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Lage in Griechenland Unter den Flüchtlingen macht sich Panik breit

Immer mehr Flüchtlinge auf der Balkanroute stecken in Griechenland fest. Mazedonien lässt nur noch wenige am Tag durch. Nun brachen Hunderte aus Auffanglagern aus, um zu Fuß ihr Glück zu versuchen.

Kein Ende des Flüchtlingszustroms in Griechenland: Nachdem Mazedonien nur wenige Hundert Menschen täglich auf ihrem Weg gen Norden einreisen lässt, herrscht Panik unter den Migranten in Griechenland. Hunderte von ihnen brachen aus Auffanglagern aus und machten sich am Donnerstag zu Fuß auf den Weg zur mazedonischen Grenze.

"Wir können die Menschen nicht gefangen nehmen", sagte der Bürgermeister von Thessaloniki Giannis Boutaris. Die mazedonischen Behörden lassen immer weniger Flüchtlinge durch. "Rund 230 (Personen) haben sie heute Vormittag durchgelassen. Jetzt ist die Grenze wieder zu", sagte ein Grenzpolizist der Deutschen Presse-Agentur am Grenzübergang bei Idomeni.

Das Fernsehen zeigte Hunderte Menschen, Frauen mit Kinderwagen, ältere und auch behinderte Menschen, die entlang der Autobahnen und Fernstraßen nach Norden zogen. In einigen Fällen liefen sie sogar auf den Fahrbahnen und unterbrachen vorübergehend den Verkehr.

Tausende Neuankömmlinge auf Lesbos

Schlepperbanden hatten in den vergangenen sieben Tagen mehr als 12.000 Menschen aus der Türkei über die Ägäis zu den griechischen Inseln gebracht, teilte die Küstenwache mit.

 

Entlastung könnte der Nato-Einsatz in der Ägäis bringen, der den Schleusern einen Strich durch die Rechnung machen soll. Wie ein Offizier der Küstenwache auf der Insel Chios sagte, sollen die ersten Nato-Schiffe am Freitag im Seegebiet um seine Insel im Einsatz sein. Die Bündnisstaaten hatten sich in der Nacht zu Donnerstag auf die Richtlinien für die Beobachtung der türkischen und griechischen Seegebiete geeinigt.

Zudem legten sie fest, dass der unter deutscher Führung stehende Nato-Marineverband SNMG 2 aus Seenot gerettete Flüchtlinge in der Regel in die Türkei zurückbringt. Dies war bisher unklar. Damit hofft die Nato, Migranten jeden Anreiz zu nehmen, sich auf die gefährliche Überfahrt zu begeben und damit auch das Geschäftsmodell der Schlepper zu zerstören.

Neues Riesengeschäft für Schleuser

Viele Afghanen, die von Mazedonien abgewiesen wurden, verbrachten die Nacht auf zwei Plätzen im Zentrum Athens. Dort werden Kontakte mit Schleusern geknüpft, die den verzweifelten Menschen neue Routen für die Reise nach Mitteleuropa versprächen, berichteten griechische Medien übereinstimmend. Die neuen "Tarife" für Alternativwege über Albanien oder sogar versteckt in Containern an Bord von Fähren nach Italien lägen zwischen 2500 und 3000 Euro pro Kopf, sagten Migranten Reportern vor Ort.

Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras hatte am Mittwochabend gewarnt, Athen werde politische Beschlüsse der EU blockieren, bis die vereinbarte Verteilung von Flüchtlingen auf die Mitgliedstaaten umgesetzt werde. Tsipras nannte es zudem eine "Schande", dass Österreich und weitere Länder der Westbalkan-Konferenz am Mittwoch in Wien eine Konferenz zur Asylpolitik abgehalten haben - außerhalb des EU-Rahmens und ohne griechische Beteiligung.

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