Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

IS-Propaganda im Netz Polizei verhaftet Darmstädter Doktoranden

Ein Darmstädter Mathematik-Doktorand preist auf YouTube die IS-Miliz. Die Universität zeigt sich erschüttert und prüft Konsequenzen. Jetzt reagierte auch die Justiz.

Weil er in einem Video für die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) geworben hat, ist ein syrischer Promotionsstudent der Technischen Universität (TU) Darmstadt am Dienstagabend festgenommen worden. Gegen den 35-jährigen Malik F. werde umfangreich ermittelt, so die Polizei. Informationen des Hessischen Rundfunks (hr), wonach auch seine Wohnung im Landkreis Darmstadt-Dieburg durchsucht worden sei, bestätigte eine Sprecherin nicht. Festgenommen wurde er demnach in einer "konzertierten Polizeiaktion".

"Ich möchte euch erklären, weshalb ich den Islamischen Staat (IS) unterstütze", sagte der Mann in seinem am 7. Januar erschienenen, 52-minütigen YouTube-Video auf Arabisch. "Der IS hat recht, sage ich, weil er nach der Scharia regiert. Wisst ihr, was das heißt? Das heißt, die Strafen Allahs umzusetzen!", heißt es darin weiter. 

Mehr zum Thema: Kampf gegen den IS - "Wir werden sie zersetzen und zerstören"

Sowohl die Verbrennung eines jordanischen Piloten durch die IS-Terroristen als auch die Steinigung einer Ehebrecherin rechtfertigt der Doktorand darin. Und weiter: "Ich bitte Allah, dass er unsere Brüder, die Mudschaheddin in Syrien und dem Irak, unterstützt. Zu allererst die Soldaten des Islamischen Staates, des Kalifats, angeführt von Sheikh Abu Bakr al-Baghdadi."

Universität prüft rechtliche Schritte

Malik F. ist syrischer Staatsbürger und nach Informationen der "Welt" seit April 2007 Promotionsstudent der Technischen Universität (TU) Darmstadt. "In seinem Umfeld ist er bislang nicht durch eine extremistische Einstellung aufgefallen", sagte Universitätssprecher Jörg Feuck auf Nachfrage der "Welt". Die Universität erwäge nun, eine Strafanzeige gegen den offenkundigen IS-Sympathisanten zu stellen.

F. habe in keinem Beschäftigungsverhältnis zur Universität gestanden, sondern sei Promotionsstudent der Mathematik. Bis 2011 hatte er ein Stipendium des syrischen Staates. "Eine sofortige Exmatrikulation ist nach dem hessischen Hochschulgesetz nicht möglich", teilte die Universität auf ihrer Internetseite zwar mit. Aber: "Das Betreuungsverhältnis ist mit sofortiger Wirkung ausgesetzt."

Erst werde entschieden, ob das Promotionsverfahren beendet wird. "Wenn es dazu kommt, wird die TU Darmstadt die Exmatrikulation anstreben." Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der TU zeigte sich in einer Mitteilung "schockiert". Kulturreferent Philip Krämer sagte, die Veröffentlichung sei "ein weiterer Beleg dafür, dass der islamistische Terrorismus auch in Darmstadt ein ernst zu nehmendes Problem ist".

Dem LKA ist das Video bekannt

Die Unterstützung und Werbung für die Terrororganisation IS stellt in Deutschland seit dem 12. September 2014 eine Straftat dar. Damals erließ Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) ein Verbot der Gruppierung. Ob die Äußerungen von Malik F. tatsächlich einen Straftatbestand erfüllen, muss nun die Staatsanwaltschaft klären.

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

 
Für diese Seite sind keine Kommentare vorgesehen.
 
Seit Februar steht dem Bundeskriminalamt eine speziell entwickelte Software zur Verfügung, um die Kommunikation von Tatverdächtigen auf PC und Laptops auszuspähen. Nun soll diese auch für Smartphones und Tablets anwendbar werden. Foto: Silas Stein/Symbol
Online-Durchsuchungen
Medien: Bundestrojaner auch für Smartphones und Tablets
Der schleswig-holsteinische Umwelt- und Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis90/Die Grünen).
Hoffnungsträger der Grünen
"Wenn die Kanzlerin nicht handelt, müssen wir es machen"
Der Marienplatz in der Schweriner Innenstadt.
Kriminalpolizei ermittelt
30 Deutsche greifen zehn Migranten in Schwerin an
Fälschlicherweise für eine Waffe gehalten. In Südkalifornien haben Polizisten einen unbewaffneten psychisch Kranken erschossen, weil sie dessen E-Zigarette für eine Schusswaffe hielten. Foto: San Diego County District Attorn
Nach Tod eines Schwarzen
US-Polizei zeigt Video von Todesschüssen in El Cajon
Die CDU-Abgeordnete Bettina Kudla wurde für die Verwendung eines Nazi-Propagandabegriffs auch in der Union massiv kritisiert.
CDU-Politikerin vor dem Aus
Bettina Kudla hat "keinen Schuss mehr frei"
Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig. Foto: Jens Büttner
CDU-Debatte
Schwesig ruft Männer zum Kampf gegen Sexismus auf
Für Georgien ist die Papst-Visite ein wichtiges Signal im Streit um die abtrünnigen Gebiete Abchasien und Südossetien. Foto: Zurab Kurtsikidze
Georgien-Reise
Papst Franziskus ruft Südkaukasus zu Frieden auf
Peter Tauber.
Besuch bei der Basis
Tauber bricht sein Schweigen - ein ganz kleines bisschen
Die SPD-Generalsekretärin, Katarina Barley spricht sich für Außenminister Frank-Walter Steinmeier aus.
SPD-Kandidat?
Barley schlägt Steinmeier als Bundespräsidenten vor
SPD-Bundesministerin Schwesig: "Sexismus ist ein gesamtgesellschaftliches Problem".
Sexismus-Debatte
Schwesig ruft Männer zu Kampf gegen Altherrenwitze auf
Marode Gebäude, undichte Dächer, schlechte Ausstattung für die Schüler. Der Investitionsbedarf an Schulen ist groß. Foto: Oliver Berg/Archiv
Neun-Milliarden-Programm
SPD fordert Modernisierung maroder Schulen
CSU-Politiker Markus Söder findet, es sei unfair, jemanden, der noch nie in die Sozialkassen eingezahlt habe, alle Leistungen zukommen zu lassen.
Söder will Leistungskürzungen
"Die Flüchtlingskosten können doch nicht so bleiben"
Bundesentwicklungsminister Gerd Müller. Durch das Ministeriumsprogramm «Cash For Work» sind im Nahen Osten knapp 34 000 neue Stellen entstanden. Foto: Monika Skolimowska
Knapp 34 000 neue Stellen
Bundesregierung schafft Jobs in Krisenregion um Syrien
Präsident Erdogan hat die Schließung von 23 Radio- und Fernsehsendern angeordnet, darunter der Sender IMC. Dessen Chefredakteur Eyüp Burc bezeichnet das Vorgehen Erdogans als Putsch.
Recep Tayyip Erdogan
"Ein autoritäres System wird gerade errichtet"
Außenminister Frank-Walter Steinmeier bei der Gerneraldebatte der UN in New York. Seine Parteichefin hat ihn nun für das Amt des Bundespräsidenten vorgeschlagen. Foto: Justin Lane
Generalsekretärin der SPD
Steinmeier wäre hervorragender Bundespräsident
In einem Interview betonte Angela Merkel, ihrer politischen Linie treu zu bleiben.
Merkel zur Flüchtlingskrise
"Habe meine Politik nicht geändert, sondern Politik gemacht"
Die rund zwei Tonnen schweren Blöcke dienen als Barriere zur Sicherheit am Tag der Deutschen Einheit 2016 und sollen nach dem Anschlag in Nizza Ähnliches in Dresden verhindern. Foto: Sebastian Kahnert
26 Jahre deutsche Einheit
Merkel: Seit Wiedervereinigung "viel geschafft"
Rechtsextreme und Hooligans in der Kölner Innenstadt: Die Gewaltbereitschaft nimmt zu.
Gewalt gegen Politiker
Hass regiert die extrem aufgeheizte politische Debatte
Der Leserbrief erschien in der Wochenend-Ausgabe der SZ mit der Überschrift "Unsägliches Gejammere".
Opa geht viral
"Wir schaffen auch die AfD, wenn wir nur wollen"
Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch lehnen ein Spitzenquartett zusammen mit den Parteichefs Katja Kipping und Bernd Riexinger ab. Foto: Bernd Settnik/Archiv
Widerstand gegen Wagenknecht
Linke will strittige Kandidaten-Frage noch nicht lösen