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Schrecklicher Taliban-Mord Warum der zehnjährige Wasil sterben musste

Der zehnjährige Wasil ging aus dem Haus, um Gemüse zu kaufen. Da fuhr ein bewaffneter Mann an ihm vorbei und schoss ihm kurzerhand zweimal in den Kopf. Im Anschluss bejubeten die Taliban ihre Tat.

Für die afghanische Regierung war er ein Held. Sie ließen ihn in einer viel zu großen, geborgten Polizeiuniform vor Kameras posieren. Mit einer Blumenkette um den Hals. Wasil Ahmad führte eine Gruppe Milizionäre gegen die Taliban an – im Alter von zehn. Nun ist er tot.

Wasil ging aus dem Haus, um Gemüse zu kaufen. Da fuhr ein bewaffneter Mann an ihm vorbei und schoss ihm kurzerhand zweimal in den Kopf, berichtet die "New York Times". Dann floh der Täter. Anschließend bekannten sich die radikalislamischen Taliban zu der Attacke. "Wir haben einen Handlanger der Regierung getötet", schrieben sie im Netz.

Der Zehnjährige wurde gewissermaßen in seine Aufgabe hineingeboren. Einst war Wasil Ahmads Onkel, Mullah Abdul Samad, Taliban-Kommandeur. Er entschied vor vier Jahren, mit Dutzenden seiner Männer auf die andere Seite zu wechseln – darunter auch Wasil Ahmads Vater. Samad wurde Kommandeur von 70 afghanischen Polizisten in Khas Uruzgan – die Taliban belagerten die Stadt im vergangenen Sommer zwei Monate lang.

18 Männer starben bei Gefechten gegen die Taliban, darunter auch Wasils Vater. Schließlich wurde auch sein Onkel Samad verwundet. Der Zehnjährige übernahm daraufhin das Kommando. "Sein Kampf glich einem Wunder", so Samad. 44 Tage lang habe Wasil die Männer übergangsweise geführt.

"Held" Wasil wird zum Social-Media-Hit

Nach Ende der Belagerung im August 2015 bereitete man der Miliz einen großen Empfang in Tirin Kut. Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten stand der kleine Wasil. Der stellvertretende Polizeichef der zentralafghanischen Provinz Uruzgan hängte ihm eine Blumenkette um den Hals und posierte mit dem Jungen vor den Kameras. Bilder des kleinen "Helden" verbreiteten sich schnell via Social Media im Netz.

Dabei sollte es in Afghanistan eigentlich gar keine Kindersoldaten mehr geben. "Entgegen der strikten Anordnung von Präsident Aschraf Ghani erreichen uns aber immer wieder Berichte von Kindern an der Front", so der Sprecher der afghanischen Menschenrechtskommission, Rafiullah Baidar, gegenüber der "New York Times". "Insbesondere bei lokalen Polizeimilizen."

Wasils Karriere sollte nach der Auszeichnung ein Ende haben. Seine Familie mietete ein Haus in Tirin Kut und schickte den Jungen zur Schule. Er sei davon nicht begeistert gewesen, so ein ehemaliger Nachbar. Lieber habe er mit Waffen gespielt und über Militärangelegenheiten gesprochen. Nun fiel das Kind einem Racheakt zum Opfer.

 

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