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US-Wahlkampf Der wunde Punkt der Republikaner

Das Ziel der Republikaner ist klar: Im November wollen sie das Weiße Haus erobern. Die Kandidaten liefern sich einen erbitterten Kampf um die Stimmen der Wähler. Die Partei hat ein großes Problem.

Schon lange ringen die US-Republikaner um eine einheitliche Linie im Umgang mit den afro- und lateinamerikanischen Bürgern im Land. Die Kritik von Papst Franziskus an Präsidentschaftsbewerber Donald Trump wirft nun ein Schlaglicht auf das gespaltene Verhältnis der Republikaner zu den Minderheiten in den Vereinigten Staaten.

Auf der einen Seite betonen Politiker wie Floridas Senator Marco Rubio, die Partei müsse für die Minderheiten attraktiver werden, um die Präsidentenwahl gewinnen zu können. Auf der anderen Seite setzen Rivalen wie Trump und der texanische Senator Ted Cruz auf eine scharfe Rhetorik, mit der sie wütende weiße Konservative auf ihre Seite bringen wollen. Weiter verkompliziert wird das Verhältnis durch das Thema Einwanderung, das die pragmatischeren Profis der Partei nicht in Einklang bringen können mit der Leidenschaft der treuesten Wähler.

Befeuert wurde die Debatte durch die Äußerungen des Papstes. Franziskus erklärte am Donnerstag nach einem Besuch an der Grenze zwischen Mexiko und den USA mit Blick auf Trump, wer Mauern statt Brücken baue, sei kein Christ. Der Streit dürfte auch auf Einfluss die Präsidentenwahl im November haben.

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Rubio macht sich im Wahlkampf klar für eine Öffnung der Partei stark. "Ich glaube nicht, dass der Konservatismus ethnische Grenzen hat", sagte er bei einem Auftritt mit der Gouverneurin von South Carolina, der indischstämmigen Nikki Haley, und dem afroamerikanischen Senator Tim Scott.

"Wir müssen nur Menschen, die uns bisher nicht gewählt haben, von unserer Politik überzeugen - Gruppen, die von unseren Vorstellungen profitieren würden, denen aber bisher vielleicht gesagt wurde, dass den Republikanern an Menschen wie ihnen nichts liegt", erklärte Rubio. Er selbst ist Sohn kubanischer Einwanderer. Auch Haley betonte bei einer anderen Wahlkampfveranstaltung den Aspekt der Vielfalt und sagte: "Ich hoffe, dass wir die neuen Gesichter einer konservativen Bewegung sind."

Doch Trump ist mit seinen radikalen Forderungen etwa nach einer Mauer zur Abwehr illegaler Einwanderer nicht alleine. Auch Cruz unterstützt den Vorschlag. Rubio hat mehrfach erklärt, in der Frage der Einwanderung werde es keine Fortschritte geben, solange die Regierung in Washington die Amerikaner nicht davon überzeugen könne, dass sie die illegale Immigration unter Kontrolle habe.

Dieser Ansatz steht allerdings im Widerspruch zu den Empfehlungen der Parteiorganisation. Das Republican National Committee war nach einer groß angelegten Studie für die Zeit nach 2012 zu dem Schluss gekommen: Die Partei sollte sich auf eine umfassende Einwanderungsreform einigen, um auch für andere Wähler als für ältere weiße Männer attraktiv zu werden.

Bei den Vorwahlen in South Carolina dürfte all das keine größere Rolle gespielt haben, denn hier dominieren weiße Wähler. Vor vier Jahren waren 98 Prozent der republikanischen Wählerschaft in dem Südstaat weiß. Anders sieht es bei der Wahl im November aus: Dann werden voraussichtlich mehr als 30 Prozent der Wahlberechtigten einer Minderheit angehören. Bis zum Jahr 2052 wird ihr Anteil auf über 50 Prozent steigen.

Trump ein "rassistischer Fanatiker"?

Einer aktuellen AP-GfK-Umfrage zufolge kommen bei den Hispanics Rubio und Cruz etwas besser an als Trump, beliebt ist aber keiner von ihnen. Bei den schwarzen Wählern kommen alle Kandidaten auf besonders niedrige Werte.

Laut der Erhebung haben 15 Prozent der Schwarzen und 31 Prozent der Hispanics ein positives Bild von Rubio. Cruz kommt auf elf Prozent bei den schwarzen Wählern und auf 29 Prozent bei denjenigen mit hispanoamerikanischer oder spanischer Herkunft. Weit abgeschlagen folgt Trump mit acht beziehungsweise 16 Prozent.

Dabei kann man ihm nicht vorwerfen, dass er die Minderheiten ignoriert. Er war in den vergangenen Tagen zusammen mit dem schwarzen Fernsehpfarrer Mark Burns auf Wahlkampftour in South Carolina. Burns sagte, viele Menschen hielten Trump fälschlicherweise für einen "rassistischen Fanatiker". "Das ist ganz und gar nicht der Fall", betonte der Geistliche.

Cruz, dessen Vater ebenfalls ein kubanischer Einwanderer ist, bemüht sich indes stark um evangelikale, weiße Wähler aus der Arbeiterschicht. Er tourte zusammen mit Gleichgesinnten durch South Carolina, darunter dem Abgeordneten Steve King aus Iowa, der illegale Einwanderer in den USA schon mit Drogenkurieren und mit Vieh verglichen hat.

Davon hebt sich ein Kandidat wie Rubio mit seinem Zugehen auf Minderheiten positiv ab, wie Henry Barbour sagt, der als Mitglied des Republican National Committee an der Wählerstudie beteiligt war. "Aber es macht mir Sorgen um die Zukunft unserer Partei, dass wir Kandidaten haben wie Donald Trump und Ted Cruz, die denken, wir hätten immer noch das Jahr 1972", sagt er.

 

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