Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Wahlforscher verrät Was wirklich hinter Merkels Umfragetief steckt

Die Flüchtlingskrise hat sich zur Gefahr für Angela Merkels Kanzlerschaft entwickelt. Die CDU-Chefin steckt im Umfragetief. Kann sie so noch eine Wahl gewinnen? Ein Wahlforscher hat es verraten.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat nach Einschätzung des Demoskopen Matthias Jung realistische Chancen, aus ihrem derzeitigen Umfragetief in absehbarer Zeit wieder herauszukommen. "Es gibt keinen Grund, wieso sich Merkel nicht erholen können sollte", sagte der Chef der Forschungsgruppe Wahlen, die für das ZDF Umfragen liefert und Wahlen analysiert.

Wichtig für einen neuen Aufschwung in der Wählergunst sei die Entwicklung in der Flüchtlingskrise. Hier habe die Kanzlerin sich "von einer präsidentiellen Position zu einer polarisierenden" bewegt, sagte Jung, "mit Positionen, die nicht einmal mehr von der Hälfte der Bevölkerung getragen werden".

Merkel sei im Ansehen der Wähler nicht etwa abgestürzt, "das war ein kontinuierlicher Prozess". Allerdings habe die CDU-Chefin in der Legislaturperiode 2009 bis 2013 zeitweise noch weniger Zuspruch gehabt. "Da hatte sie zwei Jahre vor ihrer triumphalen Wiederwahl viel schlechtere Werte als selbst heute", erinnerte Jung.

Mehr zum Thema: Merkel in der Flüchtlingskrise: Einsam, isoliert, alleingelassen

Die Frage sei für Merkel nun: "Komme ich mit einer erfolgreichen Politik irgendwann rüber, bin ich eine überzeugende Alternative zum Angebot, das sonst noch existiert." Der Wahlforscher verwies auf die Beispiele von Merkels Vorgängern Gerhard Schröder (SPD) 2002 und Helmut Kohl (CDU) 1994 - beide seien nach einem fast aussichtslosen Verfall ihrer Popularität wieder erfolgreich gewesen. "Da sind Bewegungen - abwärts und aufwärts - drin, die gigantisch sein können", sagte Jung.

Nach dem jüngsten Sonntagstrend hat sich die Union in der Wählergunst bereits stabilisiert. In der Umfrage, die Emnid wöchentlich für die "Bild am Sonntag" erhebt, kommen CDU/CSU erneut auf 35 Prozent. Die SPD liegt unverändert bei 24 Prozent, die AfD bei 12 Prozent. Die Linke gewinnt wie die Grünen einen Prozentpunkt hinzu, beide kommen auf 10 Prozent. Die FDP verliert einen Prozentpunkt und erreicht 4 Prozent.

SPD befindet sich im Drei-Fronten-Krieg

Ende Januar war die Union in der Umfrage noch auf 34 Prozent und damit den schlechtesten Wert seit Juli 2012 abgesackt. Auch mit ihrer umstrittenen Flüchtlingspolitik findet Merkel laut Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF bereits wachsende Zustimmung: 47 Prozent finden demnach, dass die Kanzlerin ihre Arbeit in diesem Bereich eher gut macht, 50 Prozent sind unzufrieden.

Im Januar äußerten noch deutlich mehr Bürger Kritik an der großzügigen Aufnahme von Flüchtlingen. In der Politiker-Rangliste verbesserte sich Merkels Zustimmungswert zuletzt leicht auf 1,1 (Mitte Januar: 1,0).

Mehr zum Thema: Wie Merkels Machtverlust Deutschland isoliert

Forschungsgruppe-Experte Jung sieht die SPD derweil weiterhin in einem Dilemma. Denn die Partei habe "ihr strategisches Problem nicht ansatzweise gelöst. Sie befindet sich in einem Drei-Fronten-Krieg." Mit der Union konkurrierten die Sozialdemokraten um Wähler in der politischen Mitte, mit der Linken "im klassischen linksideologischen Lager", mit den Grünen "in den moderneren Lebenswelten".

Nun komme noch die AfD hinzu, die der SPD - wie allen anderen Parteien auch - im kleinbürgerlichen Sektor Konkurrenz mache. Die SPD hat sich Jung zufolge nach der Ära Schröder "nie getraut, sich zu entscheiden, wen sie gewinnen und wen sie verlieren will. Das kostet auf Dauer Glaubwürdigkeit, das hebt sich auf in der Wirkung." Bisher habe die SPD die Ausrede gehabt, "dass sie erstmal Merkel überleben muss". Nun, da die Kanzlerin selber nicht mehr unangreifbar wirke, sei ein schwaches Abschneiden der SPD weniger zu kaschieren. 

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

 
Für diese Seite sind keine Kommentare vorgesehen.
 
Die Stiftung Patientenschutz vermutet, dass die Inhalte des Patientenverfügungsgesetzes bei den geschätzt 23 Millionen Menschen, die eine Patientenverfügung verfasst haben, weitgehend unbekannt sind. Foto: Jens Kalaene
Vorwurf gegen Gesetzgeber
Stiftung: Bürger bei Patientenverfügung allein gelassen
UN-Syrienvermittler Staffan de Mistura spricht von der schlimmsten humanitären Tragödie seit dem Zweiten Weltkrieg. Foto: Martial Trezzini
Bürgerkrieg in Syrien
UN-Sicherheitsrat berät über Luftangriffe auf Aleppo
Nachdem SPD-Fraktionschef Oppermann völlig neue TTIP-Verhandlungen forderte, nimmt der Generalsekretär der CDU Peter Tauber ihn scharf in die Kritik. (ARCHIV)
CDU-Generalsekretär
Tauber verteidigt TTIP
CDU-Generalsekretär Peter Tauber: «Geschichten wie diese bekomme ich immer wieder geschildert.» Foto: Gregor Fischer/Archiv
"Große süße Maus"
CDU-Generalsekretär Tauber begrüßt Debatte über Sexismus
Donald Trump hat einen perfiden Plan: Der Republikaner will Hillary Clinton mit der Ex-Geliebten ihres Mannes aus dem Konzept bringen.
Trumps perfider Plan
Einladung von Clintons Ex-Geliebter
Mit einer Abstimmung entscheiden die Schweizer, ob sie den Gesetzesentwurf der Regierung zum Abhören von Terrorverdächtigen billigen.
Geheimdienst in der Schweiz
Volksabstimmung über Abhörbefugnis
Abgelehnte Asylbewerber steigen am Baden-Airport in Rheinmünster in ein Flugzeug.
Abschiebungen
Keine Entwicklungshilfe an Staaten, die nicht kooperieren
Szene aus dem von der Polizei veröffentlichten Video Keith Lamont Scott ist von einer Polizeikugel getroffen worden und liegt auf der Straße. Foto: Charlotte Police Department/epa/dpa
Nach den Todesschüssen
Charlotte: Polizei veröffentlicht Videos und Bild von Waffe
Ein verletzter Junge wartet in einer Klinik in Aleppo darauf, dass er versorgt wird.
Lage in Syrien verheerend
Entsetzen über eiskalte Eskalation in Aleppo
SPD-Chef Sigmar Gabriel und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU): für die Parteien der beiden sieht es momentan nicht gut aus.
Umfrage zur Bundestagswahl
Union im Dreijahrestief, AfD-Aufwärtstrend stoppt
Proteste bosnischer Serben in Banja Luka, in Bosnien Herzegowina. Foto: Dejan Bozic/Archiv
Umstrittener Nationalfeiertag
Bosnische Serben starten Machtkampf mit Verfassungsgericht
Über eine Ausweitung der Befugnisse des Geheimdienstes wird in der Schweiz abgestimmt. Foto: Gian Ehrenzeller
Gesetz muss bestätigt werden
Schweizer stimmen über mehr Befugnisse für Geheimdienst ab
Einen schlechteren Präsidentschaftskandidaten als Donald Trump hat es nach Ansicht der "New York Times" nie gegeben.
"New York Times" über Donald Trump
"Der schlechteste Kandidat der modernen Geschichte"
Die syrische Luftwaffe setzt in Aleppo jetzt besonders tödliche Bomben ein.
Blutige Schlacht in Syrien
Aleppo soll in einer Woche fallen
Das Museum der Smithonian Institution enthält 36 000 Ausstellungsstücke. Foto: Jim Lo Scalzo
"Wir alle sind Amerikaner"
Museum für Schwarzen-Geschichte eröffnet
Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Flüchtlingsgipfel.
Flüchtlingsgipfel in Wien
Merkel will monatlich "mehrere Hundert" Migranten aufnehmen
Viktor Orban auf dem Flüchtlingsgipfel in Wien.
Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán
EU soll in Libyen "gigantische Flüchtlingsstadt" errichten
Er ist für den türkischen Präsidenten der Staatsfeind Nummer eins: Fethullah Gülen.
Gülen bezichtigt Erdogan der Verschwörung
"Sie haben das Jahre geplant"
Deutschlands bekanntester Geheimagent steht bald vor Gericht.
Das Phantom Werner Mauss
Deutschlands geheimster Agent im Zwielicht
Am Flughafen in Düsseldorf griff die Polizei zu: Ein mutmaßlicher IS-Kämpfer war aus einem Trainingscamp zurückgekehrt.
Festnahme in Düsseldorf
Mutmaßliches IS-Mitglied am Flughafen gefasst