Griechenland und Italien hat sich die Situation seit 2012 leicht verbessert, während es in Portugal keine Veränderung gab und die Korruption auf Zypern offenbar zugenommen hat.

Deutschland liegt vor Luxemburg und den USA

Deutschland schneidet bei dem internationalen Vergleich traditionell sehr gut ab; im vergangenen Jahr hat sich die Korruptionswahrnehmung hierzulande sogar zum dritten Mal in Folge leicht verbessert. Seit 2011 ist Deutschland in der internationalen Rangliste von Platz 14 auf Platz 10 gestiegen und liegt damit unter den wohlhabenden Volkswirtschaften im globalen Mittelfeld noch vor Staaten wie Luxemburg, Österreich, Australien und den USA.

Gleichwohl bleibt nach Einschätzung von TI hierzulande noch einiges zu tun, um die Korruption einzudämmen. Zwar wurde Politikern, die in die Wirtschaft wechseln eine gesetzliche Zwangspause verordnet und die UN-Konvention gegen Korruption wurde Ende 2014 auch in Deutschland ratifiziert – immerhin elf Jahre nach ihrer Verabschiedung auf UN-Ebene.

"Wenn die Korruptionsbekämpfung der Politik wirklich am Herzen läge, dann hätte sie bei der UN-Konvention und der Karenzzeit nicht so lange herum lawiert", sagt allerdings Heinrich.

Auch beim Thema Hausausweise für Lobbyisten im Bundestag habe sich die Politik lange quergestellt. Grundsätzlich sei beim Thema Lobbying in Deutschland erheblicher Bedarf an mehr Transparenz und strengeren Regeln. In diesem Bereich habe sich die Wahrnehmung verändert, gibt der TI-Expert zu: Vor zehn Jahren habe man Lobbyismus noch nicht unter Korruptionsgesichtspunkten diskutiert; das ändere sich gerade. "Auch in Länder, die in unserer Rangliste ganz oben landen, sind bei weitem nicht ohne Korruption", warnt Forscher Heinrich.

(Foto: Infografik Die Welt)

Die drei Unbestechlichen

Kaum überraschend landen an der Spitze der Rangliste in schöner Regelmäßigkeit vor allem nordische Länder und vergleichsweise kleine wohlhabende Volkswirtschaften: Eine besonders ausgeprägte Unbestechlichkeit bescheinigen die Experten von TI den Angestellten in der öffentlichen Verwaltung in Dänemark, Finnland und Schweden.

Am verheerendsten ist die Situation laut der Analyse in Afghanistan, Nordkorea und Somalia – auch diese Länder landen seit Jahren am Ende der Rangliste. Dort finden sich auch Länder wie der Südsudan, der Sudan und Libyen, in denen blutige Konflikte der Korruption den Boden bereiten.

TI fasst in dem Index die Ergebnisse aus 13 internationalen Erhebungen zusammen, in denen Experten zu Korruption in den betroffenen Ländern befragt werden – etwa von der Weltbank, dem World Economic Forum oder der Bertelsmann-Stiftung.

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

 
Für diese Seite sind keine Kommentare vorgesehen.
 
Klaus Lederer (li., Die Linke), Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (Mi., SPD) und der Grünen-Landesvorsitzende Daniel Wesener geben nach ihrem Sondierungsgespräch ein Statement ab.
Koalitionsgespräche
Partei-Chefs empfehlen Rot-Rot-Grün
Verschleierte Frauen auf einer Kundgebung des radikalen Salafistenpredigers Pierre Vogel. (Themenbild/Archiv)
Früher im Jungbauern-Kalender, heute radikale Konvertitin
Der zähe Kampf gegen die salafistische Seelenfänger
Klaus Lederer (r-l), Spitzenkandidat der Partei Die Linke, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) und der Grünen-Landesvorsitzende Daniel Wesener. Foto: Jörg Carstensen
Sondierungsgespräche
Müller will rot-rot-grüne Koalitionsgespräche
Nach Angriff auf  Rebellenviertel Salaheddin in Aleppo
Baschar al-Assad lässt weiter bomben
Um Aleppo tobt eine unbarmherzige Schlacht
Ex-Agent Werner Mauss steht zum Prozessauftakt im Verhandlungssaal des Landgerichts in Bochum (Nordrhein-Westfalen).
Werner Mauss vor Gericht
Auch ein Top-Agent sollte besser Steuern zahlen
Heiko Maas: Das Löschen strafbarer Inhalte geschieht noch immer «viel zu wenig und viel zu langsam». Foto: Bernd von Jutrczenka
Facebook räumt Mängel ein
Maas zu Hass im Netz: Lage ist besser, aber noch nicht gut
Alexej Gawrilko, ein Separatistenkämpfer aus Donezk.
Bizarre Konferenz
Moskau lädt zum Weltgipfel der Anti-Globalisten
Ex-Agent Werner Mauss (l) steht zum Prozessauftakt im Verhandlungssaal des Bochumer Landgerichts. Foto: Ina Fassbender
Steuerstrafverfahren
Ex-Agent Werner Mauss schweigt vor Gericht
Besonders verbreitet ist die Arbeit auf Abruf in der Gastronomie. Foto: Axel Heimken/Symbolbild
Vor allem Geringqualifizierte
Millionen arbeiten auf Abruf
DW-Intendant Limbourg: «Wir fordern die türkische Seite nun auf dem Rechtsweg zur unverzüglichen Herausgabe unseres Videomaterials auf.» Foto: Oliver Berg
Streit um Friedmann-Interview
Deutsche Welle klagt in der Türkei
Die Kosten für die Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen steigen.
Steuerzuschüsse gefordert
AOK droht mit höheren Beiträgen wegen Flüchtlingen
Optisch und politisch verändert: Martin Delius (Die Linke).
Was wurde aus den Piraten?
Von steilen Karrieren und ganz tiefen Abstürzen
Eine Studie soll klären, welches Umgangsrecht für Kinder das beste ist. Eine Änderung am Procedere sorgt nun für Protest.
Familienministerium
An Schwesigs Trennungskinder-Studie werden Zweifel laut
Michel Friedman hatte das Interview mit dem türkischen Minister geführt. Die Themen seien vorab besprochen gewesen, hieß es seitens des Senders.
Beschlagnahmtes Video
Deutsche Welle verklagt türkische Regierung
Flüchtlinge an der Küste der griechischen Insel Lesbos.
ProAsyl kritisiert Flüchtlingspolitik
"Das Fundament unserer Gesellschaft droht zu zerbröseln"
Wackelfiguren mit Köpfen des republikanischen Kandidaten Trump und der demokratischen Kandidatin Clinton in einem Souvenirshop in Washington. Foto: Kay Nietfeld/Archiv
US-Präsidentschaftskandidaten
Spannung vor TV-Duell Clinton gegen Trump
Asylbewerber warten im «Ankunftszentrum für Flüchtlinge» im hessischen Gießen. Foto: Boris Roessler
Schwankende Quoten
Pro Asyl sieht politische Motive hinter Asyl-Anerkennung
Aleppo war in den vergangenen Tagen laut UN den schlimmsten Angriffen des Syrien-Konflikts ausgesetzt.
UN schildern Lage in Aleppo
"Wir hörten die Worte 'nie da gewesen'"
Hat sich mit den US-Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton und Donald Trump getroffen: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Foto: Bernd von Jutrczenka/Archiv
Israelischer Ministerpräsident
Netanjahu trifft Clinton und Trump in New York
Jenna Behrends.
Sexismus in der CDU
Diese Aufregung hat Jenna Behrends überrascht