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Kaum neue Flüchtlinge Plötzlich sind Bayerns Aufnahmezentren leer

Der Einbruch kam überraschend: Erstmals seit Monaten kamen in Bayern kaum noch Flüchtlinge an, Sonderzüge wurden abbestellt. Grund dafür ist vermutlich ein "Stau" auf der Balkanroute.

Für die Beamten in Niederbayern muss sich die Situation vollkommen neu anfühlen: Erstmals seit Monaten sind in der Erstregistrierungsstelle in Passau so gut wie keine Flüchtlinge mehr angekommen. Die ehemaligen Montage-Hallen, die als Registrierungstelle dienen, seien "sehr, sehr leer", bestätigte der Sprecher der Stadt Passau, Herbert Zillinger, der "Welt". Zuvor hatte der Bayerische Rundfunk darüber berichtet.

Sonderzüge, die die Flüchtlinge vom Passauer Erstaufnahmelager in die Republik verteilen sollten, seien demnach nach abbestellt worden. Normalerweise seien sonst drei solcher Züge täglich aus der niederbayerischen Stadt abgefahren.

Auch interessant: "Deutschlands Sonderweg" spaltet Europa

Im oberbayerischen Freilassing gestaltete sich die Situation laut "BR" ähnlich. Dort kamen seit Dienstagmittag keine Flüchtlinge mehr an. Das zu einem Quartier umfunktionierte ehemalige Möbelhaus war erstmals seit Monaten komplett leer.

Weiter knapp 3000 Flüchtlinge am Tag

Als Grund für den plötzlichen Einbruch nannte Zillinger unter anderem die winterlichen Bedingungen auf der Balkanroute. Ein weiterer Grund für die Lücke könnte auch der "Stau" sein, den Mazedonien vergangene Woche an seiner Grenze zu Griechenland verursacht hatte. Rund 2000 Flüchtlinge waren wegen verstärkter Kontrollen an der Weiterreise gehindert worden. Die Registrierungsstellen in Kroatien und Slowenien blieben leer.

Mazedonien lässt nur noch Menschen mit dem Ziel Österreich oder Deutschland passieren. Zudem wird die Weiterreise nur Schutzsuchenden aus dem Irak, Syrien und Afghanistan erlaubt.

Insgesamt hält der Flüchtlingszuzug nach Deutschland und Europa unvermindert an. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur registrierten die Behörden im Januar bundesweit 91.671 neue Flüchtlinge. Der Schnitt liegt damit bei rund 3000 Menschen am Tag. Nach der Lücke werden dem BR-Bericht nach am Donnerstag erneut 1000 Flüchtlinge an der österreich-slowenischen Grenze erwartet.

Das deckt sich mit den Zahlen des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR), das am Dienstag von einem ungebrochenen Flüchtlingsstrom auf der Balkanroute berichtete. Demnach seien am Dienstag in der griechischen Hafenstadt Piräus rund 1700 neue Migranten von den Inseln in der Ostägäis angekommen. Sie waren aus der Türkei übergesetzt. Bereits am Montag waren knapp 6500 Migranten von diesen Inseln angekommen.

Insgesamt kamen im Januar laut UNHCR 60.502 Flüchtlinge aus der Türkei auf dem Seeweg nach Griechenland. Im Juni 2015, als der große Migrationszustrom in der Ägäis einsetzte, waren es knapp 55.000 Migranten.

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