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Krisensitzung UN-Sicherheitsrat verurteilt Nordkoreas Raketenstart

Der UN-Sicherheitsrat hat den Abschuss einer nordkoreanischen Langstreckenrakete scharf verurteilt. Brisant ist, welches Land die gegen Pjöngjang gerichtete Erklärung ebenfalls verabschiedete.

Nur wenige Wochen nach dem Zünden einer Wasserstoffbombe hat Nordkorea die internationale Gemeinschaft mit dem Start einer Langstreckenrakete alarmiert. Das nordkoreanische Staatsfernsehen berichtete, der von Staatschef Kim Jong Un angeordnete Raketenstart, mit dem ein Satellit ins All gebracht wurde, sei ein "voller Erfolg" gewesen. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verurteilte nach einer Dringlichkeitssitzung das Vorgehen Nordkoreas scharf.

Der Raketenstart wird in Verbindung mit den Atomtests als weiterer Versuch Nordkoreas bewertet, atomar bestückbare Langstreckenraketen zu entwickeln, mit denen neben den Staaten der Region selbst Teile der USA bedroht werden können. Südkorea kündigte an, angesichts der Bedrohung durch Nordkorea nun Gespräche mit den USA über die Stationierung des US-Raketenabwehrsystems Thaad aufzunehmen. China wie auch Russland lehnen dies ab.

Der UN-Sicherheitsrat kündigte "signifikante Maßnahmen" gegen Nordkorea an. Der Raketentest sei eine ernste Verletzung von Resolutionen des Sicherheitsrats, sagte dessen derzeitiger Präsident Rafael Dario Ramirez Carreno. Die UN-Resolutionen verbieten dem Land die Nutzung ballistischer Raketen. Generalsekretär Ban Ki Moon rief Nordkorea auf, das "provokante Verhalten" zu unterlassen.

Auch Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye sprach von einer unverzeihlichen Provokation. Nordkoreas Nachbar will nun mit den USA über die Stationierung von Thaad verhandeln. Das System würde nur gegen den Norden eingesetzt, versicherte die Regierung in Seoul. Die USA haben bereits 28.500 Soldaten in Südkorea stationiert und führen regelmäßig gemeinsame Militärübungen mit Südkorea durch.

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe bezeichnete den Raketenstart als "komplett inakzeptabel", besonders nach dem Atomtest. Auch das Außenministerium in Peking sprach von einem bedauerlichen Vorgang. China ist der einzige größere Verbündete Nordkoreas, kritisiert jedoch dessen Atomprogramm. Auch Russlands Außenministerium reagierte scharf: Die Regierung in Pjöngjang habe einmal mehr ihre Missachtung der internationalen Gesetze demonstriert, erklärte das Ministerium in Moskau. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier rief alle Partner auf, entschlossene Schritte mitzutragen.

Pjöngjang spricht von einem legitimen Weltraumprogramm

Der insgesamt bereits vierte Test eines Atomsprengsatzes zu Jahresbeginn sowie der Raketenstart gelten als Bemühungen von Kim Jong Un vor dem Parteitag seiner Regierungspartei im Mai seine Macht zu stärken. Der letzte Parteitag hatte 1980 stattgefunden. Laut Nordkorea wurde mit der Rakete, über deren Start das Land vorab informiert hatte, der nach dem früheren Staatschef Kim Jong Il benannte Satellit "Kwangmyongsong-4" ins All gebracht. Er soll nun alle 94 Minuten die Erde umkreisen.

Die staatliche Nachrichtenagentur veröffentlichte Fotos einer weißen Rakete beim Start. Ein weiteres Bild zeigt Kim zusammen mit jubelnden Armeeangehörigen in einer Kommandozentrale. Es wird befürchtet, dass Nordkorea ein derartiges Geschoss mit einem atomaren Sprengkopf bestücken könnte und damit in der Lage wäre, neben Südkorea und Japan auch die Westküste der USA zu bedrohen. Die Regierung in Pjöngjang spricht dagegen von einem legitimen Weltraumprogramm. Nach dem letzten Start einer Langstreckenrakete im Jahr 2012 wurde allerdings niemals ein Signal von einem Satelliten empfangen.

Das US-Militär bestätigte, dass die Rakete den Weltraum erreicht habe. Das südkoreanische Verteidigungsministerium teilte mit, in der Nähe der südkoreanischen Jejudo-Insel mutmaßliche Trümmerteile der Rakete geborgen zu haben. Zuvor hatte die japanische Regierung angekündigt, bei einer Gefährdung des Landes werde das Militär die Rakete abfangen. Dem Sender NHK zufolge wurde jedoch kein derartiger Versuch unternommen. 

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