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George W. Bush im US-Wahlkampf Jeb Bush bekommt Hilfe von seinem Bruder

Jeb Bush galt als Favorit für die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner. Doch der Ex-Gouverneur präsentiert sich bislang schwach. Nun soll sein Bruder helfen: Ex-Präsident George W. Bush.

Für Jeb Bush heißt es hop oder top. Nach seinem bescheidenen Abschneiden bei den Vorwahlen in Iowa und New Hampshire wird sich für den ehemaligen Gouverneur von Florida am Wochenende in South Carolina weisen, welche Chance seine Präsidentschaftsbewerbung noch hat. Im Wahlkampf bekommt der Republikaner deshalb nun prominente Unterstützung von seinem Bruder, Ex-Präsident George W. Bush.

"Ich habe Jeb in Aktion erlebt", sagte der 69-Jährige in Charleston. "Ihr könnt euch darauf verlassen, dass er sich auf der Weltbühne angemessen und vertrauenswürdig verhalten wird." Der frühere Präsident (2001-2009) wurde von seiner Frau Laura begleitet.

Ohne Namen zu nennen, ging er auch auf andere Bewerber der Republikaner ein: "Der Stärkste im Raum ist nicht der Lauteste." Das dürfte ein klarer Seitenhieb auf Donald Trump gewesen sein, der stets mit populistischen Forderungen auffällt.

Bush auf seinem eigenen Weg ins Weiße Haus im Jahr 2000 vorgemacht, wie man eine Vorwahl in South Carolina gewinnt - ebenso übrigens, wie beider Vater George H.W. Bush im Wahlkampf 1988 und 1992. Der Name Bush zieht bei Republikanern im Süden der USA immer noch, ob nun bei Unternehmern, Veteranen oder evangelikalen Christen. Und für George W. Bush gibt es noch einen weiteren Anreiz, sich einzubringen: Er war zuletzt selbst Thema und Ziel von Attacken des führenden Bewerbers Donald Trump.

Brüder unter sich: Der Name Bush (hier Jeb und George W.) zieht bei Republikanern im Süden der USA immer noch. (Foto: AFP)

Der streitlustige Milliardär griff den ehemaligen Präsidenten in einer Fernsehdebatte der Republikaner vor einigen Tagen frontal an. Bush habe während seiner Amtszeit von 2001 bis 2009 "den Rat seiner CIA" ignoriert und den Nahen Osten destabilisiert, als er die US-Armee in den Irak einmarschieren ließ.

"Ich will euch sagen: Er hat gelogen", sagte Trump über den ehemaligen Oberbefehlshaber. "Sie sagten, es gebe Massenvernichtungswaffen, und es gab keine. Und sie wussten, dass es keine gab." Versuche von Jeb Bush, die Bilanz seines Bruders zu verteidigen, wischte Trump vom Tisch. "Das World Trade Center stürzte während der Amtszeit Ihres Bruders ein, behalten Sie das in Erinnerung", sagte Trump. "Uns zu schützen, sieht anders aus."

Trump stellt Jeb Bush im Wahlkampf gerne als schwaches und privilegiertes Protegé des republikanischen Establishments, von Lobbyisten und wohlhabenden Spendern dar. Nun traf eine seiner Breitseiten auch den älteren Bruder. Möglich ist das auch, weil Jeb inzwischen die Nähe zu George W. sucht und offensiver mit dem Namen Bush wirbt - anders als am Anfang, als er seine Eigenständigkeit betonte.

Trumps Attacken nicht ohne Risiko

In South Carolina, wo Jeb Bush seine Kontrahenten Marco Rubio und John Kasich klar hinter sich lassen und sich als wichtigster Herausforderer von Trump und dem erzkonservativen Senator Ted Cruz profilieren will, könnte die Strategie aufgehen. Lindsey Graham, US-Senator des Staats und bis Dezember selbst Präsidentschaftsbewerber, meint jedenfalls: "Der Name Bush ist Gold wert in meinem Staat." Er selbst hat Bush seine Unterstützung zugesichert. Bush-Wahlkampfhelfer Brett Foster meint sogar, George W. Bush sei "der beliebteste Republikaner auf Erden".

Trumps Attacken gegen den ehemaligen Präsidenten sind deshalb auch nicht ganz ohne Risiko. Die Familie Bush hat sehr gute Verbindungen in die Gesellschaft und Politik in South Carolina. Vor allem das Streiten für eine starke Sicherheitspolitik findet Anklang, zumal es ein halbes Dutzend Militäreinrichtungen gibt und sich Veteranen im Ruhestand mit Vorliebe in dem Staat niederlassen.

Trump lässt sich bisher aber kaum beeindrucken von Warnungen, dass seine Verbattacken letztlich ihm selbst schaden könnten. Und während Jeb Bush oft sachlich und zurückhaltend wirkt, kämpfte auch George W. Bush einst im Wahlkampf mit harten Bandagen. Die Vorwahlkampagne in South Carolina im Jahr 2000 ist als ziemlich unschön in Erinnerung geblieben. Bush schlug damals seinen Kontrahenten John McCain, der sich Gerüchten ausgesetzt sah, er habe ein uneheliches schwarzes Kind. Tatsächlich hat McCain ein Kind aus Bangladesh adoptiert.

 

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