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"Mehrheit begeht keine Straftaten" Das steht im BKA-Bericht zur Flüchtlingskriminalität

Syrer, Afghanen und Iraker stellen die größte Gruppe unter den Flüchtlingen in Deutschland, werden im Verhältnis aber selten straffällig. Ein BKA-Bericht befasst sich mit den Delikten von Migranten.

Die Zahl der aufgeklärten Straftaten mit Beteiligung von Zuwanderern ist in Deutschland im Jahr 2015 deutlich angestiegen - aber weit weniger, als die Zahl der Flüchtlinge wuchs. Das berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf den dritten als vertraulich eingestuften BKA-Bericht mit dem Titel "Kriminalität im Kontext von Zuwanderung".

Nach der Einschätzung des BKA begeht die "weit überwiegende Mehrheit der Asylsuchenden keine Straftaten", zitierte die "Bild" aus dem als Verschlusssache eingestuften Bericht. Demnach habe sich im ersten Halbjahr 2015 die Zahl der Straftaten zunächst deutlich erhöht, im zweiten Halbjahr habe die Entwicklung der Fallzahlen dann stagniert. Im zweiten Halbjahr 2015 kamen aber die meisten Flüchtlinge nach Deutschland.

440 Prozent mehr Flüchtlinge - 79 Prozent mehr Straftaten

Demnach lag die Zahl der Straftaten Ende Dezember 2015 bei 208.344 – das sind rund 92.000 mehr als im Vorjahr und entspricht einer Steigerung um 79 Prozentpunkte. Im selben Zeitraum sei die Zahl der Flüchtlinge um 440 Prozent gestiegen. Bis Ende 2015 seien 1.091.894 Asylsuchende registriert worden – fast 900.000 Menschen mehr als im Vorjahr.

Zuwanderer aus Syrien, Afghanistan und dem Irak stellen zwar 2015 die größte Gruppe (428.468 Syrer, 154.046 Afghanen und 121.662 Iraker), werden aber im Verhältnis seltener straffällig. Anteilig deutlich mehr Straftäter fanden sich unter den Migranten vom Balkan (Kosovo, Albanien, Serbien), aus Eritrea und Nigeria. So kommen beispielsweise nur acht Prozent der Zuwanderer aus Albanien – ihre Beteiligung an Straftaten liege aber bei 17 Prozent.

Viele Fälschungen, Schwarzfahrten und Diebstähle

Unter den Flüchtlingen im vergangenen Jahr vorgeworfenen insgesamt 208.344 Straftaten stehen dem Bericht zufolge Vermögens- und Fälschungsdelikte (52.167 Fälle), Schwarzfahren (28.712 Fälle) und Diebstahl (85.035) vorne. 

Der Anteil von Sexualdelikten habe bei unter einem Prozent gelegen, unter 1688 Fällen von Verstößen gegen die sexuelle Selbstbestimmung seien 458 Vergewaltigungen oder sexuelle Nötigungen gewesen. Dies ist gemessen an den bundesweiten Sexualdelikten ein geringer Anteil; nach den jüngsten vorliegenden Zahlen gab es 2014 laut "Bild" in Deutschland insgesamt knapp 47.000 Sexualdelikte. Allerdings sind die Vorfälle aus der Silvesternacht 2015/2016 in Köln und anderen Städten in dieser Statistik nicht erfasst. Sie werden vom BKA in einem eigenen Lagebild separat ausgewertet.

Tötungsdelikte richten sich fast immer gegen Ausländer

Verdoppelt habe sich dem BKA-Bericht zufolge die Zahl der durch Zuwanderer begangenen Rohheitsdelikte (Körperverletzung, Raub, räuberische Erpressung) und die Straftaten gegen die persönliche Freiheit (Nötigung) – von 18.678 Fällen (2014) auf 36.010 Fälle (2015). Diese Delikte machten demnach 18 Prozent der durch Zuwanderer begangenen Straftaten aus.

In 240 Fällen soll es im Jahr 2015 nach dem Bericht zu Straftaten gegen das Leben (zum Beispiel Totschlagsversuch) gekommen sein. Vergleich: 2014 waren es 127 Fälle. In zwei Dritteln aller Fälle hätten Täter und Opfer dieselbe Nationalität gehabt. Zu einem Tötungsdelikt sei es in 28 Fällen gekommen. Bis auf eine Ausnahme (deutsches Opfer) waren die Getöteten selbst Zuwanderer.

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