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"Fortress Europe" Pegida ruft Europas Islamfeinde auf die Straße

Sie sind "bereit ihre Karriere zu riskieren", um Europa vor dem "Feind" zu retten. Mit viel Pathos versucht das Pegida-Bündnis neue "besorgte Bürger" zu mobilisieren - diesmal in ganz Europa.

Die islam- und fremdenfeindliche Pegida-Bewegung will sich besser mit Gleichgesinnten aus anderen europäischen Ländern vernetzen. Der 6. Februar ist seit langem als erster internationaler Aktionstag der selbst ernannten "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" geplant. Dann soll es unter anderem Kundgebungen in Amsterdam, Birmingham, Bratislava, Prag, Tallin und Warschau geben. Außerdem natürlich in Dresden, wo die immer radikaler gewordene Pegida-Bewegung im Herbst 2014 entstand.

Mit viel Pathos in der Stimme verkündete Pegida-Frontfrau Tatjana Festerling bei der jüngsten Pegida-Kundgebung in Dresden Details des europäischen Schulterschlusses. Demnach trafen sich unlängst in der Nähe von Prag Vertreter von Bürgerbewegungen und Parteien aus Tschechien, der Slowakei, Polen, Österreich, Bulgarien, Finnland den Niederlanden, Estland, Italien und Deutschland, um eine "Prager Erklärung" zu unterzeichnen und das gemeinsame Vorgehen abzustimmen.

"Unabhängig von der EU und den üblichen elitären Zirkeln werden wir die Vernetzung der Patrioten Europas ausbauen - zur Festung Europa", rief Festerling der Menge zu und verriet damit zugleich den Namen des Projektes. "Fortress Europe" solle den "Bevölkerungsaustausch und die damit verbundene Islamisierung Europas" abwehren: "Eine Unterwerfung kommt nicht infrage", machte Festerling klar und bezeichnete Dresden als "Hauptstadt des deutschen Widerstandes".

"Werden Europa nicht unseren Feinden überlassen"

In der "Prager Erklärung" ist die Rede davon, dass die 1000jährige Geschichte der westlichen Zivilisation durch die "islamische Eroberung Europas" schon bald ein Ende haben könnte. "Wir werden Europa nicht unseren Feinden überlassen", erklären die Unterzeichner. Und weiter: "Wir sind bereit, unsere Freiheit, unser Vermögen, unsere Berufe und Karrieren zu riskieren - und vielleicht auch unser Leben."

In einem Mobilisierungs-Video für den Aktionstag malt Festerling ein düsteres Bild von der Lage. Demnach steht Deutschland kurz vor dem Zerfall. Das Land sei "vollgestopft mit skrupellosen, verrohten muslimischen Männern", die mit täglichen Respektlosigkeiten, aggressiven Angriffen, sexuellen Übergriffen und Vergewaltigungen zeigten, was sie von einer Willkommenskultur hielten. Festerling steht dabei vor einer schimmelnden Mauer, im Hintergrund spielt die Pegida-Hymne. Längst sei es "fünf nach zwölf", sagt das frühere AfD-Mitglied.

Dresden rüstet sich für Krawall

Für Politikwissenschaftler Werner J. Patzelt ist es folgerichtig, dass sich Pegida mit anderen zusammentut. Die Bewegung sei ein Teil des europäischen Rechtspopulismus, genauso wie die AfD: "Da ist es selbstverständlich, dass man bei anderen rechtspopulistischen Bewegungen nach Bundesgenossen sucht." Pegida habe schon immer zeigen wollen, das man keine deutsch-chauvinistische Bewegung ist, sondern Probleme thematisiere, die alle europäischen Staaten betreffen.

Die Dresdner Pegida-Spitze will sich an diesem Samstag aufteilen. Lutz Bachmann soll mit Gästen aus dem Ausland die Anhänger am Dresdner Königsufer einschwören. Pegida-Versammlungsleiter Siegfried Däbritz will in Bratislava sprechen, Festerling in Warschau. Per Videoleinwand möchte man Akteure in anderen Städten zu Wort kommen lassen. Zumindest in Dresden müssen die "Pegidianer" mit erheblichem Gegenwind rechnen, an mehrere Orten der Innenstadt sind Gegenkundgebungen geplant.

Eine Frage wird sein, ob der internationale Aktionstag die Szene im eigenen Land beflügeln kann. Denn eines ist inzwischen unübersehbar: Die Bewegung tritt auf der Stelle. Von Bachmanns Ankündigung, eine Partei zu gründen, ist seit langem keine Rede mehr. Zahlenmäßig bringt Pegida in seiner Hochburg Dresden zwar jede Woche noch ein paar Tausend Menschen auf die Straße - allerdings werden es seit geraumer Zeit auch nicht mehr. Zuletzt wurde die Teilnehmerzahl auf 3000 bis 4000 geschätzt; zur besten Zeit waren es fünfmal so viel. 

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