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Großeinsatz der Polizei Islamisten planten Terroranschlag in Berlin

Hunderte Polizisten sind in drei Bundesländern gegen eine mutmaßliche Islamisten-Zelle vorgegangen. Die Algerier stehen unter Terrorverdacht. Nach und nach werden mehr Details bekannt.

Mit 450 Beamten allein in Berlin ist die Polizei in der Hauptstadt, in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen gegen mutmaßliche Anhänger der Dschihadistenorganisation Islamischer Staat vorgegangen. Die Ermittlungen richten sich gegen vier Angehörige der dschihadistischen Szene "wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat", wie die Berliner Polizei mitteilte. Zwei der 26 bis 49 Jahre alten Algerier wurden festgenommen.

"Es geht um mögliche Anschlagsplanungen für Deutschland - konkret für Berlin", sagte ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft. Die "Bild"-Zeitung hatte zuvor berichtet, Ziel sollte der Alexanderplatz sein. Dieser Verdacht erhärtete sich bislang nicht.

Das Innenministerium in Düsseldorf betonte, dass es keine Hinweise gebe, "dass Anschläge in NRW - auch nicht im Zusammenhang mit Karneval - geplant worden sind." 

Es besteht der Verdacht, dass die vier Männer Kontakte zum IS hätten. "Einer von ihnen wird wegen Zugehörigkeit zum IS auch von den algerischen Behörden gesucht. Er ist nach dem Ergebnis der Ermittlungen in Syrien militärisch ausgebildet worden", teilte die Polizei mit. Nach den dpa-Informationen erhielt die Polizei den ersten Hinweis auf den Hauptverdächtigen in NRW vom Bundesamt für Verfassungsschutz.

Hauptverdächtiger kam als Flüchtling

Der 35-jährige Hauptverdächtige wurde in einem Erstaufnahmeauflager für Flüchtlinge in Attendorn im Sauerland festgenommen. Der Algerier kam im Herbst 2015 als Flüchtling nach Deutschland. Nach dpa-Informationen reiste er über die Balkan-Route und ließ sich in Bayern als Flüchtling registrieren. Laut RBB war der Mann mit verschiedenen Identitäten unterwegs.

Nach ersten Hinweisen auf Anschlagspläne sei der Mann dann in Nordrhein-Westfalen ausfindig gemacht worden, teilte die Polizei mit. Im Zuge weiterer Ermittlungen habe man Kontakte des Mannes zu Islamisten in Berlin und Hannover festgestellt. Er wurde aber nicht wegen der möglicher Anschlagsplanungen festgenommen, sondern wegen eines Haftbefehls algerischer Behörden wegen IS-Mitgliedschaft.

Verdächtige arbeiteten am Alexanderplatz

Die Razzien in Berlin richteten sich gegen zwei Verdächtige, die schon länger dort leben und arbeiten. Ein 49-jähriger Mann wurde festgenommen, gegen ihn lag ein Haftbefehl wegen Urkundenfälschung vor. Der andere Berliner Verdächtige blieb auf freiem Fuß. In der Hauptstadt durchsuchten mehrere hundert Polizisten vier Wohnungen in Kreuzberg und Tempelhof sowie ein Kiosk und ein Backshop in Berlin-Mitte.

Laut "Bild" hatten die beiden Verdächtigen am Alexanderplatz zuletzt gearbeitet, um Informationen über das Anschlagsziel zu sammeln. Die Fahnder hätten Hinweise auf Sprengstoff gehabt, weshalb bei den Durchsuchungen auch Sprengstoff-Hunde im Einsatz waren. Die Zeitung zitiert einen Ermittler mit den Worten: "Aufgrund der Professionalität der Männer war fast davon auszugehen, dass wir in den Wohnungen nichts finden. Wenn, dann wird das Zeug an unbekannten Orten versteckt."

Tatverdächtiger in Hannover hatte Kontakt nach Belgien

Zeitgleich gab es zwei Durchsuchung in der Region Hannover. Die Fahnder rückten sowohl bei einem Flüchtlingsheim in Isernhagen bei Hannover an als auch bei einem Mehrfamilienhaus im Zentrum der Landeshauptstadt, bestätigten Ermittler. Der gesuchte 26 Jahre alte Verdächtige wurde dabei angetroffen, aber nicht festgenommen. Die Fahnder beschlagnahmten mehrere Laptops und Handys.  

Nach dpa-Informationen aus Sicherheitskreisen hat der Mann Verbindungen zur belgischen Islamistenszene. Der 26-Jährige sei vor wenigen Wochen mindestens einmal in die Brüsseler Gemeinde Molenbeek gereist, hieß es. Dort hatte auch der getötete mutmaßliche Drahtzieher der islamistischen Anschläge in Paris vom 13. November, Abdelhamid Abaaoud, gelebt. Molenbeek gilt als Islamistenhochburg.

Gegen die Männer wird bereits seit mehreren Wochen ermittelt. Die Erkenntnisse hätten sich um den Jahreswechsel herum verdichtet. Demnach wollte die Gruppe in Berlin zusammenkommen, um Attentate vorzubereiten. Die Verdächtigen hätten unter großer Geheimhaltung verdeckt operiert und verschlüsselt miteinander kommuniziert, hieß es aus Sicherheitskreisen. Wie weit die Pläne bereits fortgeschritten waren, war zunächst offen.

Computer und Handys sichergestellt

Die Ermittlungen seien in enger Kooperation mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz, dem Bundeskriminalamt, der Generalstaatsanwaltschaft Hamm und den Ländern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen geführt worden. "Bei den zeitgleich zur Ergreifung durch Spezialkräfte erfolgten Durchsuchungen wurden unter anderem Computer, Mobiltelefone und Aufzeichnungen sichergestellt, deren Auswertung andauert", teilte die Polizei weiter mit.

"Bevor wir weitere Schlüsse ziehen können, müssen wir die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und die Auswertung der sichergestellten Objekte abwarten", erklärte Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU). Die Bedrohungslage durch militante Islamisten bleibe hoch. "Wir haben weiterhin allen Grund, wachsam und vorsichtig zu sein." Deshalb seit ein konsequentes Vorgehen gegen die Islamistenszene geboten, besonders wenn es um mögliche IS-Bezüge gehe.

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