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Chaos in Libyen IS-Extremisten enthaupten ein Dutzend Polizisten

Bei einem Angriff auf die Großstadt Sabrata in Libyen töten Extremisten des Islamischen Staates zahlreiche Polizisten. In Bengasi übernahm dagegen die libysche Regierung wieder die Kontrolle.

Bei einem Angriff der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf die Stadt Sabrata in Libyen sind mehrere Menschen ums Leben gekommen. Die IS-Kämpfer besetzten für kurze Zeit die Sicherheitszentralen der Küstenstadt und enthaupteten zwölf Polizeioffiziere. Die Extremisten hatten für ihren Angriff am Mittwochmorgen in Sabrata einen Moment genutzt, als das Militär mit Razzien an anderen Orten beschäftigt war, wie der Chef des Militärrates der Stadt, Taher al-Gharabili, der Nachrichtenagentur AP sagte.

Es habe sich um 150 bis 200 Anhänger der Extremisten gehandelt, darunter Kämpfer aus Schläferzellen, so al-Gharabili. Die Mehrheit von ihnen komme aus Tunesien. Lokale Kräfte hätten die Kontrolle zurückgewonnen, die Lage sei aber angespannt. Insgesamt seien 19 Menschen bei den Besetzungen und anschließenden Kämpfen ums Leben gekommen.

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Sabrata mit seinen rund 100.000 Einwohnern liegt etwa 70 Kilometer westlich von Tripolis nahe der tunesischen Grenze. Die Küstenstadt dient vielen Flüchtlingen und Migranten als Sprungbrett für die Überfahrt über das Mittelmeer nach Europa. Sie ist das jüngste Machtzentrum des IS in Libyen und gilt als Drehscheibe für Dschihadisten.

Vergangene Woche wurden hier bei Luftangriffen der US-geführten Allianz Dutzende mutmaßliche IS-Kämpfer sowie zwei serbische Geiseln der Terrormiliz getötet.

Regierung erobert Bengasi zurück

Unterdessen brachten Soldaten der international anerkannten Regierung Libyens nach eigenen Angaben die Stadt Bengasi nach zweijährigen Kämpfen vollständig unter ihre Kontrolle. Der Sieg der Truppen des einflussreichen Generals Chalifa Haftar über islamistische Milizen im Osten der Stadt wurde der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag auch von Einwohnern bestätigt.

Kämpfer, die loyal zur Regierung Libyens stehen, feiern die Eroberung Bengasis. (Foto: AFP)

Haftar begrüßte die Erfolge in einem Video und äußerte die Hoffnung auf einen "abschließenden Sieg im ganzen Land". Die rivalisierende Gegenregierung in Tripolis, welche die teils islamistischen Milizen in Bengasi unterstützt hatte, verurteilte den Vormarsch dagegen. Dieser könne "die Bemühungen um eine friedliche Lösung der politischen Krise" zum Erliegen bringen.

Unterdessen scheiterte ein weiterer Versuch, eine Vertrauensabstimmung des Parlaments im ostlibyschen Tobruk für die neue Regierung der nationalen Einheit zu organisieren. Da die erforderliche Zahl von 89 Abgeordneten nicht erreicht wurde, wurde die Abstimmung auf die kommende Woche verschoben.

Nach langem Tauziehen war in der vergangenen Woche eine neue, unter UN-Vermittlung zustande gekommen Einheitsregierung vorgestellt worden; auf sie richten sich die Hoffnungen, um Gewalt und Chaos in Libyen zu beenden.

In Libyen herrscht seit dem Sturz des langjährigen Diktators Muammar al-Gaddafi 2011 politisches Chaos und Gewalt. Es gibt zwei rivalisierende Regierungen und zwei Parlamente, UN-Bemühungen um eine Einheitsregierung stocken. Das Machtvakuum nutzt der IS aus. Die Zahl der IS-Kämpfer in Libyen soll zuletzt von 2000 auf 5000 gewachsen sein.

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