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Boko Haram Terroristen sollen Kinder bei lebendigem Leib verbrannt haben

Nigeria wird erneut von Gräueltaten der Islamistengruppe Boko Haram heimgesucht: Augenzeugen berichten von Kindern, die lebendig verbrannt wurden – und einem Jungen als Selbstmordattentäter.

Die Islamistengruppe Boko Haram hat nach Angaben eines Augenzeugen Kinder bei lebendigem Leib verbrannt. Die Extremisten hätten bei einem Angriff auf ein Dorf Brandsätze in Hütten geworfen und dann den Schreien der Kinder zugehört, sagte der Überlebende, der aus Angst seinen Namen nicht nennen wollte.

Er habe die Gräueltaten in dem Dorf Dalori am Samstagabend auf einem Baum versteckt beobachtet und dort ausgeharrt, bis am Sonntag nigerianische Soldaten gekommen seien.

Das Dorf liegt fünf Kilometer außerhalb der größten nigerianischen Stadt im Nordosten, Maiduguri. Auch andere Augenzeugen schilderten den grausamen Angriff auf Dalori. In den Straßen lägen viele verkohlte Leichen und viele Tote mit Schusswunden. Vier Stunden hätten die Extremisten in dem Dorf gewütet. Dann hätten sich drei Selbstmordattentäterinnen unter den Fliehenden in die Luft gesprengt.

Junge tötete mindesten zehn Menschen

Bereits am Freitag sind zudem nach Zeugenangaben mindestens zehn Menschen bei einem Selbstmordanschlag auf einem belebten Markt im Nordosten Nigerias ums Leben gekommen. Ein Teenager habe sich im Ort Gombi im Bundesstaat Adamawa in die Luft gesprengt, als er am Markteingang von örtlichen Sicherheitskräften kontrolliert wurde, berichtete der Händler Abubakar Inuwa.

Neben dem Attentäter habe es mindestens neun weitere Tote gegeben. Ein weiterer Händler des Marktes, Mallam Musa Abdullahi, sprach von bis zu 20 Toten. Die Behörden machten zunächst keine Angaben zur Zahl der Opfer.

Nach den Worten eines Sicherheitsbeamten war der Attentäter "etwa zwölf Jahre alt".

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Der Anschlag trug die Handschrift von Boko Haram. Die sunnitischen Fundamentalisten kämpfen seit 2009 für einen islamistischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Dabei wurden mindestens 17.000 Menschen getötet und mehr als 2,6 Millionen Menschen aus ihren Häusern vertrieben.

Nigerias seit Mai 2015 amtierender Staatschef Muhammadu Buhari hat es sich zum Ziel gesetzt, den Aufstand der Islamistengruppe niederzuschlagen. Im Dezember erklärte er, Boko Haram sei "technisch" besiegt. Doch die Attentate gehen unvermindert weiter.

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