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EU-Gipfel in Brüssel Angela Merkel flieht - für eine Tüte Fritten

Irgendwann hatte Angela Merkel keine Lust mehr auf Streit. Die Kanzlerin verließ den zäh laufenden Brüssler EU-Gipfel zu Fuß. Die CDU-Chefin wollte eine Tüte Fritten. Aber nicht irgendwelche.

Nein, diesmal kein Kabeljau wie am Vorabend. Einfach nur Pommes. Angela Merkel entfloh dem EU-Gipfel mit den 28 Staats- und Regierungschefs in Brüssel am Freitagabend für eine Tüte Fritten. Aber nicht irgendwelche. Es war die belgische Pommes-Spezialität von "Maison Antoine" am Place Jourdan, eine Brüsseler Institution, die bei Einheimischen einen legendären Ruf genießt. Umliegende Kneipen gestatten den Einlass mit Antoines Kartoffelspeise in der Hand.

Zehn Minuten ist die Kanzlerin dafür zu Fuß gegangen, verlautete aus Delegationskreisen. Manche Passanten erkannten die deutsche Regierungschefin, schossen Fotos und machten Merkels kurze Stippvisite über den Kurzmitteilungsdienst Twitter bekannt. Ein Bild zeigt sie und einen Sicherheitsbeamten an der Pommes-Theke. Vielleicht trieb aber nicht nur der Hunger Merkel aus dem EU-Ratsgebäude, sondern auch die dicke Luft, die dort herrschte.

Denn nach dem nächtlichen Ringen um die Flüchtlingspolitik verhakten sich die EU-Partner stundenlang in den Verhandlungen über Großbritanniens Verbleib in der EU. Auch Luftschnappen sei der Sinn des Kurztrips gewesen, hieß es. Die Frittenbude hat am Wochenende bis 02.00 Uhr nachts auf. Aussicht auf eine zweite Portion hatte Merkel trotzdem nicht. Der Krimi um den Brexit versprach eine neue Nachtsitzung.

Zehn Minuten ging Kanzlerin Angela Merkel zu Fuß zu "Maison Antoine", verlautete aus Delegationskreisen. (Foto: Reuters)

"Brexit"-Abstimmung völlig offen

Unterdessen bereitet sich Großbritannien nach der Gipfel-Einigung auf ein historisches Referendum über den Verbleib des Landes in der EU vor. Premierminister David Cameron unterrichtete seine Minister über die am Vorabend vereinbarten EU-Zugeständnisse an sein Land. Das britische Kabinett trat erstmals seit dem Falkland-Krieg vor mehr als 30 Jahren wieder an einem Samstag zu einer Sondersitzung zusammen.

Cameron kündigte via Twitter an, er werde anschließend das Datum für das geplante Referendum bekanntgeben - britische Medien tippen auf den 23. Juni. Dann müssen die Briten entscheiden, ob sie in der EU bleiben oder austreten wollen. Falls die Abstimmung scheitert, kommt der von vielen EU-Partnern befürchtete "Brexit" - das Ausscheiden Londons aus der Gemeinschaft. Nach Umfragen ist der Ausgang der Abstimmung völlig offen.

Auch in der Regierung und unter den Tory-Abgeordneten (Konservative) ist die Frage "Austreten oder Drinbleiben" umstritten. Cameron sagte, er werde seine Landsleute auffordern, bei dem Referendum mit "Drinbleiben" zu stimmen. Sein Land werde seinen Sonderweg in der EU weitergehen: "Großbritannien wird nie Teil eines europäischen Superstaates sein." Auch die Euro-Währung solle nicht eingeführt werden.

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