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Boko Haram Selbstmordattentäterinnen sprengen sich in Flüchtlingscamp in die Luft

Bei einem doppelten Selbstmordanschlag auf ein Flüchtlingscamp in Nigeria sind Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Vermutet wird ein Racheakt der Terrormiliz Boko Haram.

Bei einem Anschlag in einem Flüchtlingscamp in Nigeria sind Dutzende Menschen getötet worden. Der doppelte Selbstmordanschlag wurde am Dienstag im Lager Dikwa verübt, in dem Menschen vor der Islamistengruppe Boko Haram Zuflucht suchen, wie Rettungskräfte im nordöstlichen Bundesstaat Borno mitteilten. Demnach sprengten sich zwei Frauen in die Luft und rissen mindestens 35 Menschen mit in den Tod. Andere Quellen sprechen von über 60 Toten. Fast 80 Menschen wurden verletzt.

In dem Camp leben rund 50.000 Menschen, die durch die Terroristen aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Dikwa liegt 85 Kilometer nordöstlich von Maiduguri, der größten Stadt in der Region, die als Geburtsstätte von Boko Haram gilt. Im Laufe des mittlerweile sechs Jahre andauernden Aufstands sind 20000 Menschen ums Leben gekommen. 2,5 Millionen wurden heimatlos und vertrieben.

Joachim Gauck zu Besuch

Der Doppelanschlag war möglicherweise eine Racheaktion für Armeeangriffe in der vergangenen Woche auf drei Dörfer in der Nähe der Stadt Kalabalge in Borno, die als Hochburgen von Boko Haram gelten. Dabei waren dutzende militante Kämpfer getötet worden.

Derzeit hält sich Bundespräsident Joachim Gauck in Nigeria auf. Am Mittwochnachmittag besuchte er ein Flüchtlingslager in Abuja.

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