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Atomraketentests Was die USA da in den Nachthimmel schießen

"Glory Trip 218" heißt der neueste Raketentest der USA. Wieso schießt Amerika sieben Millionen Dollar in die Luft, um in 6000 Kilometern Entfernung auf einem Pazifik-Atoll ein Loch zu schlagen?

Regelmäßig wird an der kalifornischen Küste indirekt für einen möglichen nächsten Weltkrieg geprobt. Von der US-Luftwaffenbasis Vandenberg zwischen Los Angeles und San Francisco starten meist nachts militärische Interkontinentalraketen zu Testflügen. Ungewöhnlich kurz war jetzt jedoch der Abstand zwischen zwei Starts der Minuteman-III-Rakete.

Binnen einer Woche, am vergangenen Sonntag sowie in der Nacht zum Freitag, wurden die Raketen aus unterirdischen Silos abgefeuert. Verteidigungsstaatssekretär Robert Work betonte kurz nach dem Flug offen die Absicht der Missionen. "Wir, die Russen und Chinesen unternehmen ständig Testschüsse, um zu beweisen, dass die Raketen, über die wir verfügen, zuverlässig sind. " Dann sagte Work unverblümt: "Das ist ein Signal, dass wir bereit sind, Atomwaffen zum Schutz unseres Landes einzusetzen, wenn es notwendig ist."

Ein äußerst teurer Schuss

Der jüngste Raketentest, der bei den Militärs intern als "Glory Trip 218" bezeichnet wurde, sollte wieder einmal belegen, dass die aus den Zeiten des Kalten Krieges stammende Minuteman III noch voll funktionsfähig ist. Die pro Stück über sieben Millionen Dollar teure Rakete, die erstmals 1970 geflogen ist, hat längst ihre zunächst geplante Lebensdauer von zehn Jahren überschritten. Sie wird aber ständig modernisiert – so wie die mehrere Jahrzehnte alten B-52-Langstreckenbomber.

Nach den Abrüstungsverträgen haben die USA noch 450 Minuteman-III-Raketen, die in unterirdischen Silos in den US-Bundesstaaten Wyoming, Montana und North Dakota stecken. Mehrmals pro Jahr werden ein paar Raketen aus ihren Silos geholt, mit dem Lastwagen nach Kalifornien gefahren und dort in Vandenburg gestartet. Jeweils ohne Atomsprengkopf, also nur zu reinen Testzwecken. Die Rakete könnte drei Atomsprengköpfe tragen, aber nach den Abrüstungsverhandlungen ist festgelegt, dass nur noch ein Sprengkopf je Rakete erlaubt ist.

Einschlag im Pazifik-Atoll

Die Flugbahn der Minuteman III bei Start von der kalifornischen Küste zielt meist zum gut 6000 Kilometer entfernten Kwajalein-Atoll im Südpazifik. Die tatsächliche Reichweite der rund 18 Meter langen Rakete beträgt etwa 13.000 Kilometer. Die genauen Details sind Geheimsache. Die Rakete ist zeitweise mit der unglaublichen Geschwindigkeit von sieben Kilometern pro Sekunde, oder 23-facher Schallgeschwindigkeit, unterwegs.

Für die Raketenexperten ist weniger der Start von Interesse als vielmehr der Endanflug und die exakte Steuerung bei diesem Manöver. An dieser Technik entscheidet sich, wie genau ein Ziel getroffen wird. Nach Ansicht des Verteidigungsstaatssekretärs Work gehört die Minuteman-III-Rakete nach wie vor zu den "effektivsten Raketen in der Welt".

Die USA bauen nach wie vor fest auf diesen Raketentyp. Bei den Russen befinden sich angeblich neue Langstrecken-Atomwaffenraketen in der Entwicklung, die nicht in unterirdischen Silos stecken, sondern von riesigen Eisenbahn-Frachtwaggons gestartet werden. Somit können sie ihren Standort verändern und selbst nicht so leicht getroffen werden. Frühestens 2030 soll es bei den US-Streitkräften eine Nachfolgerakete geben. Über deren Kosten gibt es noch keine genauen Angaben. Nach Kalkulationen im US-Kongress kosten Erhalt, Betrieb und Modernisierung der Atomwaffen die USA zwischen 2015 und 2024 den sagenhaften Betrag von 348 Milliarden Dollar.

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