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Kesselschlacht um Aleppo droht Armee von Baschar al-Assad walzt die Rebellen nieder

Die syrische Armee stößt weiter mit Macht in Richtung türkische Grenze vor. Durch die Boden-Luft-Offensive nördlich von Aleppo stehen die Rebellen der "Liwa al-Tauhid" vor dem Kollaps.

Unterstützt werde sie dabei von der russischen Luftwaffe und Milizen, die vom Iran Hilfe erhielten, berichteten Rebellen, Einwohner und die oppositionsnahe Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die Regierungstruppen hätten die Ortschaft Kafeen erobert und stünden nur noch fünf Kilometer vor der Rebellenhochburg Tal Rafaat. Damit ist die Armee auf fast 25 Kilometer an die syrisch-türkische Grenze herangerückt. Dort campieren Zehntausende Menschen, die vor den Kämpfen um Aleppo die Flucht ergriffen haben. Sie erhalten von Hilfsorganisationen Nahrungsmittelhilfe und Medikamente. In die Türkei werden aber nur Verletzte und schwer kranke Menschen gelassen.

Die Regimetrupen wollen die von Rebellen beherrschten Teile der Stadt Aleppo von der Außenwelt abschneiden. Aktivisten warnen, dann drohe in der nordsyrischen Metropole eine neue humanitäre Katastrophe.  Die Aufständischen zögen sich wegen der heftigen Luftangriffe zurück, um ihre Verluste zu begrenzen, sagte ein Kommandeur der Rebellengruppe Liwa al-Tauhid. Es gehe mittlerweile nicht nur um Geländeverluste, sondern um die Existenz der Gruppe.

Video: Der Untergang von Aleppo

 

Angela Merkel "entsetzt" über Bombardierungen in Syrien

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Russland und das syrische Regime für die Luftangriffe auf Aleppo scharf kritisiert. "Wir sind entsetzt über das menschliche Leid durch die Bombenangriffe - auch von russischer Seite", sagte Merkel am Montag nach einem Treffen mit dem türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu in Ankara. Merkel machte deutlich, dass Russland damit auch gegen eine entsprechende UN-Resolution verstoße, die sich gegen Angriffe auf die Zivilbevölkerung richte. Deutschland und die Türkei forderten von Russland die Einhaltung dieser Resolution, sagte Merkel. "Das, was sich an der türkisch-syrischen Grenze zeigt, ist das große Leid", sagte sie zur Flucht Zehntausender Syrer nach den Angriffen auf Aleppo.

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Frank-Walter Steinmeier warnt vor Syrien-Krieg als Dauerzustand

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat vor einer Verlängerung des Syrien-Konflikts um mehrere Jahre gewarnt. "Wer immer auf eine militärische Lösung setzt, wird fünf Jahre weiteren Bürgerkrieg erleben. Das kann keine Alternative sein", sagte Steinmeier am Montag in Berlin. Der Minister rief deshalb dazu auf, die nächste Runde der internationalen Syrien-Gespräche am Donnerstag in München für neue

Vereinbarungen in Richtung Frieden zu nutzen. Steinmeier sagte nach einem Treffen mit seinem kroatischen Kollegen Miro Kovac, er mache sich über die Lage in Syrien und die Aussichten des Treffens "keine Illusionen". "Wir werden nicht mit einem Waffenstillstand starten." Ziel sei aber, eine "signifikante Reduzierung des Kampfgeschehens und Zugang zu humanitären Leistungen" zu erreichen. Falls dies am Donnerstag noch nicht gelinge, solle es ein weiteres Treffen geben.

An den Gesprächen, die vor der Münchner Sicherheitskonferenz stattfinden, nehmen die Außenminister aus mehr als einem Dutzend Staaten teil, darunter die wichtigsten Schutzmächte des Regimes von Machthaber Baschar al-Assad, Russland und der Iran. Die eigentlichen Friedensgespräche zwischen Assad-Regime und syrischer Opposition, die im Januar in Genf begannen, liegen derzeit auf Eis.

Berlin sieht Schutzzonen an türkischer Grenze skeptisch

Die Bundesregierung sieht für die Einrichtung von Schutzzonen für syrische Flüchtlinge an der türkischen Grenze nach wie vor erhebliche Probleme. Es sei auch bei entsprechenden früheren Vorstößen nicht zufriedenstellend beantwortet worden, "auf welcher völkerrechtlichen Grundlage und mit welchen militärischen Mitteln" solche Schutzbereiche auf syrischer Seite eingerichtet und verteidigt werden könnten, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Martin Schäfer, am Montag in Berlin.

Nach einem Vormarsch der syrischen Regierungstruppen im Norden des Landes sind nach Schätzungen fast 80.000 Syrer auf der Flucht in Richtung türkischer Grenze. Dort warten bereits rund 10.000 Menschen, die von der Türkei nicht ins Land gelassen werden. Schäfer sprach von einer "extremen humanitären Notlage".

Das Auswärtige Amt betonte die gewachsene Bedeutung der Syrien- Gespräche am 11. Februar in München. Angesichts der stockenden Verhandlungen und der nun bestätigten Teilnahme des iranischen Außenministers Mohammed Dschawad Sarif komme dem Ministertreffen "eine sehr viel größere Bedeutung zu als ursprünglich angedacht". Schäfer betonte angesichts einer Diskussion über einen möglichen Bodeneinsatz saudi-arabischer Truppen, es sei ein Irrglaube, dass man die Syrienkrise militärisch lösen könne.

Ärzte ohne Grenzen: Syrer an türkischer Grenze in verzweifelter Lage

Nach dem Vormarsch der syrischen Regierungstruppen im Norden des Landes wird die Lage von Zehntausenden Flüchtlingen an der Grenze zur Türkei bei Wintertemperaturen immer schwieriger. Die Situation der Menschen sei verzweifelt, erklärte die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) am Montag. Laut Schätzungen seien fast 80 000 Syrer auf der Flucht in Richtung der syrischen Stadt Asas und des türkischen Grenzübergangs bei Kilis. Dort warteten bereits rund 10 000 Menschen. In den vergangenen Tagen hatte es nach unterschiedlichen Angaben geheißen, in der Nähe von Asas harrten zwischen 30.000 und 50.000 Menschen aus.

Die Türkei versorgt die Flüchtlinge nach eigenen Angaben mit Hilfsgütern und will auf syrischer Seite Lager aufbauen, verweigert ihnen aber bisher den Grenzübertritt. Es mangele an Unterkünften, Trinkwasser und sanitären Einrichtungen, sagte die Leiterin der Syrien-Mission von MSF, Muskilda Zancada. Die syrische Armee und ihre Verbündeten waren in der vergangenen Woche mit Hilfe russischer Luftunterstützung in der Region vorgerückt und hatten die neue Massenflucht ausgelöst.

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