Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Nordkorea Kim Jong-un lässt Armeechef hinrichten

Kim Jong-un hat offenbar erneut einen unliebsamen Mitstreiter hinrichten lassen. Diesmal hat es Armeechef Ri Yong-gil getroffen. Beobachtern zufolge ist Kim in seinem Amt "nervös" und "unsicher".

Nordkoreas Staatschef Kim Jong-un hat offenbar erneut einen unliebsamen Mitstreiter seiner Regierung exekutieren lassen. Dieses Mal traf es nach südkoreanischen Medienberichten seinen Militärchef Ri Yong-gil, der seit 2013 im Amt war. Der angebliche Grund der brutalen Strafe: Korruption und persönliche Bereicherung.

Die südkoreanische Nachrichtenagentur "Yonhap" beruft sich auf einen nordkoreanischen Insider. Es sei demnach auffällig gewesen, dass der General im vergangenen Monat weder bei dem neuesten Raketentest am 7. Februar noch bei anderen offiziellen Terminen der "Partei der Arbeit" erschienen sei.

Mehr zum Thema: Nordkorea produziert wieder Plutonium

Der Insider habe erfahren, dass der General in diesem Monat abgeführt und angeklagt worden sei. Seine Hinrichtung fand demnach Anfang Februar statt. Ein weiteres Indiz für den Tod des Generals sei, dass die staatliche Zeitung "Rodong Sinmun" in einem aktuellen Artikel statt Ri den früheren Sicherheitschef Ri Myong-su als Militärchef nennt.

Ri Yong Gil. (Foto: pa/dpa/KCNA)

Ein weiterer Insider - der aus gutem Grund nicht namentlich genannt werden wollte - bestätigt gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass Ri exekutiert wurde. "Ri Yong-gil war äußerst prinzipientreu", so der anonyme Informant, "weshalb es gut möglich ist, dass die Regierung den Vorwurf der Korruption nur als Ausrede für die Hinrichtung benutzt hat." Es sei vielmehr wahrscheinlich, dass Ri den Staatschef mit einer abweichenden Meinung über die Militärstrategie verärgert habe. "Das beweist, dass Kim Jong-un sehr nervös über die Arbeit der Streitkräfte ist."

"Kim Jong-un ist unsicher"

Experten sind sich uneins, ob das blutige Durchgreifen Kims dessen uneingeschränkte Kontrolle über Nordkorea widerspiegelt oder vielmehr ein Zeichen für Schwierigkeiten bei der Machtkonsolidierung ist. Der Nordkoreaexperte Koh Yu Hawan sagte im Mai, Kim versuche offenbar, mit Säuberungswellen die alte Militärgarde an die Kandare zu nehmen, weil sie die einzige ernsthafte Bedrohung für seine Herrschaft darstelle.

Ende April wurde Verteidigungsminister Hyon Yong Chol auf einem Schießstand des Militärs mit Flakfeuer hingerichtet. Hintergrund war "Untreue und Respektlosigkeit" gegenüber Staatschef Jong-un. Chol war bei einer Parteiveranstaltung eingedöst. Im Januar 2015 hatte es General Pyon In Son getroffen. Er hatte es Medienberichten zufolge gewagt, Kim zu widersprechen.

Bereits Ende 2013 war Kims Onkel Jang Song Thaek als "Verräter" hingerichtet worden. Kim hatte seinen Onkel und Mentor, der als zweitwichtigster Mann im Staat galt, zuvor öffentlichkeitswirksam entmachtet. Auch seine einflussreiche Tante ließ Kim vergiften.

"Ich denke, diese Hinrichtung zeigt vor allem Kim Jong-uns Unsicherheit", so Nordkoreaexperte Michael Raska von der S. Rajaratnam School of International Studies in Singapur nach der Hinrichtung Hyon Yong Chols. "Als so junger Staatsführer hat er nicht die Seniorität, die aus traditioneller konfuzianischer Perspektive nötig wäre. Der einzige Weg für ihn, am Ruder zu bleiben, ist eine Politik der Angst."

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

 
Für diese Seite sind keine Kommentare vorgesehen.