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Renter verschont Diese Geste beim Raubüberfall passt nicht zum NSU

Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt gingen bei ihrem letzten Raubüberfall in Eisenach gewohnt brutal vor - auch zunächst einem Rentner gegenüber. Doch dann zeigten sich die Täter plötzlich großzügig.

Vor dem NSU-Untersuchungsausschuss des Thüringer Landtags hat ein Polizist ein bemerkenswertes Detail des letzten Banküberfalls der mutmaßlichen Rechtsterroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt geschildert.

Zunächst hätten beide bei ihrem Sparkassen-Überfall am 4. November 2011 in Eisenach einen älteren Kunden im Schalterraum zu Boden gestoßen, berichtete der Beamte in Erfurt. Doch dann zeigten sie sich ihm gegenüber überraschend freundlich: Sie hätten ihm seine Geldkarte und die von ihm gerade abgehobenen 50 Euro hingelegt und nicht geraubt. Der Sparkassen-Kunde habe diese Episode in einer späteren Zeugenvernehmung erzählt, sagte der Polizist.

Bereits 2014 hatte der Rentner, Manfred N., den Richtern im NSU-Prozess von dem Detail berichtet. Er sei zufällig am Geldautomaten gewesen, bevor die Täter die Sparkassenfiliale stürmten. Als das Geld bereits bereit lag, hätte einer der beiden Täter ihn in den Schalterraum gezerrt. "Der hat mir das Geld gebracht, das im Automaten war", sagt N. damals aus.

"Er war sehr grob. Angenehm war das bestimmt nicht"

Es ist ein Detail, das nur schwer in das Bild der sonst so brutal vorgehenden mutmaßlichen NSU-Terroristen passt. Auch an diesem Tag, bei ihrem 15. und laut Anklage letztem Überfall, gingen die Täter brutal vor. Einer von beiden soll eine Maske wie in dem Film "Scream" getragen haben, der andere eine Gorilla-Maske. Als der Filialleiter Stefan Ch. sich zunächst weigerte, den Tresor aufzuschließen, soll einer der Täter ihm mit der Pistole an die Schläfe geschlagen haben. Ch. brach daraufhin zusammen und blutete stark.

Die Feuerwehr löschte den Brand, später wurden in dem Wohnmobil die Leichen der mutmaßlichen Rechtsterroristen Mundlos und Böhnhardt entdeckt. (Foto: dpa)

Mit einer Pistole am Kopf sollte er eine Kollegin anweisen, die Notkasse zu öffnen. "Er war sehr grob. Angenehm war das bestimmt nicht", sagte Ch. aus. Den Rest der zum Zeitpunkt 71.000 Euro, die in der Bank lagerten, holten sich die beiden aus dem Tresor im Keller.

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Danach flohen die beiden mit Fahrrädern zu ihrem Wohnmobil, das sie in der Nähe geparkt hatten. Als zwei Polizisten sich näherten, sollen sich Mundlos und Böhnhardt erschossen und der Wagen in Flammen aufgegangen sein. Ihre Leichen wurden kurz darauf in dem Fahrzeug gefunden. Ihre mutmaßliche Komplizin Beate Zschäpe steht derzeit in München vor Gericht. Gemeinsam mit Mundlos und Böhnhardt soll sie unter anderem zehn Morde in ganz Deutschland verübt haben.

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