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69 Fälle UN bestätigt sexuellen Missbrauch durch Blauhelmsoldaten

Ein schrecklicher Verdacht hat sich bestätigt: Wie die UN mitteilt, haben Soldaten in 69 Fällen Frauen und Mädchen vergewaltigt oder für Sex bezahlt. Die Täter müssen mit Konsequenzen rechnen.

Die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs und der Ausbeutung durch UN-Soldaten im vergangenen Jahr sind in 69 Fällen bestätigt. Darunter seien auch 22 Fälle in der Zentralafrikanischen Republik, sagte ein ranghoher UN-Vertreter am Freitag. Zudem gebe es dort neue Vorwürfe in fünf Fällen, an denen Militärs und Polizisten aus dem Kongo, dem Senegal, dem Niger, Marokko sowie Bangladesch beteiligt sein sollen. Sechs Minderjährige sollen betroffen sein.

Zum ersten Mal seit fünf Jahren sei die Zahl der Vorwürfe wieder gestiegen, sagte Anthony Banbury, stellvertretender Generalsekretär für den Außendienst. Mit den Tränen kämpfend versprach er, sexuellen Missbrauch durch UN-Friedenstruppen auszumerzen. "Die Vereinten Nationen tun alles Mögliche, um die Opfer zu unterstützen, Verantwortung und Gerechtigkeit walten zu lassen und zu verhindern, dass solche Fälle (...) sich wiederholen."

Ein Teil der Vorwürfe bezieht sich auf 2014, wurde aber erst jetzt bekannt. Darunter ist der Fall mehrerer Soldaten der europäischen Militärmission EUFOR, die im Verdacht stehen, Mädchen in der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) für Sex bezahlt oder vergewaltigt zu haben.

Namen sollen veröffentlicht werden

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ist nach eigenen Worten zutiefst entsetzt über neuerliche Missbrauchsvorwürfe. Die Vereinten Nationen seien beschämt, dass ihre Truppen in dem von Gewalt traumatisierten Land Kindern sexuelle Gewalt angetan haben sollen, sagte Ban am Samstag in einer Rede zur Eröffnung eines Gipfeltreffens der Afrikanischen Union in Addis Abeba.

Künftig solle es ein öffentliches Register über entsprechende Ermittlungen und Verfolgung durch diejenigen Mitgliedstaaten geben, die Truppen bereitstellen. Ein im Februar erscheinender Bericht von UN-Generalsekretär Ban zu dem Thema wird erstmals die Länder namentlich nennen, deren Truppen solcher Verbrechen beschuldigt werden. Zudem soll diese Liste im Internet veröffentlicht und mit dem Stand ihrer jeweiligen Ermittlungen laufend aktualisiert werden.

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Nach UN-Richtlinien sind die Länder für die strafrechtliche Verfolgung von Delikten, die ihre Militärangehörigen im Dienst begehen, allein verantwortlich. Einen regelmäßigen UN-Bericht über beschuldigte Länder gibt es bisher nicht. Zudem finden Opfer teils nie heraus, ob die Täter zur Rechenschaft gezogen wurden. Selbst wenn es seitens der UN "hohe Erwartungen" an die Länder gibt, Fortschritte bei der Verfolgung zu melden, bleibt es ihnen selbst überlassen, ob sie Bericht darüber erstatten.

Vergangenen Monaten waren immer wieder Missbrauchsvorwürfe gegen Soldaten in der Zentralafrikanischen Republik laut geworden. Religiöse Konflikte haben dort Tausende das Leben gekostet und nach UN-Angaben rund 470.000 Menschen zur Flucht in die Nachbarländer Kamerun, Tschad und Kongo gezwungen. Die Zentralafrikanische Republik zählt zu den ärmsten Ländern der Welt.

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