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Pjöngjang tarnt und täuscht "Wir sehen nicht mehr, was passiert"

Nordkorea hat einen Raketenstart angekündigt. Gerüchte gab es schon länger, aber keine Beweise. Pjöngjang hat dazugelernt, was die Tarnung von Anlagen angeht. Für den Westen wird das zum Problem.

Hat Nordkorea tatsächlich- wie vom Regime behauptet – Anfang Januar eine Wasserstoffbombe gezündet? Darüber sind sich Experten auch Wochen später nicht einig - und schon kündigt Nordkorea einen Raketenstart an. Zwischen dem 8. und 25. Februar werde ein Beobachtungssatellit ins All geschickt, ließ Pjöngjang nach Angaben der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) wissen. Entsprechende Gerüchte gab es schon länger, aber keine Beweise, denn Nordkorea verschleiert seine Aktivitäten inzwischen besser.

Unter anderem der Bau einer neuen, größeren Abschussrampe, der auf Bildern kommerzieller Satelliten zu erkennen ist, deutete darauf hin, dass es sich bei dem Träger um eine überarbeitete Version des Raketentyps Unha-3 handeln könnte. Eine solche Rakete hatte 2012 von Sohae aus den ersten nordkoreanischen Satelliten in eine Umlaufbahn der Erde gebracht.

Im Januar 2013 berichtete die nordkoreanische Zeitung "Rodong Sinmun", ein Sprachrohr der Regierung, unter Berufung auf einen Wissenschaftler, geplant sei eine ganze Reihe von Satelliten. Eine Unha-9 solle schließlich einen Mondorbiter ins All bringen. Modelle der Unha-9 wurden in Nordkorea bereits bei diversen Staatsfeierlichkeiten gezeigt.

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Die USA und andere Staaten haben die Raketenstarts in Nordkorea scharf kritisiert. Sie befürchten, eine ähnliche Technologie könnte bei der Entwicklung von Interkontinentalraketen eingesetzt werden. UN-Sanktionen verbieten Nordkorea solche Arbeiten. Das Regime in Pjöngjang erklärt, es habe ein Recht auf ein ziviles Weltraumprogramm. Im Einklang mit internationalen Standards würden Raketenstarts im Voraus angekündigt.

Genaue Voraussagen über Raketenstarts in Nordkorea sind schwierig, weil das Regime seine Aktivitäten seit einigen Jahren besser verschleiert. Die Erkenntnisse der internationalen Geheimdienste sind wahrscheinlich besser, als sie öffentlich einräumen, aber schon die frei zugänglichen Satellitenbilder machen deutlich, dass auf der Raketenbasis seit dem Start der Unha-3 im Jahr 2012 einiges geschehen ist. So wurde zum Beispiel ein Tunnel gebaut, der direkt zur Abschussrampe führt.

Damit können Bauteile möglicherweise von Pjöngjang aus unterirdisch transportiert werden. Vor Ort werden sie montiert und dann über einen Fahrstuhl an die Oberfläche gebracht. Die Abschussrampe wird seit Kurzem von einer gewaltigen Plane verdeckt.

"Im Endeffekt sehen wir nicht mehr, was passiert", erklärt Joel Wit, ein ehemaliger Mitarbeiter des US-Außenministeriums und Redakteur der Website "38 North", die sich auf Nordkorea konzentriert. "Vorher konnten wir sehen, dass mit Lastwagen Gegenstände transportiert wurden. Das macht die Sache schwierig." Manche Arbeiten könnten nicht versteckt werden, aber dank der Neuerungen "ist das wie in Teeblättern zu lesen".

"Die Nordkoreaner sind nicht dumm"

Im Bereich der atomaren Entwicklung hat sich die Verschleierungstaktik ausgezahlt. Beobachter sind nicht sicher, ob Nordkorea zu Jahresbeginn tatsächlich eine Wasserstoffbombe zündete. Der Grund: Die Explosion fand in größerer Tiefe als bisher am Ende eines längeren Tunnels statt, die Tunnel und Öffnungen waren besser verschlossen und die Anlage insgesamt stärker getarnt.

Auch bei den Vorbereitungen auf einen möglichen Raketenstart gelten Vorsichtsmaßnahmen. Nordkorea weiß, wann sich kommerzielle Satelliten über dem Testgelände befinden, weil die meisten dem Stand der Sonne folgen und so immer zu gleichen Zeit über den gleichen Orten kreisen. Über Nordkorea befinden sie sich zwischen 10 Uhr und etwa 14 Uhr, also werden die Arbeiten während dieses Zeitfensters eingestellt oder werden innerhalb von Gebäuden fortgesetzt.

Solche Schritte sind weniger effektiv gegen Spionagesatelliten, die von Regierungen betrieben werden. Sie können die Anlagen praktisch ununterbrochen überwachen und durchdringen auch Wolken und Dunkelheit.

Joe Bermudez, Chefanalyst bei AllSource Analysis, erklärt, die nordkoreanischen Bemühungen zur Täuschung und Verschleierung seien aufwendig. "Die Nordkoreaner sind nicht dumm", sagt Bermudez. Besonders nordkoreanische Offiziere und Geheimdienstagenten verfolgten die internationale Medienberichterstattung. "Sie sehen, was wir sehen und sie passen sich an."

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