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General Hans-Lothar Domröse Ohne Hilfe wäre Afghanistan am Ende

Die Taliban werden immer stärker, Menschen fliehen und das dortige Militär ist überfordert. Nato-General Domröse warnt vor einem Zerfall Afghanistans.

Der deutsche Nato-General Hans-Lothar Domröse zieht Bilanz. In einem Interview mit der "Bild"-Zeitung analysiert der 64-Jährige die Situation in Afghanistan und kommt dabei zu dem Schluss, dass das Land wieder mehr Hilfe braucht.

"Unsere Unterstützung war 2015 zu schwach. Die Afghanen sind noch nicht weit genug, um das Land alleine zu verteidigen. Das müssen wir dieses Jahr korrigieren", erklärt der General. "Wir arbeiten an Strategien für 2016. Wir müssen die Afghanen noch eine gewisse Zeit unterstützen." Dafür nennt Domröse im Wesentlichen drei Gründe.

Taliban taktisch überlegen

Die Taliban kontrollierten soviel Territorium wie seit 2001 nicht mehr. Die afghanischen Sicherheitskräfte seien noch nicht auf erhofften Niveau, so Domröse. Hinzu käme, dass die Taliban sich taktisch verbessert hätten und mit immer mehr und immer besserem Geschütz ausgestattet seien. Dennoch mahnt Domröse an, dass nur ein Dialog mit den Terroristen letztlich zum Frieden führen könne. "Wir wissen aus tausend Jahren Kriegsgeschichte, dass man irgendwann miteinander sprechen muss. Man kann sich nicht ewig bekämpfen."

Den Afghanen fehle es indes zum einen an Gerät, an Hightech, sowie an Transportmaschinen und an Luftunterstützung. Vor allem aber fehle es noch an Fähigkeiten. Es mangele an Agilität und Entschiedenheit. Die Nato müsse die afghanischen Soldaten nicht nur in den Kasernen sondern im Gelände trainieren, sie anleiten. Dafür reiche ein Jahr Unterstützung nicht aus. Einen Kampfeinsatz lehnte er aber deutlich ab. "Wir wollen keinen nato-geführten Kampfeinsatz. Das müssen die Afghanen selber machen", so Domröse.

Flüchtlingskrise als Problem

Darüber hinaus unterstreicht General Domröse die Wichtigkeit einer raschen, friedlichen Lösung im Hinblick auf die Flüchtlingskrise. Afghanen bilden die zweitgrößte Flüchtlingsgruppe mit Ziel Deutschland. Es gebe Regionen, in denen es fast täglich zu Schießerein komme.

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Schnell zu friedlichen Verhältnissen zu kommen, sei vor allem in Hinblick auf die Aufbauarbeit wichtig. Denn: "Diejenigen, die fliehen, sind oft jung und gut ausgebildet - also gerade die, die das Land aufbauen könnten". Eine Prognose wie lange ein Einsatz dauern kann, will Domröse aber nicht abgeben. Doch eines sei sicher. "Bei einem Abzug zerfällt Afghanistan."

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