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Griechenland unter Druck Der Flüchtlings-Rückstau reicht nun bis nach Lesbos

Die Lage in Griechenland spitzt sich zu. 20.000 Flüchtlinge warten inzwischen auf die Weiterreise, Fähren werden vor den Ägäis-Inseln zu Auffanglagern. Zu Wien geht Athen auf Konfrontationskurs.

In der Flüchtlingskrise wachsen die Spannungen zwischen Griechenland und Österreich. Athen habe einen Wunsch der österreichischen Innenministerin Johanna Mikl-Leitner abgelehnt, Griechenland zu besuchen, um sich dort in der Flüchtlingskrise selbst ein Bild von der Lage zu machen, sagte ein Sprecher des griechischen Außenministeriums.

Nach Darstellung des österreichischen Innenministeriums hatte Mikl-Leitner angeboten, "für ein offenes Gespräch nach Griechenland zu kommen." Es wäre darum gegangen, die bekannte österreichische Position auch direkt in Athen umfangreich zu erläutern, teilte das Ministerium mit. Falls Athen einen solchen Kontakt zu einem späteren Zeitpunkt bevorzuge, sei das "völlig legitim." Am Tag zuvor hatte Griechenland seine Botschafterin in Österreich zu Konsultationen zurückgerufen.

Österreich gehört zu den Balkan-Staaten, die Mazedonien bei der teilweisen Grenzschließung unterstützen, um die Bewegung auf der bei Migranten beliebtesten Fluchtroute einzudämmen. Athen macht Wien deshalb für die Flüchtlingssituation im Land mitverantwortlich und kritisiert zudem, dass kein griechischer Vertreter zu dem Treffen der Westbalkanstaaten nach Wien eingeladen war. Selbst der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer hatte sich am Donnerstag im österreichischen Fernsehen ORF "überrascht" darüber geäußert, dass Griechenlands zu dem Treffen nicht eingeladen war. 

Fähren dienen nun als Auffanglager

Nach der Teilschließung der mazedonischen Grenze versucht Griechenland immer verzweifelter, den Rückstau Tausender Flüchtlinge zu bewältigen. Dazu werden fünf neue Aufnahmelager an der Grenze gebaut, zugleich sollen viele Flüchtlinge zunächst auf den Inseln in der Ostägäis bleiben. Deshalb sollen Fähren in den kommenden Tagen weniger Migranten als bisher von den Inseln abholen.

"Wir müssen den Zustrom wegen des Rückstaus auf dem Festland verlangsamen", sagte der für die Küstenwache zuständige griechische Minister Thodoris Dritsas dem Nachrichtensender Skai. Um die Inseln nicht zu überlasten, sollten die registrierten Migranten auf drei großen Fähren untergebracht werden, die in den Häfen der Inseln Lesbos, Chios und Samos angelegt haben.  

Weil sie auf der Balkanroute nicht mehr weiterkommen, stecken nach Schätzungen der Behörden inzwischen rund 20.000 Menschen in Griechenland fest. Zudem warten an der Grenze zu Mazedonien bei Idomeni mehr als 4000 Migranten auf eine Gelegenheit, Richtung Norden weiterzureisen. Dort sei es in der Nacht zum Freitag zu Schlägereien und Messerstechereien zwischen Flüchtlingen gekommen, berichtete das Staatsradio unter Berufung auf die Kommunalbehörde.  

Serbien lässt nur noch 500 Menschen durch

Mazedonien gestattet zurzeit nur Flüchtlingen aus Syren und dem Irak die Weiterfahrt nach Mitteleuropa - aber auch nur wenigen. "In den vergangenen 24 Stunden sind nur 260 Menschen rübergegangen", sagte ein Grenzpolizist aus Idomeni. In der Hafenstadt Piräus trafen am Morgen knapp 1500 Migranten ein. Die griechischen Auffanglager, Wartehallen in Piräus und die Hallen eines alten, geschlossenen Flughafens von Athen, sind überfüllt.

Auch Serbien kündigte nun an, Flüchtlinge nur noch nach Tageskontingenten durchzulassen. Nach Angaben der serbischen Regierung dürfen ab sofort nur noch 500 Flüchtlinge und Migranten pro Tag über die Route nach Österreich und vor allem Deutschland reisen. "Gestern Abend haben wir diese Information von der kroatischen Polizei erhalten, die ihrerseits diese Nachricht von der slowenischen Polizei bekommen hatte", berichtete der serbische Innenminister Nebojsa Stefanovic in Belgrad. Serbien habe von seinen beiden nördlichen Nachbarn eine schriftliche Bestätigung verlangt, "damit wir beweisen können, dass sich nicht Serbien das ausgedacht hat." In Serbien  befinden sich nach seinen Angaben zurzeit etwa 2000 Menschen, die in Richtung Westeuropa weiterreisen wollen.   

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