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Clausnitz in Sachsen Fremdenfeindlicher Mob attackiert Bus voller Flüchtlinge

Asylgegner haben in Sachsen einen Bus mit Flüchtlingen, darunter viele Frauen und Kinder, abgefangen und attackiert - obwohl die Polizei vor Ort war. Die Menge skandierte "Wir sind das Volk".

Gegner eines neuen Asylbewerberheims im mittelsächsischen Rechenberg-Bienenmühle haben versucht, die Ankunft der ersten Bewohner zu blockieren. Etwa 100 Demonstranten hätten am Donnerstagabend die Zufahrt eines Busses mit Flüchtlingen behindert, teilte die Polizei mit. Zudem hätten drei Autos die Straße blockiert.

Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) verurteilte die Blockade. Es sei "zutiefst beschämend", wie dort mit Menschen umgegangen worden sei, erklärte er. "Anstatt wenigstens den Versuch zu unternehmen, sich in die Situation der Flüchtlinge zu versetzen, blockieren einige Leute mit plumpen Parolen den Weg von schutzsuchenden Männern, Frauen und Kindern."

Mehr zum Thema: "Mit dieser Lage sind wir nicht mehr klargekommen"

In den sozialen Medien sorgt eine verwackeltes Handyaufnahme von dem Angriff für Aufsehen. Sie zeigt den Reisebus, aus dem Flüchtende versuchen auszusteigen. Frauen und Kinder sind zu sehen, die sichtlich geschockt sind, weinen und sich zu schützen versuchen. Es ist zu hören, wie die aggressive, pöbelnde Menge "Wir sind das Volk", "Ausländer raus" und weitere fremdenfeindliche Kommentare skandiert.

Erst nach etwa zwei Stunden habe sich der Protest aufgelöst und der Bus, auf dem makabererweise "Reisegenuss" stand, am Heim vorfahren können, meldete die Polizei.

Fremdenfeindliche Seite gesperrt

Nach der rasanten Verbreitung des Videos, das auf der fremdenfeindlichen Facebook-Seite "Döbeln wehrt sich – Meine Stimme gegen Überfremdung" hochgeladen worden war, wurde die Seite gesperrt. Zuvor hatten sich unter dem Hashtag #clausnitz viele über die ausländerfeindliche Aktion aufgeregt und die Seitenbetreiber wegen Hetze gemeldet. Auch "Nopegida" rief zu Beschwerden auf. Moderator Jan Böhmermann teilte das Video per Twitter.

 

Auf dem offiziellen Facebook-Auftritt der Polizei Sachsen wollten dutzende Bürger von den Beamten wissen, wie es zu dem Vorfall kommen konnte. "Wie kann es sein, dass in Clausnitz ein wütender Mob direkt an die Windschutzscheibe eines Busses mit Flüchtlingen gelassen wird? Wieso wird billigend hingenommen, das dieser Mob Flüchtlinge anbrüllt, in Todesangst versetzt und Frauen und Kinder zum weinen bringt?", wollte ein Bürger wissen.

Die Polizei reagierte umfassend. "Die schrecklichen Bilder/Videos erreichten uns heute morgen via Social Media. Wir als Polizei müssen die Neutralität in unseren Einsätzen wahren. Das fällt uns in dieser Situationen wirklich schwer. Wir sind alle Menschen in den blauen Uniformen, die genau wie Du empfinden beim Schauen des Videos", heißt es.

Polizei Sachsen in #clausnitz ... Umgang mit verängstigten Flüchtlingskindern. #kaltland

Posted by Frank Stollberg on Freitag, 19. Februar 2016
 

Es sei "nicht hinnehmbar", was dort passiert sei. 30 Beamte seien vor Ort gewesen, um die Asylsuchende zu schützen. "Wir haben verhindern können, dass es zu körperlichen Auseinandersetzungen oder Verletzten kommt, wenn gleich wir psychische Folgen eines solchen Ereignisses schwer verhindern können."

Die Beamten ermitteln inzwischen gegen 13 Demonstranten unter anderem wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Versammlungsgesetz.

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