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Grenzschließung Mazedonien Griechenland protestiert gegen Österreichs Vorgehen

Griechenland sieht Österreich als Drahtzieher der Grenzschließungen auf dem Balkan. In einer Protestnote kritisiert Athen das einseitige Vorgehen des Landes. 

In der Flüchtlingskrise spitzt sich die Lage an der griechisch-mazedonischen Grenze zu. Außerdem wachsen die Spannungen zwischen Griechenland und Österreich. Griechenland protestierte mit einer diplomatischen Note gegen die von Wien für Mittwoch organisierte Westbalkankonferenz, wie das Außenministerium in Athen mitteilte. Athen habe betont, dass die von Wien organisierte Westbalkankonferenz zum Thema Migrationskrise "einseitig und absolut kein freundschaftlicher Akt" sei.

Es werde mit dieser Konferenz versucht, ohne die Beteiligung Griechenlands Entscheidungen zu treffen, die Griechenland und seine Grenzen direkt betreffen, hieß es weiter. Einen entsprechenden Protest habe auch der griechische Botschafter in Wien dem dortigen Außenministerium übergeben, hieß es. Die Erklärung des griechischen Außenministeriums lag der Deutschen Presse-Agentur vor.

Griechenland betrachtet Österreich auch als Drahtzieher der mazedonischen Grenzschließung. "15 Stunden nach der Vereinbarung in Brüssel, dass die Grenzen zunächst offen bleiben, hat man die vereinbarten Regeln geändert. Das ist eine Art Coup", sagte der für Migration zuständige griechische Vizeminister Ioannis Mouzalas dem griechischen Fernsehsender Skai.

Aufnahmefähigkeit Griechenlands erschöpft

Nach Angaben Mouzalas war während des jüngsten EU-Gipfels auch mit den betroffenen Ländern auf der sogenannten Balkanroute vereinbart worden, dass die Grenzen für Migranten aus Irak, Syrien und Afghanistan offen bleiben. Dies habe Mazedonien gebrochen indem es Afghanen die Weiterreise nicht erlaubt.

Mazedonien hatte am Montag seine Grenze zu Griechenland für alle Migranten abgeriegelt, nachdem es zu Ausschreitungen abgewiesener Afghanen gekommen war. Afghanen stürmten auf griechischer Seite die Eisenbahntrasse. Die griechische Polizei beendete die Blockade am Dienstag und brachte mehr als 900 Afghanen ins Landesinnere.

Griechenland kann bald nicht mehr alle Migranten unterbringen. "Wenn die Grenze (zu Mazedonien) für Afghanen nicht bald wiedergeöffnet wird, dann wird binnen acht Tagen die Aufnahmefähigkeit Griechenlands erschöpft sein", sagte Gemma Gillie, Sprecherin der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen, am Grenzübergang zu Mazedonien bei Idomeni-Gevgelija der Deutschen Presse-Agentur.

Flüchtlinge in alte Kasernen

Bei einer Krisensitzung im Athener Verteidigungsministerium wurde am Dienstag über die Möglichkeit beraten, in alten Kasernen weitere Aufnahmelager für Migranten zu eröffnen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen.

Die Grenze bei Idomeni blieb jedoch geschlossen. Athen bemühe sich in Zusammenarbeit mit der niederländischen EU-Ratspräsidentschaft um die Wiederöffnung der Grenze zumindest für Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak, hieß es aus Regierungskreisen in Athen.

In Piräus kamen binnen 24 Stunden mehr als 5000 Migranten an, die zuvor von der Türkei zu den griechischen Inseln in der Ostägäis übergesetzt hatten. Nur Flüchtlingen aus Syrien und Irak wird die Weiterreise gen Norden erlaubt. Allerdings wollen viele Migranten dennoch nach Mazedonien weiterreisen; viele machen sich zu Fuß auf nach Idomeni. Dies zeigten Berichte des griechischen Fernsehens.

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