Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

USA forderen Härte gegen den IS "Wir werden sie zersetzen und zerstören"

Nicht nur der Irak und Syrien bereiten der Anti-IS-Koalition Kopfzerbrechen. Die Allianz will ein weiteres Vorrücken der Terroristen in Libyen und dem Jemen unbedingt verhindern. Aber wie?

Während Russland Assad unterstützt, fliegt eine von den USA geführte Koalition seit Monaten Luftangriffe gegen Stellungen der Extremisten-Miliz "Islamischer Staat" (IS) in Syrien und im Irak. In Rom trafen sich Vertreter der aus etwa 20 Staaten bestehenden Kerngruppe der Anti-IS-Koalition. Nach der Rückeroberung der irakischen Stadt Ramadi von den Islamisten stellt sich die Frage, wann der lange angekündigte Kampf um die Großstadt Mossul im Norden des Irak beginnen soll. Der IS kontrolliert nach wie vor weite Teile Iraks und Syriens. Zudem blickt das Bündnis mit wachsender Sorge nach Libyen, wo der IS immer stärker wird. Nach Auffassung von US-Außenminister John Kerry muss der Kampf gegen die Terrormiliz weiter intensiviert werden.

„Wir werden sie zersetzen und zerstören, aber wir müssen es schneller tun“
US-Außenminister John Kerry

Der italienische Außenminister Paolo Gentiloni, der das Treffen zusammen mit Kerry leitete, hatte in einem Interview der Zeitung "Il Messaggero" vor der Gefahr eines Vorrückens des IS nach Nordafrika gewarnt: "Es besteht in der Tat das Risiko, dass die militärischen Niederlagen im Irak und teilweise auch in Syrien einige IS-Kämpfer dazu bringen, nach Libyen weiterzuziehen. Dieses Risiko müssen wir miteinbeziehen."

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier betonte bei der Ankunft in Rom, dass 25 Prozent der an den IS verlorenen Gebiete mittlerweile zurückerobert worden seien, forderte aber gleichzeitig, in den Bemühungen nicht nachzulassen: "Es kommt jetzt darauf an, dass nicht nur militärische Siege gefeiert werden, sondern dass die befreiten Gebiete auch stabilisiert werden."

Video: Islamistenterror im Schatten des IS

 
„Das letzte, was wir in der Welt wollen, ist ein falsches Kalifat (in Libyen) mit Zugriff auf Milliarden Dollar aus Erdöl-Verkäufen.“
US-Außenminister John Kerry in Rom

In Teheran und Riad will sich Steinmeier darum bemühen, den Iran und Saudi-Arabien trotz ihres Konflikts als Mittler in den Syrien-Verhandlungen bei der Stange zu halten. Eine Beendigung des Bürgerkriegs ohne Hilfe des schiitischen Irans, der mit Assad verbündet ist, und des sunnitischen Saudi-Arabiens, das weite Teile der Opposition unterstützt, gilt als aussichtslos.

Steinmeier versucht die Syrien-Friedensgespräche zu retten

Die syrische Opposition hat sich wegen der anhaltenden Kämpfe in dem Bürgerkriegsland skeptisch über die Erfolgsaussichten der laufenden Genfer Friedensgespräche gezeigt. "Solange die Lage so ist, sind wir nicht optimistisch", sagte der Verhandlungsführer der "Islamischen Armee", Mohammed Allusch, am Dienstag in Genf. Der UN-Sondergesandte Staffan de Mistura verhandelt seit Freitag in Genf mit Vertretern der syrischen Regierung und der Opposition über einen Friedensplan.

Neue Kämpfe in Syrien haben den mehr als holprig gestarteten Gesprächen derweil einen weiteren Dämpfer verpasst. Die Opposition warf der Regierung vor, mit einem Angriff auf ein Dorf im Norden Syriens die Genfer Verhandlungen zu torpedieren. Mit dieser "verrückten Eskalation" stelle sie sich gemeinsam mit Russland gegen alle Versuche der UN, in Syrien das Völkerrecht umzusetzen, sagte die Oppositionelle Farah Atassi. Wie die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete, eroberten Regierungstruppen den Ort Hardatnin nördlich von Aleppo. Sie seien dabei von vermutlich russischen Kampfjets aus der Luft unterstützt worden, hieß es von der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte. "Es ist nötig, dass die internationale Gemeinschaft bei Russland interveniert, um dieses willkürliche Bombardement zu beenden", sagte Atassi.

Video: Fünf Jahre Bürgerkrieg in Syrien

 

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier forderte Machthaber Baschar al-Assad auf, die Verhandlungen durch eine humanitäre Geste zu erleichtern. "Wir erwarten, dass das Regime am Anfang der Verhandlungen wenigstens ein Zeichen setzt", sagte Steinmeier, der am Mittag weiter in den Iran und nach Saudi-Arabien reisen wollte. Die Regierung in Damaskus müsse humanitären Zugang zu den Menschen gewähren, die zwischen den Fronten eingeschlossen seien und keinen Zugang zu Nahrung und medizinischen Hilfsmitteln hätten.

Russland ruft syrische Opposition zur Zusammenarbeit auf

Auch Russland schaltete sich als Sachwalter des Assad-Regimes wieder aktiv ein und forderte die syrische Opposition zur Zusammenarbeit bei den Friedensgesprächen in Genf auf. Die verschiedenen Delegationen müssten sich absprechen, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow bei einem Besuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Bei den Gesprächen in der Schweiz gebe es zwar derzeit zwei getrennte Delegationen der Opposition, doch sei er überzeugt, dass dies nur vorübergehend so sein werde, sagte der Minister.

Video: Zahl der Toten nach Anschlag in Damaskus steigt

 

Das Verhandlungskomitee der Opposition besteht darauf, dass es alleine darüber entscheidet, wer die Regimegegner vertritt. Moskau hatte hingegen eine Liste mit Namen von Oppositionellen eingereicht, die aus russischer Sicht ebenfalls dabei sein sollen. Lawrow kündigte der Agentur Interfax zufolge ein Treffen mit den Außenministern der Arabischen Liga Ende Februar in Moskau an. Ein Datum nannte er nicht.

Truppen von Baschar al-Assad verstärken Druck auf Aleppo

Oppositionspolitiker Allusch sagte am Rande der Verhandlungen, an der Lage vor Ort habe sich nichts geändert. Die "Islamische Armee" ist einer der größeren Rebellengruppen, die sich seit Jahren einen Bürgerkrieg mit der syrischen Armee und anderen Gruppen liefert.

Mehr zum Thema: Großbritannien kritisiert Russland wegen Luftangriffen in Syrien

Ungeachtet der Friedensgespräche in Genf haben regierungstreue Kräfte in Syrien ihren Vormarsch fortgesetzt. Sie hätten am Dienstagmorgen das Dorf Hardatnin bei Aleppo eingenommen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Sana. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, seit Montag habe die Armee drei Dörfer bei Aleppo besetzt und damit den Zugang zu einer wichtigen Versorgungslinie in die Stadt freigekämpft. Die Rebellen in der umkämpften syrischen Großstadt Aleppo könnten somit ihre wichtigste Nachschubroute an das Regime verlieren.

Unterstützt worden seien die Soldaten durch heftige Bombardements, vermutlich durch die russische Luftwaffe. In Genf fordert die Opposition die syrische Regierung auf, vor dem Beginn von Verhandlungen Luftangriffe zu stoppen und die Belagerung der von Rebellen gehaltenen Regionen zu beenden.

Regimesoldaten kontrollierten nun Gebiete nahe der wichtigen Verbindung der Rebellen zur türkischen Grenze. Die Luftschläge Russlands hatten in den vergangenen Monaten an mehreren Fronten Syriens zu Geländegewinnen der Regierungseinheiten geführt. Das in Nordsyrien gelegene Aleppo wird teils von Rebellen und teils von Truppen Assads kontrolliert.
 

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

 
Für diese Seite sind keine Kommentare vorgesehen.